Das Wichtigste in Kürze
- Hinter der Bezeichnung stehen 4 verschiedene Abschlüsse, und unter „Ausbildung“ gehört der Wortlaut Ihrer Urkunde: Bachelor oder Master, Diplom, Staatlich geprüfter Wirtschaftsinformatiker oder Geprüfter Wirtschaftsinformatiker (IHK).
- Jeder Stichpunkt der Berufserfahrung enthält eine Zahl, etwa zu Anwendern, Standorten, Stammsätzen oder Schnittstellen.
- Ein ERP-System steht nie allein da, sondern mit Modul und Ihrer Rolle: Anwender, Key-User, Customizer oder Entwickler.
- Das Kurzprofil nennt je einen fachlichen und einen technischen Schwerpunkt, zum Beispiel Beschaffung und SAP MM.
- Ein duales Studium mit integrierter Ausbildung ergibt 2 Einträge: den Bachelor mit Dezimalnote und den IHK-Abschluss mit Punkten und Note in Worten.
- Bis zu 2 Seiten lässt die Bundesagentur für Arbeit zu, und nach mehreren Stationen oder Einführungsprojekten dürfen Sie beide nutzen.
Lebenslauf als Wirtschaftsinformatiker: Aufbau und worauf Arbeitgeber achten
Wirtschaftsinformatiker planen und entwickeln laut BERUFENET, der Berufsdatenbank der Bundesagentur für Arbeit, betriebliche Informations- und Kommunikationssysteme, setzen sie ein und warten sie. Dafür analysieren sie die Organisation von Unternehmen und Verwaltungen. Beschäftigt sind sie demnach bei Unternehmen, die solche Systeme entwickeln, in Betrieben nahezu aller Wirtschaftsbereiche und in der öffentlichen Verwaltung.
Wer Ihre Bewerbung prüft, sucht deshalb in jeder Station 2 Dinge: den Geschäftsprozess und das System. „Einkauf“ ohne „SAP MM“ liest sich wie die Station eines Betriebswirts, „ABAP“ ohne den Fachbereich wie die eines Entwicklers.
Geschrieben wird der Lebenslauf als Tabelle, und in jedem Abschnitt steht der jüngste Eintrag oben. Auf die Berufserfahrung folgt die Ausbildung, ganz unten stehen Ort, Datum und Unterschrift.
- Persönliche Daten: Name, Anschrift, Telefon, E-Mail, Geburtsdatum
- Kurzprofil mit fachlichem und technischem Schwerpunkt
- Berufserfahrung, beginnend mit der aktuellen Stelle
- Ausbildung mit Abschluss, Hochschule und Note
- Weiterbildung mit Zertifikaten, Aussteller und Jahr
- Kenntnisse, EDV-Kenntnisse und Sprachkenntnisse
- Ort, Datum, Unterschrift
Geburtsdatum und Geburtsort führt die Bundesagentur für Arbeit bei den persönlichen Daten auf. Eine Vorschrift dazu gibt es nicht, und ein Lebenslauf ohne diese beiden Angaben ist ebenso korrekt. Familienstand, Konfession und Kinder haben darin nichts verloren.
Kurzprofil für Wirtschaftsinformatiker: Formel und Beispiel
Zum Pflichtteil des deutschen Lebenslaufs zählt das Kurzprofil nicht. Für Wirtschaftsinformatiker lohnen sich die 3 bis 4 Zeilen trotzdem, weil der Abschluss von der Prozessberatung bis zur Softwareentwicklung alles offenlässt. Nennen Sie je einen fachlichen und einen technischen Schwerpunkt.
Formel für das Kurzprofil
Berufsbezeichnung mit Abschluss, seit Jahr in Aufgabengebiet bei Art des Unternehmens. Wichtigste Aufgabe mit System und Zahl. Fachlicher Schwerpunkt: Geschäftsprozess. Technischer Schwerpunkt: Modul, Sprache oder Werkzeug.
Beispiel
Wirtschaftsinformatiker (M.Sc.), seit 2021 im Bereich Business Intelligence bei einem Maschinenbauer mit 4 Werken. Aufbau und Betrieb eines Data Warehouse mit Berichten für 60 Führungskräfte aus Controlling und Vertrieb. Fachlicher Schwerpunkt: Kostenrechnung und Vertriebscontrolling. Technischer Schwerpunkt: Datenmodellierung, SQL und Power BI.
Schreiben Sie ohne „Ich“ und ohne Eigenschaftswörter. Dass Sie „IT-affin“ sind und „betriebswirtschaftlich denken“, wird bei diesem Abschluss ohnehin vorausgesetzt. Welche Systeme und welche Prozesse Sie kennen, steht dagegen nur in Ihrem Lebenslauf.
Falsch
IT-affiner Wirtschaftsinformatiker mit betriebswirtschaftlichem Verständnis, analytischer Denkweise und ausgeprägtem Teamgeist.
Richtig
Wirtschaftsinformatiker (B.Sc.) mit 4 Jahren Erfahrung in der Betreuung von DATEV und einem Dokumentenmanagementsystem für eine Steuerberatungsgesellschaft mit 70 Beschäftigten.
Zu Systemen, Branche und Unternehmensgröße kann ein Gesprächspartner Fragen stellen, zu Teamgeist nicht.
Den Abschluss dürfen Sie in Klammern hinter die Berufsbezeichnung setzen, weil er bei Wirtschaftsinformatikern vom Bachelor bis zur IHK-Prüfung reicht. So lautet das Kurzprofil einer Wirtschaftsinformatikerin aus Osnabrück, die das ERP-System eines Großhändlers betreut:
Kurzprofil
Wirtschaftsinformatikerin (B.Sc.) mit 8 Jahren Berufserfahrung in der Einführung und Betreuung von SAP im Handel. Seit 2021 Anwendungsbetreuerin für die Einkaufs- und Vertriebsprozesse eines Großhändlers, davor 2,5 Jahre SAP-Beraterin in Einführungsprojekten. Fachlicher Schwerpunkt: Beschaffung und Rechnungsprüfung. Technischer Schwerpunkt: Customizing in SAP S/4HANA und Fachkonzepte für Erweiterungen.
Berufserfahrung als Wirtschaftsinformatiker: Stichpunkte mit System und Zahl
Bezeichnung, Zeitraum, Arbeitgeber und Ort bilden den Kopf jeder Station. Was Sie dort getan haben, fassen Sie in kurzen Stichpunkten zusammen; als Richtwert nennt die Bundesagentur für Arbeit 3 bis 5 je Station. Geschrieben werden sie als Substantivgruppen, in denen weder „ich“ noch ein gebeugtes Verb vorkommt: „Betreuung der“, „Einführung von“, „Schulung von“.
Am stärksten ist in diesem Beruf ein Stichpunkt, der 3 Angaben verbindet: System, Fachbereich und Größenordnung. Nicht jede Aufgabe liefert alle 3. Die Größenordnung aber ist eine Zahl, und eine Zahl gehört in jeden Stichpunkt. Schwer zu finden ist sie nicht, denn Anwender, Belege und Stammsätze zählt das System selbst.
Falsch
Verantwortlich für die Betreuung und Weiterentwicklung des ERP-Systems.
Richtig
Betreuung der Finanzbuchhaltung in Microsoft Dynamics 365 Business Central für 85 Anwenderinnen und Anwender in 2 Gesellschaften, Einrichtung des Empfangs elektronischer Rechnungen von rund 600 Lieferanten.
System, Fachbereich und 3 Zahlen zeigen, wie groß „das ERP-System“ ist und was sich daran geändert hat.
Die passende Zahl ergibt sich aus der Aufgabe: Im Betrieb eines Systems sind es Anwender und Anfragen, bei der Einführung Standorte und Datenmengen, bei der Konzeption Schnittstellen und Kosten.
| Aufgabe | So kann der Stichpunkt lauten |
|---|---|
| Einführung | Rollout des Lagerverwaltungssystems an 5 Standorten mit insgesamt 310 Anwenderinnen und Anwendern. |
| Datenmigration | Bereinigung und Übernahme von 46.000 Debitoren- und Kreditorenstammsätzen in das neue ERP-System. |
| Schnittstellen | Konzeption von 7 Schnittstellen zwischen Onlineshop, Warenwirtschaft und Finanzbuchhaltung für täglich rund 2.400 Aufträge. |
| Betrieb | Bearbeitung von monatlich rund 90 Anfragen im Second-Level-Support für das ERP-System, Lösungsquote am selben Arbeitstag 85 %. |
| Schulung | Schulung von 120 Beschäftigten aus Einkauf und Disposition in 14 Terminen vor dem Produktivstart. |
| Wirtschaftlichkeit | Kosten-Nutzen-Analyse zu 3 Dokumentenmanagementsystemen als Grundlage einer Investitionsentscheidung über 180.000 EUR. |
Den größten Raum nimmt Ihre aktuelle Station ein. Die Osnabrücker Wirtschaftsinformatikerin beschreibt ihre so:
Berufserfahrung
- Customizing und laufender Betrieb der Module MM und SD in SAP S/4HANA für 240 Anwenderinnen und Anwender an 3 Standorten.
- Ausarbeitung der Fachkonzepte für 14 ABAP-Erweiterungen im Einkauf, Abnahmetests mit 9 Key-Usern aus Disposition und Vertrieb.
- 2024 Einführung der automatischen Rechnungsprüfung in SAP, Anstieg des Anteils der ohne Nacharbeit gebuchten Eingangsrechnungen von 35 auf 78 %.
Kenntnisse und EDV-Kenntnisse: ERP-Systeme, Programmiersprachen und Methoden
Im Studium der Wirtschaftsinformatik gehören laut BERUFENET Fächer wie Geschäftsprozessmodellierung, Datenbanksysteme, Business Intelligence, Programmierung und Software Engineering zu den Pflichtmodulen. Im Lebenslauf verteilen sich diese Themen auf 2 Abschnitte: Methoden und Fachgebiete stehen unter „Kenntnisse“, Programme und Programmiersprachen unter „EDV-Kenntnisse“.
„SAP“ allein reicht nicht. Zu einem ERP-System gehören das Modul und Ihre Rolle: Anwender, Key-User, Customizer oder Entwickler. Beides steht im Stichpunkt der Station oder unter „EDV-Kenntnisse“. Auch eine Programmiersprache wird erst durch ihren Einsatzzweck aussagekräftig.
| Kenntnis | Art | So belegen Sie sie |
|---|---|---|
| Geschäftsprozessmodellierung | fachlich | Fachbereich und Zahl der modellierten Abläufe im Stichpunkt, die Notation dahinter, etwa BPMN |
| ERP-Customizing | fachlich | System, Modul und Zahl der Anwender in der Station |
| Datenbanken und SQL | fachlich | Datenquelle und Zweck der Abfragen, zum Beispiel Berichte für das Controlling |
| Kosten-Nutzen-Analyse | fachlich | Gegenstand der Bewertung und Höhe der Investition |
| Anwenderschulung | persönlich | Zahl der Geschulten und der Termine |
| SAP S/4HANA, ABAP, Python, Power BI | EDV | Unter „EDV-Kenntnisse“, das ERP-System mit Modul in Klammern |
Zertifikate von Herstellern und Fachorganisationen stehen unter „Weiterbildung“, das jüngste zuerst, mit dem Namen laut Zertifikat, dem Aussteller und dem Jahr. Ist ein Zertifikat befristet, gehört das Jahr der letzten Verlängerung dazu.
Sprachen nennen Sie mit Einstufung und Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER). Wer „verhandlungssicher“ schreibt, sollte das an einer Station zeigen können, zum Beispiel durch ein Projektteam mit Kolleginnen und Kollegen im Ausland oder durch Fachkonzepte auf Englisch.
Kenntnisse
Prozessanalyse im Einkauf · Fachkonzepte · ERP-Customizing · Abnahmetests · Rechnungsprüfung
EDV-Kenntnisse: SAP S/4HANA (MM, SD) · ABAP · SAP Fiori · SQL
Sprachkenntnisse:
Deutsch: Muttersprache
Englisch: gute Kenntnisse (B2)
Wirtschaftsinformatiker mit Studium, Fachschule oder IHK-Prüfung: 4 Abschlüsse und ihre Schreibweise
Hinter der Bezeichnung Wirtschaftsinformatiker stehen 4 verschiedene Abschlüsse. Der übliche Weg ist das Studium: Wer in dem Beruf arbeiten möchte, braucht laut BERUFENET in der Regel ein abgeschlossenes grundständiges Studium im Bereich Wirtschaftsinformatik. Führungspositionen und spezialisierte Aufgaben erfordern demnach meist ein Masterstudium.
Daneben gibt es 2 Wege ohne Hochschule. Der eine führt über die Fachschule und ist Sache der Länder, der andere über eine Fortbildungsprüfung vor der IHK. Im Lebenslauf steht jeder Abschluss so, wie ihn Urkunde oder Zeugnis nennen.
| Abschluss | Wer ihn vergibt | So steht er im Lebenslauf |
|---|---|---|
| Bachelor oder Master | Hochschule; der Bachelor heißt je nach Studiengang B.A., B.Eng. oder B.Sc. | Wirtschaftsinformatik, Bachelor of Science, mit Hochschule, Zeitraum und Note |
| Diplom | Universität oder Fachhochschule, überwiegend aus der Zeit vor Bachelor und Master | Diplom-Wirtschaftsinformatiker, von einer Fachhochschule immer mit dem Zusatz „(FH)“ |
| Staatlich geprüfter Wirtschaftsinformatiker | Fachschule; laut BERUFENET nur in einzelnen Ländern geregelt, unter diesem Namen in Bayern und Thüringen | Im Wortlaut des Zeugnisses, mit Schule und Jahr |
| Geprüfter Wirtschaftsinformatiker (IHK) | IHK; Fortbildungsprüfung nach der Verordnung von 1983, ab 2002 nach der IT-Fortbildungsverordnung | Geprüfter Wirtschaftsinformatiker (IHK), mit Prüfungsjahr |
Die Fachschule dauert laut BERUFENET in Vollzeit 2 Jahre. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel heißt der Abschluss dieser Quelle zufolge „Staatlich geprüfter Betriebswirt – Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik“. Den Zusatz „Bachelor Professional in Wirtschaft“ schreiben Sie nur dazu, wenn Ihr Zeugnis ihn ausweist.
Die IT-Fortbildungsverordnung von 2002 ist am 1. November 2024 außer Kraft getreten. Bereits begonnene Prüfungsverfahren werden nach § 34 der Bachelor-Professional-IT-Fortbildungsprüfungsverordnung bis zum 1. November 2027 zu Ende geführt. Ein erworbener Abschluss bleibt mit seiner Bezeichnung im Lebenslauf stehen.
Studium und duales Studium unter „Ausbildung“: Note, Abschlussarbeit und Praxispartner
Unter „Ausbildung“ steht der jüngste Abschluss oben: Studiengang, Grad, Hochschule und Zeitraum. Bis rund 10 Jahre nach dem Abschluss gehört die Note dazu, geschrieben mit Komma, etwa „Note: 2,1“. Zeigen Sie die Note beim Master, gehört sie auch zum Bachelor aus diesem Zeitraum. Der letzte Eintrag des Abschnitts ist der Schulabschluss.
Das Thema der Abschlussarbeit bekommt eine halbe Zeile, wenn es zur Stelle passt oder die Arbeit in einem Unternehmen entstanden ist.
Wirtschaftsinformatik gibt es auch als duales Studium. BERUFENET unterscheidet 2 Modelle: praxisintegrierende Studiengänge mit Praxisphasen im Unternehmen und ausbildungsintegrierende, in denen Sie zusätzlich den Abschluss in einem Ausbildungsberuf erwerben, zum Beispiel Fachinformatiker der Fachrichtung Anwendungsentwicklung.
Im praxisintegrierenden Modell bleibt es bei einem Eintrag, und das Unternehmen der Praxisphasen steht in der Zeile unter der Hochschule. Im ausbildungsintegrierenden Modell haben Sie 2 Abschlüsse erworben und schreiben 2 Einträge: den Bachelor mit Dezimalnote und die Ausbildung mit dem Ergebnis der IHK-Abschlussprüfung. Das IHK-Zeugnis weist Punkte und eine Note in Worten aus, etwa „Note: gut (87 Punkte)“. Die Berufsbezeichnung übernehmen Sie aus dem Prüfungszeugnis.
Ausbildung
Note: 1,9. Praxisphasen bei der Messkette Systemhaus GmbH, Stuttgart, Bachelorarbeit dort zur Stammdatenqualität vor einer ERP-Migration.
Lebenslauf als Wirtschaftsinformatiker ohne Berufserfahrung: Berufseinstieg und Quereinstieg
Nach dem Studium ersetzen Praxissemester, Werkstudententätigkeit und Abschlussarbeit die fehlenden Berufsjahre. Praktika und Praxissemester sind je nach Hochschule Teil des Studiums. Im Lebenslauf stehen sie unter „Berufserfahrung“ mit denselben Angaben wie eine feste Stelle: Bezeichnung, Zeitraum, Unternehmen, Ort und Stichpunkte mit Zahl.
Falsch
Mitarbeit im IT-Projektteam als Werkstudent.
Richtig
Pflege von 3.200 Materialstammsätzen in SAP MM und Test von 45 Transaktionen vor dem Releasewechsel als Werkstudent im ERP-Team.
Modul und 2 Zahlen zeigen, was der Werkstudent selbstständig erledigt hat.
Mit weniger als 2 Jahren Berufserfahrung können Sie in Ihrem eigenen Lebenslauf die Ausbildung vor die Berufserfahrung stellen, weil der Abschluss dann mehr über Sie aussagt als die ersten Berufsmonate.
Die Tätigkeit ist laut BERUFENET nicht reglementiert. Ein Quereinstieg ist deshalb möglich, und er beginnt oft im Fachbereich. Sind Sie als Industriekauffrau, Betriebswirt oder Controllerin über die Rolle als Key-User in die Anwendungsbetreuung gewechselt, gehört die Systemarbeit an den Anfang der Stichpunkte: Testfälle, Schulungen, Berechtigungen, Auswertungen.
Häufige Fragen zum Lebenslauf als Wirtschaftsinformatiker
Wie viele Seiten darf der Lebenslauf eines Wirtschaftsinformatikers haben?
Bei 2 DIN-A4-Seiten ist Schluss: Diese Grenze setzt die Bundesagentur für Arbeit. Nach mehreren Stationen oder Einführungsprojekten füllen Sie beide, ohne dass Ihnen das jemand ankreidet; am Berufsanfang reicht eine. Die Beispiele dieser Website umfassen 1 Seite, weil das Format so angelegt ist, und sind kein Maßstab für die Länge Ihres Lebenslaufs.
Brauche ich als Wirtschaftsinformatiker ein Foto im Lebenslauf?
Nein. Ob Ihr Lebenslauf ein Foto zeigt, entscheiden Sie selbst, und verlangen darf es kein Arbeitgeber. Bei der Bundesagentur für Arbeit stehen dazu 2 Auskünfte nebeneinander: Auf der Lebenslauf-Seite der Agentur ist das Foto „kein Muss mehr“, im Bewerbungstraining steht der Lebenslauf ohne Deckblatt dagegen weiterhin „mit Foto“ in der Liste der Unterlagen. Bei Banken, Versicherern, im Mittelstand und in Behörden ist ein professionelles Bewerbungsfoto verbreitet, in Softwareunternehmen und Start-ups seltener.
Welche Berufsbezeichnung gebe ich ohne Studium der Wirtschaftsinformatik an?
In der Station die aus Ihrem Arbeitsvertrag, zum Beispiel „ERP-Anwendungsbetreuer“, und unter „Ausbildung“ den Abschluss, den Sie erworben haben. Einen Hochschulgrad oder den Zusatz „Staatlich geprüft“ führt aber nur, wer die Urkunde dazu besitzt.
Welche Programmiersprachen und Systeme gehören in den Lebenslauf?
Diejenigen, mit denen Sie in den letzten Jahren gearbeitet haben und die in der Stellenanzeige vorkommen. Am meisten überzeugt eine Sprache, wenn eine Station ihren Einsatzzweck nennt, etwa „Auswertungen in SQL für das Vertriebscontrolling“. Kenntnisse aus einer einzelnen Vorlesung lassen Sie weg oder kennzeichnen sie als Grundkenntnisse.
Sollte ich Ansprechpartner aus Projekten als Referenz angeben?
Nein. Referenzen als eigener Abschnitt sind im deutschen Lebenslauf nicht vorgesehen. Nach § 109 der Gewerbeordnung steht Arbeitnehmern am Ende jedes Arbeitsverhältnisses ein schriftliches Zeugnis zu, und es übernimmt die Aufgabe einer Referenz. Der Bewerbung fügen Sie die 2 bis 4 jüngsten Arbeitszeugnisse als Kopie bei, das neueste zuerst.
Wie gebe ich die Zeit zwischen Studium und erster Stelle an?
Tragen Sie die Monate wie eine Station ein, mit einer Angabe wie „Bewerbungsphase und SQL-Kurs“ oder „Auslandsaufenthalt in Kanada“. Laut Bundesagentur für Arbeit gehört eine Unterbrechung in den Lebenslauf, sobald sie 2 Monate überschreitet, samt der Angabe, was Sie in der Zeit gemacht haben.
Gehört unter den Lebenslauf eines Wirtschaftsinformatikers eine Unterschrift?
Empfehlenswert ist sie, vorgeschrieben nicht: Die Bundesagentur für Arbeit schreibt, es sei „nicht unbedingt notwendig“, den Lebenslauf zu unterschreiben, es könne aber „ein Vorteil sein“. In Banken, Versicherungen und Behörden ist sie weiterhin üblich. Unter den letzten Abschnitt setzen Sie Ort und Datum, zum Beispiel „Osnabrück, 12.10.2026“, und darunter Ihren Namenszug.
Fazit
Ein Lebenslauf als Wirtschaftsinformatiker ist gelungen, wenn jede Station den Geschäftsprozess und das System nennt und eine Zahl die Größenordnung zeigt. Der Abschluss steht im Wortlaut der Urkunde unter „Ausbildung“. Für Ihre Beweggründe ist das Anschreiben da.


