Lebenslauf als Hebamme: 3 Beispiele und Anleitung (2026)

Wer eine Hebamme einstellt, sucht im Lebenslauf 3 Angaben: die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung, die Größe des Kreißsaals und die Geburten, die Sie selbst geleitet haben. Hier sehen Sie Abschnitt für Abschnitt, wie das für Klinik, Geburtshaus und freiberufliche Tätigkeit formuliert wird, nach der Hebammenschule ebenso wie nach dem Hebammenstudium.

Aktualisiert am 12 Min. Lesezeit

Lebenslauf-Beispiel: Hebamme in Klinik und Freiberuflichkeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Unter „Ausbildung“ steht Ihr Weg so, wie er war: die Hebammenschule mit staatlicher Prüfung oder das duale Hebammenstudium mit dem akademischen Grad Ihrer Hochschule, in beiden Fällen ergänzt um die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung mit Monat und Jahr.
  • Seit 2020 lautet die Berufsbezeichnung für alle Berufsangehörigen „Hebamme“; „Entbindungspfleger“ schreibt nur, wer seine Erlaubnis nach altem Recht unter dieser Bezeichnung erhalten hat.
  • Jeder Klinik-Eintrag nennt die Geburten pro Jahr, und jeder Stichpunkt enthält eine eigene Zahl: Gebärende je Dienst, selbst geleitete Geburten, betreute Wöchnerinnen.
  • Freiberufliche Arbeit ist ein Eintrag unter „Berufserfahrung“ wie eine Anstellung, mit Zeitraum, Ort, Leistungen und Fallzahlen, aber ohne Namen von Familien.
  • Die berufspädagogische Zusatzqualifikation zur Praxisanleitung (mindestens 300 Stunden) steht unter „Weiterbildung“, ebenso ein Notfalltraining mit dem Jahr der letzten Teilnahme.
  • Die Bundesagentur für Arbeit zieht die Grenze bei 2 DIN-A4-Seiten; Referenzen entfallen, weil Erlaubnisurkunde und Arbeitszeugnisse als Anlagen beiliegen.

Aufbau: Welche Abschnitte der Lebenslauf einer Hebamme braucht

Ein Hebammen-Lebenslauf ist eine Tabelle mit den Zeiträumen links und dem Inhalt rechts, und in jedem Abschnitt steht der jüngste Eintrag oben. Die Bundesagentur für Arbeit nennt als Obergrenze 2 DIN-A4-Seiten. Wer seit 10 Jahren zwischen Klinik und Freiberuflichkeit wechselt, füllt sie ohne Mühe.

Für Kreißsaal, Geburtshaus und Hebammenpraxis hat sich diese Abfolge bewährt:

  1. Persönliche Daten mit Anschrift, Telefon, E-Mail und Geburtsdatum
  2. Kurzprofil, falls Sie eines voranstellen
  3. Berufserfahrung, angestellt und freiberuflich
  4. Ausbildung mit der Erlaubnis
  5. Weiterbildung
  6. Kenntnisse, EDV-Kenntnisse und Sprachkenntnisse
  7. Führerschein, Ehrenamt und Interessen
  8. Ort, Datum und Unterschrift

Die Bundesagentur für Arbeit führt das Geburtsdatum unter den persönlichen Daten auf. Vorgeschrieben ist es nicht, und ohne diese Angabe ist Ihr Lebenslauf genauso vollständig. Familienstand, Konfession und Angaben zu eigenen Kindern lassen Sie weg, auch wenn gerade dieser Beruf dazu einlädt.

Kurzprofil für Hebammen: Einsatzbereich, Geburtenzahl, Schwerpunkt

Das Kurzprofil ist ein freiwilliger Abschnitt, und ein deutscher Lebenslauf kommt ohne aus. Sinnvoll ist es, wenn Ihr Weg mehrere Einsatzbereiche verbindet und eine leitende Hebamme in 3 bis 4 Zeilen erfahren soll, wo Ihr Schwerpunkt liegt.

Formel für das Kurzprofil

Berufsbezeichnung mit Zahl Berufsjahren in Einsatzbereich Art der Einrichtung mit Geburtenzahl. Schwerpunkt Fachgebiet, Zusatzqualifikation mit Jahr. Nächstes Ziel: Art der Stelle im Raum Ort.

Beispiel

Hebamme mit 9 Berufsjahren im Kreißsaal und auf der Wochenbettstation eines Perinatalzentrums Level 1 mit rund 2.600 Geburten jährlich. Schwerpunkt Betreuung von Risikoschwangeren, Praxisanleiterin für Hebammenstudierende seit 2023. Nächstes Ziel: stellvertretende Kreißsaalleitung im Raum Kassel.

Einfühlsam und belastbar nennt sich fast jede Bewerberin, und nachprüfen lässt sich beides nicht. Was eine Klinik prüfen kann, sind Berufsjahre, Einsatzorte und Fallzahlen.

Falsch

Einfühlsame und belastbare Hebamme mit Herz, langjähriger Erfahrung und großer Freude an der Arbeit mit werdenden Müttern.

Richtig

Hebamme mit 5 Berufsjahren, davon 3 außerklinisch: 140 begleitete Geburten im Geburtshaus und zu Hause, Wochenbettbetreuung für rund 60 Familien pro Jahr.

Berufsjahre, Ort der Geburten und Fallzahlen belegen, was die Adjektive nur behaupten.

In der Freiberuflichkeit ersetzen Hausbesuche und Kurse die Geburtenzahl der Klinik. Eine Hebamme aus Oldenburg fasst ihr Profil so zusammen:

So sieht es im Lebenslauf aus

Kurzprofil

Hebamme, seit 2019 freiberuflich in einer Oldenburger Praxisgemeinschaft tätig: Schwangerenvorsorge, Kurse und Wochenbettbetreuung mit wöchentlich rund 15 Hausbesuchen. Zuvor 4 Jahre im Kreißsaal einer Klinik mit rund 1.200 Geburten jährlich. Fortbildungen in Stillberatung und Notfallmanagement, Führerschein Klasse B.

Berufserfahrung als Hebamme: Kreißsaal und Wochenbett mit Zahlen beschreiben

Zu jeder Anstellung als Hebamme gehören Ihre Bezeichnung, der Arbeitgeber mit Ort und der Zeitraum mit Monat und Jahr; darunter folgen 3 bis 5 Stichpunkte. Formuliert werden sie im Substantivstil, als Wortgruppe um ein Substantiv wie Betreuung, Leitung oder Versorgung, ohne ich und ohne gebeugtes Verb. In jeden dieser Stichpunkte gehört eine Zahl mit Bezugsgröße.

Falsch

Verantwortlich für die Betreuung von Schwangeren und die Begleitung von Geburten.

Richtig

2025 Leitung von 95 Geburten im hebammengeleiteten Kreißsaal, von der Aufnahme über die CTG-Überwachung bis zur Nahtversorgung.

Jahr, Zahl und Umfang zeigen, was Sie ohne ärztliche Leitung selbst verantworten.

Eine angestellte Hebamme aus Osnabrück beschreibt ihre Arbeit im Kreißsaal so:

So sieht es im Lebenslauf aus

Berufserfahrung

Hebamme10/2019 – heute
Frauenklinik Haselried, Osnabrück
  • Betreuung von 3 bis 4 Gebärenden je Dienst in einem Kreißsaal mit rund 1.900 Entbindungen jährlich, im Früh-, Spät- und Nachtdienst.
  • Leitung von rund 110 Geburten pro Jahr, dazu Assistenz bei Kaiserschnitten und Erstversorgung der Neugeborenen.
  • Seit 2024 Praxisanleitung für 6 Hebammenstudierende während ihrer Kreißsaaleinsätze.

Zählen lässt sich in diesem Beruf fast alles. Das Geburtenbuch, der Dienstplan und Ihre Abrechnung liefern die Werte:

Zahlen, mit denen die Arbeit einer Hebamme greifbar wird
BereichSo kann es im Lebenslauf stehen
KreißsaalBetreuung von 2 bis 3 Gebärenden je Nachtdienst in einem Kreißsaal mit 5 Entbindungsräumen.
GeburtsleitungLeitung von 320 Geburten in 3 Jahren, darunter 40 Wassergeburten.
WochenbettstationVersorgung von 12 Wöchnerinnen und ihren Neugeborenen je Frühdienst auf einer Station mit 24 Betten.
HausbesucheMonatlich rund 100 Wochenbettbesuche im Umkreis von 30 km.
KurseJährlich 10 Rückbildungskurse mit je 9 Teilnehmerinnen.
AnleitungEinarbeitung von 4 neuen Kolleginnen und Praxisanleitung für 5 Studierende pro Semester.

Freiberufliche Tätigkeit als Hebamme im Lebenslauf angeben

Freiberufliche Jahre sind Berufserfahrung und stehen im selben Abschnitt wie jede Anstellung. Als Bezeichnung schreiben Sie „Freiberufliche Hebamme“. In die Zeile des Arbeitgebers kommt Ihre Praxis oder Praxisgemeinschaft mit Ort, ersatzweise „Selbstständige Tätigkeit“ mit dem Ort.

Die Stichpunkte nennen Ihr Leistungsspektrum: Schwangerenvorsorge, Kurse, Wochenbettbetreuung und, falls Sie Geburten begleiten, den Ort dieser Geburten, etwa Geburtshaus, Hausgeburt oder Belegkreißsaal. Abgerechnet wird mit den gesetzlichen Krankenkassen nach dem Vertrag über die Versorgung mit Hebammenhilfe, den § 134a des Fünften Buches Sozialgesetzbuch vorsieht. Ihre Fallzahlen haben Sie deshalb aus der Abrechnung zur Hand.

So sieht es im Lebenslauf aus

Berufserfahrung

Freiberufliche Hebamme03/2019 – heute
Hebammenpraxis Lichtmoos, Oldenburg
  • Hausbesuche im Wochenbett bei jährlich rund 70 Familien, im Durchschnitt 9 Termine je Familie.
  • Schwangerenvorsorge für monatlich rund 20 Frauen in einer Praxisgemeinschaft mit 3 Hebammen.
  • Leitung von 6 Geburtsvorbereitungskursen pro Jahr mit jeweils bis zu 8 Paaren.

Läuft die Freiberuflichkeit neben einer Teilzeitanstellung im Kreißsaal, bekommt jede Tätigkeit einen eigenen Eintrag mit eigenem Zeitraum. Die Wochenstunden der Anstellung stehen dann in Klammern hinter der Bezeichnung.

Ausbildung im Lebenslauf: Hebammenschule, Hebammenstudium und Erlaubnis

In den Beruf führen derzeit 2 Wege, und Ihr Lebenslauf nennt den, den Sie gegangen sind. Nach dem Hebammengesetz von 1985 dauerte die Ausbildung an einer staatlich anerkannten Hebammenschule 3 Jahre und endete mit der staatlichen Prüfung. Das Hebammengesetz von 2020 sieht ein duales Studium von 6 bis 8 Semestern vor, das mit dem akademischen Grad der Hochschule abschließt und die staatliche Prüfung einschließt.

Welcher Weg wie im Lebenslauf steht
Ihr WegSo steht es unter „Ausbildung“
Duales Hebammenstudium nach dem Hebammengesetz von 2020Name des Studiengangs und akademischer Grad Ihrer Hochschule, dazu staatliche Prüfung und Erlaubnis.
Hebammenschule, Beginn bis Ende 2022Ausbildung zur Hebamme mit Schule und Ort, Abschluss: staatliche Prüfung. Der Abschluss nach altem Recht ist bis Ende 2027 möglich.
Modellstudiengang, Beginn bis Ende 2022Name des Studiengangs mit Grad, dazu die staatliche Prüfung nach altem Recht.
Erlaubnis als EntbindungspflegerDie Bezeichnung aus der Urkunde, „Entbindungspfleger“, oder nach einer neuen Erlaubnis auf Antrag „Hebamme“.

Die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung wird auf Antrag erteilt. Geben Sie Monat und Jahr im Ausbildungseintrag an; die Urkunde liegt in Kopie bei den Anlagen. Für eine Klinik ist das die wichtigste Zeile des Abschnitts, weil nach dem Hebammengesetz außer Ärztinnen und Ärzten nur Personen mit dieser Erlaubnis Geburtshilfe leisten dürfen.

Ein Studium bringt 2 Ergebnisse mit: die Abschlussnote der Hochschule als Kommanote und das Ergebnis der staatlichen Prüfung, das im Zeugnis gesondert ausgewiesen wird. Die Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen benotet in Worten mit Ziffer, von „sehr gut (1)“ bis „mangelhaft (5)“. Übernehmen Sie beide Angaben so, wie Ihr Zeugnis sie nennt.

Falsch

Hebammenausbildung mit Bachelor, Examen 2025, Note 1,7.

Richtig

Duales Studium Hebammenwissenschaft (B.Sc.), Abschlussnote: 1,7. Staatliche Prüfung: gut (2). Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung „Hebamme“ seit 10/2025.

Studiengang, beide Ergebnisse und die Erlaubnis sind getrennt genannt, so wie Zeugnis und Urkunde sie ausweisen.

Eine Absolventin der Universität zu Lübeck trägt ihr Studium so ein:

So sieht es im Lebenslauf aus

Ausbildung

Duales Studium Hebammenwissenschaft (B.Sc.)10/2022 – 09/2026
Universität zu Lübeck

Abschlussnote: 1,9. Staatliche Prüfung: gut (2). Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung „Hebamme“ seit 10/2026. Praxiseinsätze: 46 selbst geleitete Geburten, 12 Wochen im Geburtshaus.

Weiterbildung für Hebammen: Praxisanleitung, Notfalltraining, Fortbildungspflicht

Unter „Weiterbildung“ stehen Lehrgänge mit Träger oder Stundenumfang und Jahr, der jüngste oben. Die Bezeichnung übernehmen Sie vom Zertifikat.

Seit Hebammen studieren, brauchen Kliniken Praxisanleiterinnen. Die Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen verlangt dafür grundsätzlich mindestens 2 Jahre Berufserfahrung im jeweiligen Einsatzbereich, eine berufspädagogische Zusatzqualifikation von mindestens 300 Stunden und jährlich mindestens 24 Stunden berufspädagogische Fortbildung. Den Lehrgang tragen Sie in diesem Abschnitt ein, die Anleitung selbst als Stichpunkt bei Ihrem Arbeitgeber.

So sieht es im Lebenslauf aus

Weiterbildung

  • Simulationstraining geburtshilfliche Notfälle, interne Schulung, 8 Stunden, 2026
  • Berufspädagogische Zusatzqualifikation zur Praxisanleiterin, 300 Stunden, 2024
  • Fortbildung zur CTG-Beurteilung, interne Schulung, 6 Stunden, 2023

Die Pflicht zur Fortbildung regeln die Berufsordnungen der Länder. In Bayern etwa schreibt die Hebammenberufsordnung mindestens 40 Fortbildungsstunden in 3 Jahren vor. Im Lebenslauf brauchen Sie diese Stunden nicht einzeln aufzuführen: Wählen Sie die 3 bis 5 Fortbildungen aus, die zur ausgeschriebenen Stelle passen, und nennen Sie ein Notfalltraining mit dem Jahr der letzten Teilnahme.

Kenntnisse, EDV-Kenntnisse und Sprachkenntnisse einer Hebamme

Unter „Kenntnisse“ führen Sie auf, was die Anzeige verlangt und was ein Eintrag weiter oben belegt. Laut BERUFENET, der Berufsdatenbank der Bundesagentur für Arbeit, arbeiten Hebammen vor allem in Kreißsälen, auf Wochenbettstationen, in Praxisräumen und in Privatwohnungen, in der Regel in wechselnden Diensten, auch nachts und am Wochenende. Welche Kenntnisse vorn stehen, hängt davon ab, an welchem dieser Orte die neue Stelle liegt.

Fachliche Kenntnisse und persönliche Stärken mit Beleg
Kenntnis oder StärkeBeleg im Lebenslauf
Geburtsleitung und CTG-BeurteilungDie Zahl der selbst geleiteten Geburten im Klinik-Eintrag, dazu eine CTG-Fortbildung mit Jahr.
NahtversorgungEin Stichpunkt zur Versorgung von Dammrissen oder ein Nahtkurs unter „Weiterbildung“.
StillberatungDie Fortbildung mit Träger und Stundenumfang sowie die Zahl der betreuten Wöchnerinnen.
NotfallmanagementDas letzte Simulationstraining oder der Kurs zur Reanimation von Neugeborenen mit Jahr.
Kursleitung und BeratungArt und Zahl der Kurse pro Jahr mit der üblichen Gruppengröße.
BelastbarkeitNachtdienste, Rufbereitschaft und die Zahl der Dienste pro Monat anstelle des Adjektivs.
EDV-KenntnisseDie Programme mit Namen: das Klinikinformationssystem, etwa ORBIS, die digitale Geburtendokumentation und in der Freiberuflichkeit die Abrechnungssoftware.

Sprachkenntnisse haben in der Geburtshilfe praktischen Wert, weil Aufklärung und Anleitung im Kreißsaal sofort verstanden werden müssen. Geben Sie jede Sprache mit Niveau an, etwa „Türkisch: fließend (C1)“, und nur dann, wenn Sie in ihr ein Aufnahmegespräch führen könnten. Der Führerschein Klasse B gehört in den Lebenslauf, sobald Hausbesuche zu den Aufgaben zählen.

Berufseinstieg: Lebenslauf nach dem Hebammenstudium ohne Berufserfahrung

Nach dem Studium haben Sie mehr Praxis vorzuweisen, als das Wort „Berufseinstieg“ vermuten lässt. Das Hebammengesetz schreibt mindestens 2.200 Stunden berufspraktisches Studium vor. Die Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen verteilt die Praxiseinsätze so: 1.280 Stunden Schwangerschaft und Geburt im Krankenhaus, 280 Stunden Wochenbett und Stillzeit, je 80 Stunden Neonatologie und Gynäkologie sowie 480 Stunden bei freiberuflichen Hebammen oder in ambulanten hebammengeleiteten Einrichtungen; bis zu 160 dieser Stunden können auf weitere geeignete ambulante Einrichtungen entfallen.

Die Mindestzahlen derselben Verordnung, etwa 40 selbst durchgeführte Geburten und 100 vorgeburtliche Untersuchungen, gelten für alle Studierenden und unterscheiden Sie deshalb von niemandem. Aussagekräftig sind Ihre tatsächlichen Zahlen aus dem Nachweis der Praxiseinsätze und die Einrichtungen, in denen Sie sie gesammelt haben. In den Lebenslauf gehören deshalb:

  • die verantwortliche Praxiseinrichtung, mit der Sie den Vertrag zur akademischen Hebammenausbildung geschlossen haben, als Eintrag unter „Berufserfahrung“ mit dem gesamten Zeitraum
  • die Zahl der selbst geleiteten Geburten und der betreuten Wöchnerinnen
  • der außerklinische Einsatz mit Art der Einrichtung und Dauer in Wochen
  • das Thema der Bachelorarbeit, wenn es zur Stelle passt
  • ein Pflegepraktikum, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder eine Pflegeausbildung aus der Zeit vor dem Studium

Einen Quereinstieg über einen Lehrgang gibt es wegen der Erlaubnispflicht nicht. Pflegefachkräfte können mit ihrer abgeschlossenen Ausbildung zum Hebammenstudium zugelassen werden. Die Pflegeausbildung bleibt dann als eigener Eintrag unter „Ausbildung“ stehen, und Berufsjahre auf einer Wochenbett- oder Kinderstation sind für jede Geburtsklinik ein Argument.

Häufige Fragen zum Lebenslauf als Hebamme

Gehört ein Foto in den Lebenslauf einer Hebamme?

Das entscheiden Sie. Fordern darf ein Arbeitgeber das Foto nicht, und eine Vorschrift dazu gibt es ebenso wenig. Auf der Lebenslauf-Seite der Bundesagentur für Arbeit gilt es als „kein Muss mehr“, während deren Bewerbungstraining die Unterlagen noch mit Foto zusammenstellt. In Kliniken ist es weiterhin verbreitet. Verwenden Sie eines, dann ein Porträt aus dem Fotostudio und kein Bild im Kasack aus dem Dienst.

Wie lang darf der Lebenslauf einer Hebamme sein?

Die Bundesagentur für Arbeit setzt 2 DIN-A4-Seiten als Obergrenze an. Mit Klinikjahren, Freiberuflichkeit und Fortbildungen brauchen erfahrene Hebammen diesen Platz, und niemand wertet das als Schwäche. Direkt nach dem Studium reicht 1 Seite.

Sollte ich die Note der staatlichen Prüfung angeben?

In den ersten rund 10 Jahren nach dem Abschluss ist das üblich. Übernehmen Sie die Note so, wie sie im Zeugnis steht, nach dem Studium die Abschlussnote der Hochschule und das Ergebnis der staatlichen Prüfung, etwa „gut (2)“. Nennen Sie dann auch die Note Ihres Schulabschlusses, damit die Angaben einheitlich bleiben.

Schreibe ich „Entbindungspfleger“ oder „Hebamme“?

Maßgeblich ist Ihre Erlaubnisurkunde. Das Hebammengesetz von 2020 kennt für alle Berufsangehörigen nur noch die Bezeichnung „Hebamme“, auch für Männer, die das Studium abschließen. Wer seine Erlaubnis nach altem Recht als „Entbindungspfleger“ erhalten hat, führt diese Bezeichnung weiter und hat auf Antrag Anspruch auf eine Erlaubnis mit der Bezeichnung „Hebamme“.

Welche Anlagen gehören zur Bewerbung als Hebamme?

Die Urkunde über die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung, das Prüfungs- oder Hochschulzeugnis und Ihre letzten 2 bis 4 Arbeitszeugnisse, alles in Kopie und das neueste Arbeitszeugnis vorn. Auf ein schriftliches Arbeitszeugnis haben Sie nach § 109 der Gewerbeordnung bei jedem Ausscheiden Anspruch, deshalb enthält ein deutscher Lebenslauf keine Liste mit Referenzpersonen. Wer lange freiberuflich gearbeitet hat und kein Arbeitszeugnis vorlegen kann, legt Zertifikate und Fortbildungsnachweise bei.

Wie gebe ich Elternzeit oder eine Pause im Lebenslauf an?

Als eigene Zeile mit Monat und Jahr, zum Beispiel „Elternzeit“ von April 2022 bis März 2023. Dauert eine Unterbrechung länger als 2 Monate, gehört sie laut Bundesagentur für Arbeit in den Lebenslauf, ergänzt um das, was Sie in dieser Zeit gemacht haben. Haben Sie in der Pause Kurse gegeben oder Fortbildungen besucht, steht das in derselben Zeile.

Gehören Teilzeit und Bereitschaftsdienste in den Lebenslauf?

Ja, beides hilft bei der Einordnung Ihrer Zahlen. Die Wochenstunden stehen in Klammern hinter der Bezeichnung, etwa „Hebamme (30 Wochenstunden)“, und Nachtdienste oder Rufbereitschaft in einem Stichpunkt mit ihrer Häufigkeit pro Monat. 80 geleitete Geburten im Jahr bedeuten in Teilzeit etwas anderes als in Vollzeit.

Fazit

Ein Lebenslauf als Hebamme stützt sich auf 3 Angaben: die Erlaubnis mit Monat und Jahr, den Weg dorthin, wie das Zeugnis ihn ausweist, und Einträge, die Geburtenzahl, Dienste und betreute Familien beziffern. Ob die Erfahrung aus dem Kreißsaal, dem Geburtshaus oder der eigenen Praxis stammt, ist zweitrangig, solange jede Zeile nachprüfbar bleibt.

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