Das Wichtigste in Kürze
- Unter „Ausbildung“ steht der Abschluss mit dem Namen aus dem Zeugnis, etwa Master of Science, Diplom-Informatiker oder Diplom-Informatiker (FH); ein Fachinformatiker hat eine IHK-Ausbildung und kein Studium.
- Jeder Stichpunkt ist im Substantivstil formuliert und nennt die Aufgabe und eine Zahl mit Bezugsgröße, etwa Datenmenge, Nutzerzahl oder behobene Schwachstellen.
- Fachliche Kenntnisse wie Algorithmen oder Modellbildung belegen Sie in einer Station oder mit der Abschlussarbeit; Programmiersprachen, Plattformen und Werkzeuge stehen unter „EDV-Kenntnisse“.
- Ein Studienabschluss aus dem letzten Jahrzehnt steht mit Note, etwa „1,4“; eine Promotion steht mit Doktorgrad, Thema und Prädikat wie „magna cum laude“.
- Die vollständige Publikationsliste kommt als Anlage zur Bewerbung; unter „Erfolge“ stehen im Lebenslauf nur 2 oder 3 ausgewählte Veröffentlichungen.
- Bis zu 2 DIN-A4-Seiten sind normal; Referenzen gehören nicht hinein. Ein Foto ist freiwillig und in Tech-Unternehmen seltener als im öffentlichen Dienst.
Aufbau des Lebenslaufs als Informatiker: Abschnitte und Reihenfolge
Informatiker ist ein Studienberuf. Laut BERUFENET, der Berufsdatenbank der Bundesagentur für Arbeit, setzt die Tätigkeit ein abgeschlossenes Informatikstudium voraus. Führungspositionen und spezialisierte Aufgaben erfordern meist einen Master, Stellen in Wissenschaft und Forschung häufig eine Promotion. Ihr Abschluss bestimmt deshalb, wie der übrige Lebenslauf eingeordnet wird.
Das Tätigkeitsfeld reicht von der theoretischen, praktischen, technischen und angewandten Informatik bis zur Systemadministration und Projektleitung. Wo Ihr Schwerpunkt liegt, sollte spätestens das Kurzprofil zeigen.
Jeder Abschnitt beginnt mit dem neuesten Eintrag, die Angaben stehen tabellarisch untereinander. Diese Gliederung passt zu den meisten Stellen für Informatiker:
- Persönliche Daten mit Anschrift, Telefon, E-Mail und Geburtsdatum
- Kurzprofil mit Fachgebiet und Abschluss, wenn Sie eines schreiben
- Berufserfahrung, auch wissenschaftliche Mitarbeit und Werkstudentenstellen
- Ausbildung: Promotion, Master, Bachelor und Schulabschluss
- Weiterbildung mit Zertifikat, Anbieter und Jahr
- Kenntnisse, EDV-Kenntnisse und Sprachkenntnisse
- Erfolge, etwa ausgewählte Veröffentlichungen
- Ort, Datum und Unterschrift
Beschäftigt werden Informatiker in nahezu allen Wirtschaftsbereichen und in der öffentlichen Verwaltung. Bei Behörden sind Foto und Unterschrift noch verbreitet, in Tech-Unternehmen und Start-ups fehlt das Foto häufiger. Die Bundesagentur für Arbeit nennt das Geburtsdatum unter den Angaben, die in den Lebenslauf gehören. Rechtlich vorgeschrieben ist es nicht.
Kurzprofil für Informatiker: Fachgebiet, Abschluss und ein Ergebnis
Ein Kurzprofil ist im deutschen Lebenslauf freiwillig. Für Informatiker lohnt es sich, weil der Studiengang allein offenlässt, ob Sie heute Netze absichern, Modelle trainieren oder Architekturen entwerfen.
Formel für das Kurzprofil
Berufsbezeichnung (Abschluss) mit Zahl Jahren Erfahrung in Fachgebiet. Schwerpunkt: Methode oder Systemart, zuletzt ein Ergebnis mit Zahl und Bezugsgröße. Ihre Rolle im Team. Nächstes Ziel: Stelle oder Verantwortung, die Sie anstreben.
Beispiel
Informatiker (M.Sc.) mit 5 Jahren Erfahrung in der IT-Sicherheit eines Energieversorgers. Schwerpunkt: Netzsegmentierung und Angriffserkennung in Leitsystemen, zuletzt Aufbau eines Sicherheitsmonitorings für 60 Umspannwerke. Ansprechpartner für externe Penetrationstests. Nächstes Ziel: Leitung eines Teams für Informationssicherheit im Raum Hannover.
Analytisches Denkvermögen gehört zu den Anforderungen des Berufs, und fast jede Bewerbung behauptet es. Überzeugender als das Adjektiv ist ein gelöstes Problem mit Zahl:
Falsch
Analytisch denkender Informatiker mit Leidenschaft für komplexe Problemstellungen, hoher Lernbereitschaft und ausgeprägtem Teamgeist.
Richtig
Informatiker (M.Sc.) mit 4 Jahren Erfahrung in der Tourenplanung für den Lebensmittelhandel, zuletzt Neuentwicklung des Optimierungsverfahrens für 900 Lieferfahrzeuge, Einsparung von 11 % der Fahrkilometer.
Fachgebiet, Methode und Ergebnis belegen das analytische Denken, das die erste Fassung nur behauptet.
Nach einer Promotion gehören Dissertation und Veröffentlichungen ins Kurzprofil, auch wenn Sie inzwischen in der Industrie arbeiten:
Kurzprofil
Informatikerin (Dr. rer. nat.), 5 Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Datenbankforschung, seit 2023 bei einem Hersteller von Analysesoftware. Dissertation zur Anfrageoptimierung in spaltenorientierten Systemen, 6 begutachtete Konferenzbeiträge. Im Unternehmen zuständig für das Kostenmodell des Abfrageplaners, zuletzt 30 % kürzere Laufzeit im TPC-H-Benchmark. Nächstes Ziel: eine Stelle als Produktmanagerin für die Cloud-Version der Plattform.
Berufserfahrung als Informatiker: Stichpunkte je nach Fachgebiet
Eine Station besteht aus Berufsbezeichnung, Zeitraum mit Monat und Jahr sowie Arbeitgeber und Ort. Die Bezeichnungen reichen vom Cloud-Architect bis zum IT-Forensiker; maßgeblich ist die aus Ihrem Arbeitsvertrag.
Für die Stichpunkte unter jeder Station nennt die Bundesagentur für Arbeit 3 bis 5 als Richtwert. Im Substantivstil kommen sie ohne Personalpronomen und ohne Zeitform aus, etwa „Entwurf von“, „Absicherung von“ oder „Umstellung auf“. Jeder Stichpunkt nennt Aufgabe und eine Zahl, möglichst auch Methode und messbares Ergebnis, denn eine Fachabteilung will wissen, was Sie selbst entworfen oder entschieden haben.
Falsch
Mitarbeit an verschiedenen Projekten im Bereich Datenanalyse und künstliche Intelligenz.
Richtig
Entwicklung eines Klassifikationsmodells für eingehende Schadensmeldungen auf Basis von 480.000 Trainingsdatensätzen, automatische Zuordnung von 72 % der Meldungen zur richtigen Fachabteilung.
Datenmenge und Ergebnis zeigen Ihren eigenen Anteil, den „Mitarbeit an verschiedenen Projekten“ offenlässt.
Die passende Kennzahl hängt vom Fachgebiet ab:
| Fachgebiet | So kann es im Lebenslauf stehen |
|---|---|
| IT-Sicherheit | Absicherung von 3 Rechenzentren nach BSI-Standard 200-2, Behebung von 41 kritischen Schwachstellen aus 2 Penetrationstests. |
| Softwarearchitektur | Architekturentwurf für die Anbindung von 23 Filialsystemen an eine zentrale Warenwirtschaft, Verfügbarkeit von 99,95 % im ersten Betriebsjahr. |
| Daten und KI | Aufbau einer Datenplattform für 2,3 Mrd. Messwerte pro Monat aus 1.800 Sensoren als Grundlage der vorausschauenden Wartung von 14 Anlagen. |
| Systembetrieb | Automatisierung der Serverbereitstellung mit Ansible für 350 virtuelle Maschinen, Verkürzung von 2 Tagen auf 40 Minuten je Server. |
| Forschung und Lehre | Entwicklung des Simulationsmoduls in einem Drittmittelprojekt mit 5 Partnern, 4 Veröffentlichungen in begutachteten Tagungsbänden, Übungsleitung für 180 Studierende pro Semester. |
So sieht die aktuelle Station einer Softwarearchitektin bei einem Anbieter von Logistiksoftware aus:
Berufserfahrung
- Entwurf der Zielarchitektur für eine Lagerverwaltung mit 12 Standorten und rund 2.000 Anwenderinnen und Anwendern, Ablösung des 20 Jahre alten Vorgängersystems in 3 Stufen.
- Entwicklung eines Verfahrens zur Lagerplatzvergabe auf Basis ganzzahliger Optimierung, Verkürzung der Kommissionierwege um 14 %.
- Fachliche Leitung von 6 Entwicklerinnen und Entwicklern, Einführung schriftlich begründeter Architekturentscheidungen im Team.
- Betreuung von 2 Masterarbeiten in Kooperation mit einer Technischen Universität.
Kenntnisse und EDV-Kenntnisse für Informatiker: Auswahl und Beleg
Als Kernkompetenzen von Informatikern nennt BERUFENET unter anderem Softwaretechnik, Modellbildung und Simulation, Netzwerkadministration und Datenschutz, als weitere Kompetenzen etwa Algorithmen, Machine Learning und High-Performance-Computing. Unter „Kenntnisse“ gehört davon, was die Stellenanzeige verlangt und was eine Station oder Ihre Abschlussarbeit belegt:
| Kenntnis | So belegen Sie sie im Lebenslauf |
|---|---|
| Algorithmen und Datenstrukturen | Ein Verfahren, das Sie selbst entworfen haben, mit Datenmenge oder Laufzeit, oder das Thema Ihrer Abschlussarbeit |
| Modellbildung und Simulation | Das Modell mit Zweck und Größe, etwa eine Simulation des Verkehrsflusses an 30 Kreuzungen |
| Machine Learning | Datenmenge, Art des Modells und eine Kennzahl aus dem Betrieb, etwa der Anteil korrekt erkannter Fälle |
| IT-Sicherheit und Datenschutz | Ein Sicherheitskonzept mit seiner Grundlage oder die Zahl der behobenen Schwachstellen |
| Netzwerke und Systembetrieb | Zahl der Server, Standorte oder Nutzerkonten, dazu ein Zertifikat unter „Weiterbildung“ |
| Lehre und Anleitung | Übungsgruppen, Tutorien oder betreute Abschlussarbeiten, jeweils mit Zahl |
Unter „EDV-Kenntnisse“ stehen Programmiersprachen, Plattformen, Datenbanken und Werkzeuge; bei einer langen Liste hilft eine Ordnung nach diesen Gruppen. Auf internationalen Fachtagungen und in Projektteams mit Partnern aus dem Ausland wird Englisch gesprochen. Unter „Sprachkenntnisse“ steht es deshalb mit dem Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER).
Kenntnisse
Verteilte Systeme · Algorithmen und Optimierung · IT-Sicherheitskonzepte · Anforderungsanalyse mit Fachabteilungen · Anleitung von Werkstudierenden
EDV-Kenntnisse:
Programmiersprachen: Python, C++, Go
Plattformen: Linux, Kubernetes, Microsoft Azure
Datenbanken: PostgreSQL, Neo4j
Werkzeuge: Git, Terraform, Wireshark
Sprachkenntnisse:
Deutsch: Muttersprache
Englisch: fließend (C1)
Spanisch: Grundkenntnisse (A2)
Informatikstudium im Lebenslauf: Grad, Hochschule und Abschlussarbeit
Unter „Ausbildung“ steht jeder Abschluss mit Grad, Studiengang, Hochschule und Zeitraum, der neueste zuerst. Ein grundständiges Informatikstudium führt je nach Studiengang zum Bachelor of Science, Bachelor of Engineering oder Bachelor of Arts und ein weiterführendes zum Master of Science; daneben gibt es weiterhin den Abschluss „Diplom-Informatiker“.
Das Thema der Abschlussarbeit gehört dazu, wenn es zur Stelle passt. Abschlüsse der letzten rund 10 Jahre stehen mit Kommanote; zeigt der Master eine Note, zeigt sie der Bachelor auch.
Ausbildung
Masterarbeit zur Laufzeitverifikation verteilter Steuerungssoftware. Note: 1,3.
Bachelorarbeit zur Erkennung von Anomalien in Serverprotokollen. Note: 2,1.
Die Regelstudienzeit im Bachelor beträgt 6 bis 8 Semester; nach Zahlen des Statistischen Bundesamts für das Prüfungsjahr 2024 dauerte das Studium im Durchschnitt tatsächlich 8 Semester. Eine etwas längere Studienzeit braucht deshalb keine Erklärung, eine Pause von mehr als 2 Monaten zwischen Bachelor und Master dagegen schon.
Die Hochschule steht mit dem Namen, den sie im Jahr Ihres Abschlusses trug. Wer sein duales Studium in Baden-Württemberg vor 2009 abgeschlossen hat, nennt deshalb die Berufsakademie mit ihrem Ort und nicht die DHBW, die es erst seit 2009 gibt.
Informatiker, Fachinformatiker oder Staatlich geprüfter Informatiker: Abschlüsse richtig benennen
Das Wort Informatiker steckt in Abschlüssen ganz verschiedener Art: in Hochschulgraden, in einer dualen Ausbildung, in einem Berufsfachschulabschluss und in einem IHK-Fortbildungsabschluss. Im Lebenslauf steht jeder genau so, wie ihn das Zeugnis nennt, denn in den Anlagen liegt das Zeugnis daneben.
| Abschluss | Vergeben von | So steht es im Lebenslauf |
|---|---|---|
| Bachelor oder Master | Universität oder Hochschule | Grad und Studiengang, etwa Bachelor of Science, Studiengang Informatik, mit Hochschule und Note |
| Diplom | Universität oder Fachhochschule | Diplom-Informatiker, bei einer Fachhochschule immer Diplom-Informatiker (FH) |
| Duales Studium mit Ausbildung | Hochschule und IHK | 2 Einträge unter „Ausbildung“: der Hochschulgrad und die Ausbildung zum Fachinformatiker mit Fachrichtung |
| Fachinformatiker | IHK, Abschlussprüfung | Ausbildung zum Fachinformatiker mit Fachrichtung, etwa Systemintegration, und der Note in Punkten und Worten |
| Staatlich geprüfter Informatiker | Berufsfachschule, staatliche Prüfung nach Landesrecht | Der Titel mit Namen und Ort der Schule und ohne den Zusatz IHK |
| Geprüfter Informatiker (IHK) | IHK, Fortbildungsprüfung | Unter „Weiterbildung“ mit dem Prüfungsjahr, nicht als Hochschulgrad; vergeben ab 2002, Anmeldung zur Prüfung nur bis 10/2024 |
Promotion, Forschung und Veröffentlichungen im Lebenslauf
Für eine wissenschaftliche Laufbahn an einer Hochschule ist in der Regel eine Promotion erforderlich, und auch in der Wirtschaft kann sie den Zugang zu gehobenen Positionen erleichtern. Im Lebenslauf verteilt sie sich auf 2 Abschnitte: Die Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter steht unter „Berufserfahrung“, die Promotion selbst unter „Ausbildung“.
Die Stelle unter „Berufserfahrung“ nennt Arbeitsgruppe, Hochschule und Ort; die Stichpunkte darunter beschreiben Forschungsprojekt, Lehre und betreute Abschlussarbeiten, jeweils mit Zahl. Unter „Ausbildung“ folgen Doktorgrad, Hochschule, Zeitraum, das Thema der Dissertation und das Prädikat aus der Urkunde.
Welche Prädikate es gibt, regelt die Promotionsordnung. Im Fachbereich Mathematik und Informatik der Universität Bremen etwa lauten sie „summa cum laude“, „magna cum laude“, „cum laude“ und „rite“, und verliehen werden dort der Dr. rer. nat. und der Dr.-Ing.:
Ausbildung
Dissertation zur Bahnplanung mobiler Roboter in wechselnden Umgebungen. Prädikat: magna cum laude.
Für Stellen in Forschung und Lehre gehört eine vollständige Publikationsliste als eigene Anlage zur Bewerbung. Im Lebenslauf stehen unter „Erfolge“ nur 2 oder 3 Veröffentlichungen, die zur Stelle passen, jeweils mit Titel, Tagung oder Zeitschrift und Jahr.
Lebenslauf als Informatiker nach dem Studium oder als Quereinsteiger
Direkt nach dem Studium füllen Werkstudentenstellen, Praktika, ein Praxissemester und die Arbeit als studentische Hilfskraft den Abschnitt „Berufserfahrung“. Jede dieser Tätigkeiten steht dort mit Zeitraum und Wochenstunden und bekommt Stichpunkte wie eine reguläre Stelle.
Falsch
Werkstudent in der IT-Abteilung, Unterstützung des Teams bei verschiedenen Aufgaben.
Richtig
Werkstudent IT-Sicherheit, 16 Wochenstunden: Auswertung von 2.300 Warnmeldungen aus dem Netzwerkmonitoring, Entwicklung von 12 Filterregeln, Rückgang der Fehlalarme um 30 %.
Wochenstunden, Datenmenge und Wirkung machen aus einem Nebenjob einen Beleg für Ihr Fachgebiet.
Am meisten zählt in dieser Phase die Abschlussarbeit, vor allem wenn sie in einem Unternehmen entstanden ist. Die Arbeit steht mit Thema und Note unter „Ausbildung“, die Werkstudentenstelle im selben Unternehmen unter „Berufserfahrung“.
Kommen Sie aus der Mathematik, der Technomathematik oder der Mechatronik, zählen die Informatikanteile Ihres Studiums: Nebenfach, Programmierprojekte, eine Abschlussarbeit mit eigener Software. BERUFENET nennt Mathematiker, Technomathematiker und Ingenieure für Mechatronik ausdrücklich als Alternativen, mit denen Arbeitgeber Informatikstellen besetzen.
Häufige Fragen zum Lebenslauf als Informatiker
Gehört ein Foto in den Lebenslauf als Informatiker?
Ein Foto verwenden Sie nur, wenn Sie das möchten: Es ist keine Pflicht, und einfordern darf es kein Arbeitgeber. Die Bundesagentur für Arbeit nennt es auf ihrer Lebenslauf-Seite „kein Muss mehr“, ihr Bewerbungstraining sieht es bei den persönlichen Angaben aber weiterhin vor. In Tech-Unternehmen und Start-ups ist ein Foto seltener geworden, im öffentlichen Dienst und im Mittelstand ist ein professionelles Bewerbungsfoto noch verbreitet.
Wie lang darf der Lebenslauf eines Informatikers sein?
Wer promoviert hat oder mehrere Arbeitgeber aufführt, darf 2 DIN-A4-Seiten ausschöpfen, das Maximum, das die Bundesagentur für Arbeit nennt. Publikationsliste, Projektliste und Zeugnisse kommen als Anlagen dazu und zählen nicht mit. Direkt nach dem Bachelor genügt meist 1 Seite.
Soll ich die Note meines Informatikstudiums angeben?
Ja, wenn Sie Ihr Studium in den letzten 10 Jahren beendet haben. Die Note steht mit Komma, etwa „1,4“, bei Bachelor und Master gleichermaßen, denn eine einzelne Note wirkt ausgesucht. Beim Abitur genügt nach dem Studium die Schule mit Zeitraum, ohne Note.
Wie gebe ich eine laufende Promotion an?
Als offene Station unter „Ausbildung“, etwa „04/2024 – heute“, mit Hochschule, Arbeitsgruppe und Thema der Dissertation. Den Doktorgrad führen Sie erst, wenn Ihre Promotionsordnung es erlaubt; an der Universität Bremen etwa ist das nach Aushändigung der Promotionsurkunde der Fall. Die Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter steht parallel unter „Berufserfahrung“.
Brauche ich für einen ausländischen Informatikabschluss eine Anerkennung?
Nein. Laut BERUFENET ist die Tätigkeit als Informatiker nicht reglementiert, eine berufliche Anerkennung ist deshalb nicht nötig. Bei der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) können Sie aber eine individuelle Zeugnisbewertung beantragen, die Ihre Bewerbung als Anlage ergänzt. Im Lebenslauf steht der Abschluss mit seinem Originalnamen und der Hochschule.
Gehören Referenzen in den Lebenslauf eines Informatikers?
Nein, Referenzen gehören in Deutschland nicht in den Lebenslauf. Frühere Arbeitgeber schulden Ihnen nach § 109 GewO zum Ende jedes Arbeitsverhältnisses ein schriftliches Zeugnis; 2 bis 4 davon legen Sie in Kopie bei, in derselben Reihenfolge wie im Lebenslauf. Fehlen Zeugnisse, etwa nach freiberuflicher Tätigkeit, nennen Sie Referenzpersonen mit ihrer Zustimmung im Anschreiben oder in einer eigenen Anlage.
Muss der Lebenslauf für eine Stelle im öffentlichen Dienst unterschrieben sein?
Vorgeschrieben ist es nicht: Laut Bundesagentur für Arbeit ist die Unterschrift nicht unbedingt notwendig, kann aber ein Vorteil sein. Bei Behörden ist sie üblich. Ort und Datum stehen davor, das Datum vollständig mit Punkten, etwa „Kassel, 21.09.2026“, und bei einer Online-Bewerbung fügen Sie die Unterschrift eingescannt ein.
Fazit
Ein Lebenslauf als Informatiker nennt den Abschluss mit seinem richtigen Namen und zeigt in den Stationen Fachgebiet, Methode und Ergebnisse mit Zahl. Promotion und Veröffentlichungen haben ihren Platz unter „Ausbildung“ und „Erfolge“, die vollständigen Listen und die Zeugnisse liegen in den Anlagen.


