Lebenslauf als Fotograf: 3 Beispiele und Anleitung (2026)

Ein Studio, eine Agentur oder eine Redaktion sieht sich erst Ihre Bilder an und dann den Lebenslauf. Der muss klären, was die Mappe offenlässt: in welcher Sparte Sie arbeiten, wie viele Aufträge Sie allein abwickeln und welchen Abschluss Sie haben. Hier steht, was davon in welchen Abschnitt gehört, auch nach Jahren im eigenen Studio.

Aktualisiert am 12 Min. Lesezeit

Lebenslauf-Beispiel: Fotograf, Schwerpunkt Porträtfotografie

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Berufsbezeichnung übernehmen Sie aus dem Prüfungszeugnis: Wer die Ausbildung zwischen August 2009 und Juli 2025 begonnen hat, schreibt in der Regel Fotograf mit Schwerpunkt, etwa Schwerpunkt Porträtfotografie.
  • Weil Fotograf ein Handwerksberuf ist, endet die Ausbildung mit der Gesellenprüfung; deren Note geben Sie in Worten mit Punkten an, etwa „befriedigend (78 Punkte)“.
  • Jeder Stichpunkt unter „Berufserfahrung“ ist im Substantivstil formuliert und enthält eine Zahl: 12 bis 15 Porträtsitzungen pro Woche, 50 bis 60 Artikel je Studiotag, 24 Hochzeiten in einer Saison.
  • Selbstständigkeit ist eine Station wie jede andere, mit Zeitraum, Ort, Sparte und Auftragszahlen; Kunden nennen Sie nach Branche statt mit Namen.
  • Die Bilder gehören ins Portfolio; in den Lebenslauf gehören Umfang, Technik und Ihr Anteil an den Aufträgen.
  • Der Lebenslauf darf laut Bundesagentur für Arbeit 2 DIN-A4-Seiten füllen. Einen Block mit Referenzen enthält er nicht; als Nachweis dienen die Arbeitszeugnisse in den Anlagen.

Lebenslauf als Fotograf: Aufbau und Reihenfolge der Abschnitte

Wer Fotografen einstellt, hat meist selbst fotografiert und sucht im Lebenslauf drei Angaben: Ihre Sparte, Ihre Routine und wie eigenständig Sie arbeiten. Darauf antwortet ein tabellarischer Lebenslauf, der mit der jüngsten Station beginnt und Schritt für Schritt zurückgeht.

Die Bundesagentur für Arbeit zieht die Grenze bei 2 DIN-A4-Seiten, und nach mehreren Studios, einigen Jahren Selbstständigkeit und ein paar Lehrgängen dürfen Sie beide füllen. Bewährt hat sich diese Reihenfolge:

  1. Persönliche Daten mit Anschrift, Geburtsdatum und Führerschein
  2. Kurzprofil, falls Sie eines verwenden
  3. Berufserfahrung, Selbstständigkeit eingeschlossen
  4. Ausbildung
  5. Weiterbildung
  6. Kenntnisse, EDV-Kenntnisse und Sprachkenntnisse
  7. Erfolge, etwa Wettbewerbe und Ausstellungen, soweit vorhanden
  8. Ort, Datum und Unterschrift

Die Bundesagentur für Arbeit zählt das Geburtsdatum zu den persönlichen Daten. Vorgeschrieben ist es nicht; wer es weglässt, verstößt gegen keine Regel. Familienstand und Konfession lassen Sie weg.

Laut BERUFENET, der Berufsdatenbank der Bundesagentur für Arbeit, sind Fotografen an wechselnden Arbeitsorten tätig, im Fotostudio ebenso wie bei Außenaufnahmen. Den Führerschein Klasse B nennen Sie deshalb bei den persönlichen Daten.

Kurzprofil für Fotografen: Sparte, Berufsjahre und Umfang

Ein deutscher Lebenslauf kommt ohne Kurzprofil aus. Für Fotografen lohnt es sich trotzdem, weil die Berufsbezeichnung allein offenlässt, ob Sie Hochzeiten, Bauteile oder Pressetermine fotografieren. In 3 bis 4 Zeilen nennen Sie Sparte, Berufsjahre, eine Größenordnung und Ihre Arbeitsweise.

Formel für das Kurzprofil

Berufsbezeichnung mit Schwerpunkt, seit Zahl Jahren im Beruf, davon Zahl Jahre in Sparte oder Art des Betriebs. Typischer Auftrag mit Zahl und Bezugsgröße. Aufnahme- und Bearbeitungstechnik. Nächstes Ziel: Art der Stelle im Raum Ort.

Beispiel

Fotografin, Schwerpunkt Produktfotografie, seit 9 Jahren im Beruf, davon 4 Jahre im Studio eines Versandhändlers für Wohntextilien. Je Studiotag 50 bis 60 Artikel als Freisteller, dazu 2 Kampagnenproduktionen pro Jahr mit Set und Styling. Tethered-Aufnahme in Capture One, Retusche in Photoshop. Nächstes Ziel: Studioleitung im Raum Oldenburg.

Kreativ, leidenschaftlich und mit gutem Auge schreibt beinahe jeder Bewerber über sich. Ob es stimmt, zeigt das Portfolio; ins Kurzprofil gehört, was sich dort nicht ablesen lässt.

Falsch

Kreativer Fotograf mit Leidenschaft für besondere Momente, einem guten Auge fürs Detail und langjähriger Erfahrung.

Richtig

Fotograf, Schwerpunkt Porträtfotografie, seit 7 Jahren im Beruf, wöchentlich 12 bis 15 Porträtsitzungen im Studio und jährlich rund 20 Hochzeitsreportagen.

Sparte, Jahre und Auftragszahlen kann ein Studioinhaber einordnen, die Leidenschaft nicht.

In der Pressefotografie zählen Termine und Lokalausgaben statt Sitzungen:

So sieht es im Lebenslauf aus

Kurzprofil

Fotograf, Gesellenprüfung 2008, seit 2015 Bildjournalist bei einer Regionalzeitung mit 4 Lokalausgaben. Wöchentlich rund 25 Termine aus Kommunalpolitik, Sport und Kultur, Bildlieferung an die Redaktion noch vom Termin aus. Erfahrung in der IPTC-Verschlagwortung und im Umgang mit dem Redaktionssystem, Führerschein Klasse B.

Berufserfahrung als Fotograf: Aufträge, Technik und Zahlen

Zu jeder Station gehören Ihre Berufsbezeichnung, der Arbeitgeber mit Ort und der Zeitraum mit Monat und Jahr. Darunter stehen 3 bis 5 Stichpunkte im Substantivstil: ohne ich, ohne gebeugtes Verb, jeder mit einer Zahl und dem, worauf sie sich bezieht.

Falsch

Zuständig für Produktfotos und Bildbearbeitung.

Richtig

Aufnahme von 50 bis 60 Artikeln je Studiotag als Freisteller für den Onlineshop, einschließlich Farbabgleich am kalibrierten Monitor und Übergabe an die Retusche.

Menge, Bildart und Arbeitsschritte zeigen, welchen Teil der Produktion Sie selbst abdecken.

So sieht es im Lebenslauf aus

Berufserfahrung

Fotografin04/2022 – heute
Mohnblau Wohntextilien GmbH, Oldenburg
  • Freisteller und Detailaufnahmen für jährlich rund 9.000 Artikel des Onlineshops, Tethered-Aufnahme in Capture One.
  • Planung und Umsetzung von 2 Kampagnenproduktionen pro Jahr, jeweils 3 Aufnahmetage mit Set, Styling und 2 Modellen.
  • Einarbeitung von 3 neuen Kolleginnen und Kollegen in Studioablauf und Farbmanagement, je 2 Wochen am Set.

Zählen lässt sich in diesem Beruf mehr, als viele annehmen. Je nach Sparte sind es andere Größen:

Zahlen, die Ihre Arbeit als Fotograf greifbar machen
SparteSo kann es im Lebenslauf stehen
Porträt und FamilieWöchentlich 12 bis 15 Porträtsitzungen im Studio, je Sitzung 20 bis 30 Bilder zur Auswahl.
Hochzeit und EventReportage von 24 Hochzeiten in der Saison 2025, je 8 bis 10 Stunden vor Ort und 400 bis 600 bearbeitete Bilder.
Produkt und E-CommerceMonatlich rund 700 Freisteller nach Styleguide für 3 Onlineshops, Lieferung innerhalb von 48 Stunden.
Architektur und IndustrieDokumentation von 18 Neubauten für 2 Architekturbüros, je Objekt 25 bis 40 Innen- und Außenaufnahmen.
Presse und RedaktionBildberichte von 30 Heimspielen pro Saison für 2 Sportredaktionen, Lieferung der Auswahl bis 20 Minuten nach Abpfiff.
Passbild und Verkauf30 bis 40 Passbildkunden am Tag im Fotofachgeschäft, dazu Beratung beim Verkauf von Kameras und Zubehör.

Selbstständigkeit und freie Aufträge im Lebenslauf als Fotograf

Viele Laufbahnen in der Fotografie enthalten Jahre ohne Arbeitgeber. Laut BERUFENET ist das Fotografen-Handwerk zulassungsfrei; ein eigenes Studio setzt demnach keine Meisterprüfung voraus.

Im Lebenslauf ist diese Zeit eine Station wie jede andere. Als Bezeichnung schreiben Sie „Selbstständiger Fotograf“ oder „Selbstständige Fotografin“, darunter Sparte und Ort. In die Stichpunkte kommen Auftragszahlen und Kundengruppen.

So sieht es im Lebenslauf aus

Berufserfahrung

Selbstständige Fotografin01/2020 – 03/2022
Produkt- und Werbefotografie, Oldenburg
  • Produktaufnahmen für 14 Auftraggeber aus Möbelhandel, Gastronomie und Handwerk, darunter 5 Stammkunden mit monatlichen Aufträgen.
  • Angebot, Kalkulation und Rechnungsstellung für jährlich rund 90 Aufträge.
  • Aufbau eines Bildarchivs mit rund 40.000 verschlagworteten Aufnahmen für Nachbestellungen der Kunden.

Kunden nennen Sie nach Branche und Größe. Ein Name gehört nur dann in den Lebenslauf, wenn der Kunde zugestimmt hat oder die Arbeit unter Ihrem Namen veröffentlicht wurde.

Lief die Selbstständigkeit neben einer Anstellung, steht sie als eigene Station mit dem Zusatz „nebenberuflich“. Monate mit wenigen Aufträgen sind abgedeckt, solange der Zeitraum durchläuft. Eine Unterbrechung von mehr als 2 Monaten sollte laut Bundesagentur für Arbeit im Lebenslauf stehen, zusammen mit einer Angabe dazu, was Sie in der Zeit gemacht haben.

Kenntnisse und EDV-Kenntnisse im Lebenslauf als Fotograf

Als Kernkompetenzen des Berufs führt BERUFENET unter anderem digitale Bildbearbeitung, Digitalfotografie und den Umgang mit Bild- und Videogeneratoren auf. Zu den weiteren Kompetenzen zählen dort Lichttechnik, Retusche, Bildarchivierung, Videobearbeitung, Urheberrecht und Kundenberatung. Unter „Kenntnisse“ übernehmen Sie davon, was die Anzeige verlangt und was eine Ihrer Stationen bestätigt.

Kenntnisse von Fotografen und ihr Nachweis
KenntnisSo weisen Sie sie nach
LichtführungDie Art der Sets in der Station: Porträt mit 3 Blitzköpfen, Produkt auf dem Aufnahmetisch, Mischlicht vor Ort.
Bildbearbeitung und RetuscheBildmenge und Lieferzeit je Auftrag, dazu die Programme unter „EDV-Kenntnisse“.
BewegtbildZahl und Länge der Clips, etwa 15 Kurzvideos für die Social-Media-Kanäle eines Kunden.
Bildrechte und DatenschutzVereinbarungen über Nutzungsrechte und Einwilligungen der Abgebildeten, die Sie selbst vorbereitet haben, oder ein Seminar unter „Weiterbildung“.
KundenberatungVorgespräche, Bildauswahl mit den Kunden und der Anteil der Aufträge von Stammkunden.
EDV-KenntnisseDie Programme mit Namen: Capture One, Lightroom Classic, Photoshop, DaVinci Resolve für den Videoschnitt.

Balken, Sterne oder Prozentwerte neben einem Programm sagen wenig, weil niemand weiß, woran sie gemessen sind. Schreiben Sie stattdessen in Klammern dazu, wofür Sie das Programm einsetzen.

So sieht es im Lebenslauf aus

Kenntnisse

  • Fachlich: Produktfotografie · Lichtführung im Studio · Farbmanagement · Retusche · Kurzvideos
  • EDV-Kenntnisse: Capture One (Tethered-Aufnahme) · Photoshop (Retusche, Freisteller) · Lightroom Classic (Bildarchiv)

Ausbildung zum Fotografen: Schwerpunkt, Gesellenprüfung und Meisterprüfung

Die Ausbildung zum Fotografen ist eine Ausbildung im Handwerk und dauert nach der Fotografen-Ausbildungsverordnung 3 Jahre. In den Lebenslauf gehört die Bezeichnung aus Ihrem Prüfungszeugnis. Wie sie lautet, hängt in der Regel vom Beginn Ihrer Ausbildung ab, weil der Beruf mehrfach neu geordnet wurde.

Welche Bezeichnung zu welchem Ausbildungsbeginn gehört
AusbildungsbeginnSo steht es im Lebenslauf
Ab 08/2025Ausbildung zum Fotografen mit einer von 6 Wahlqualifikationen, etwa Peoplefotografie, Produktfotografie oder softwaregestützte Bildgenerierung
08/2009 bis 07/2025Ausbildung zum Fotografen, Schwerpunkt Porträtfotografie, Produktfotografie, Industrie- und Architekturfotografie oder Wissenschaftsfotografie
08/1997 bis 07/2009Ausbildung zum Fotografen, ohne Zusatz, denn die damalige Verordnung kannte keine Schwerpunkte
08/1981 bis 07/1997Ausbildung zum Fotografen, Schwerpunkt Fotografie oder Schwerpunkt Fotolabortechnik
Studium statt AusbildungStudiengang, Abschluss und Hochschule wie auf der Urkunde, die Note als Dezimalzahl mit Komma

Falsch

Ausbildung zur Fotografin, Wahlqualifikation Peoplefotografie, 2016 – 2019.

Richtig

Ausbildung zur Fotografin, Schwerpunkt Porträtfotografie, 08/2016 – 07/2019.

Wahlqualifikationen gibt es erst für Ausbildungen ab August 2025; davor weist das Zeugnis einen Schwerpunkt aus.

Geprüft wird vor dem Gesellenprüfungsausschuss der Handwerkskammer oder einer Innung, und die Prüfung heißt Gesellenprüfung, nicht Abschlussprüfung. Das Zeugnis weist die Gesamtnote in Worten mit Punkten aus. In dieser Form übernehmen Sie die Note, solange die Prüfung noch keine 10 Jahre zurückliegt.

Unter die Zeile mit Beruf und Zeitraum setzen Sie den Ausbildungsbetrieb oder die Berufsschule mit Ort, danach Prüfung und Note.

So sieht es im Lebenslauf aus

Ausbildung

Ausbildung zur Fotografin, Schwerpunkt Produktfotografie08/2014 – 07/2017
Werbestudio Krapprot GmbH, Oldenburg

Gesellenprüfung, Note: befriedigend (78 Punkte).

Die Meisterprüfung im Fotografen-Handwerk besteht aus 4 Teilen: Die Teile I und II regelt die Fotografenmeisterverordnung, die Teile III und IV die Allgemeine Meisterprüfungsverordnung. Bestandene Teile nennen Sie mit Kammer und Jahr. Den Titel „Fotografenmeister“ schreiben Sie erst nach dem letzten Teil in den Lebenslauf.

Lehrgänge und Schulungen stehen mit Anbieter und Jahr unter „Weiterbildung“, der jüngste Eintrag oben:

So sieht es im Lebenslauf aus

Weiterbildung

  • Meisterprüfung im Fotografen-Handwerk, Teile III und IV, Handwerkskammer Oldenburg, 2025
  • Anwenderschulung Farbmanagement und Monitorkalibrierung, Mohnblau Wohntextilien GmbH, 2023

Portfolio, Erfolge und Bewerbungsfoto: was neben dem Lebenslauf zählt

Über die Einladung entscheiden bei Fotografen die Bilder. Das Portfolio ist deshalb ein eigenes Dokument oder eine eigene Website und kein Abschnitt im Lebenslauf. Die Adresse der Website nennen Sie bei den Kontaktdaten oder im Anschreiben.

Stellen Sie die Auswahl für jede Bewerbung neu zusammen:

  • 15 bis 20 Bilder aus der Sparte, in der das Studio oder die Redaktion selbst arbeitet, statt eines Querschnitts durch alles
  • zu jeder Serie das Jahr, die Art des Auftrags und Ihre Rolle: allein fotografiert, als zweite Kraft oder als Assistenz
  • Bilder von Personen nur mit deren Einwilligung, Auftragsarbeiten nur mit Zustimmung des Kunden
  • als PDF nur so groß, wie es das Bewerbungsportal oder das Postfach des Empfängers zulässt

Wettbewerbe, Ausstellungen und Veröffentlichungen gehören mit Jahr unter „Erfolge“. 3 bis 4 Einträge genügen, die jüngsten oben.

Lebenslauf für die Ausbildung zum Fotografen, für Berufseinsteiger und Quereinsteiger

Der Beruf ist klein: Im Jahr 2024 gab es laut BERUFENET 168 Ausbildungsanfängerinnen und -anfänger, 51 % davon mit Hochschulreife, 40 % mit mittlerem Bildungsabschluss und 6 % mit Hauptschulabschluss. Rechtlich vorgeschrieben ist keine bestimmte Schulbildung.

Bewerben Sie sich um einen Ausbildungsplatz, steht unter „Ausbildung“ die Schule mit Zeitraum, Schulart, Name, Ort und dem Abschluss, den Sie haben oder anstreben. Was Sie bisher fotografiert haben, zeigen Praktika, die Schülerzeitung, Vereinsarbeit oder ein Nebenjob, jeweils mit Umfang.

So sieht es im Lebenslauf aus

Berufserfahrung

Praktikum07/2026 – 08/2026
Fotostudio Taubenblau GbR, Osnabrück
  • Assistenz bei 9 Porträtsitzungen und 2 Hochzeiten: Aufbau von Licht und Hintergrund, Reflektorführung, Datensicherung.
  • Vorauswahl und Grundbearbeitung von rund 1.200 Aufnahmen in Lightroom Classic nach Vorgabe der Inhaberin.

Liegt Ihre Gesellenprüfung erst wenige Monate zurück, darf die Ausbildung in Ihrem Lebenslauf über der Berufserfahrung stehen. Praktika und Assistenzen aus dieser Zeit können Sie darunter als eigene Stationen aufführen.

Kommen Sie aus einem anderen Beruf, bleibt Ihre bisherige Laufbahn vollständig stehen, und die fotografische Arbeit kommt als eigene Station hinzu, etwa als nebenberufliche Selbstständigkeit mit Auftragszahlen. Einen Lehrgang oder ein Fernstudium tragen Sie mit Anbieter, Zeitraum und Abschluss unter „Weiterbildung“ ein. Als Ausbildung zum Fotografen bezeichnen Sie nur die Ausbildung mit Gesellenprüfung.

Häufige Fragen zum Lebenslauf als Fotograf

Gehört ein Bewerbungsfoto in den Lebenslauf als Fotograf?

Ein Foto ist freiwillig: Kein Arbeitgeber darf es verlangen, und ob Sie eines verwenden, bestimmen Sie. Die Bundesagentur für Arbeit bezeichnet das Foto auf ihrer Seite zum Lebenslauf als „kein Muss mehr“, während ihr Bewerbungstraining den Lebenslauf ohne Deckblatt weiterhin mit Foto vorsieht. Entscheiden Sie sich dafür, sollte das Bild handwerklich zu Ihrem Portfolio passen.

Wie lang darf ein Lebenslauf als Fotograf sein?

Die Bundesagentur für Arbeit nennt maximal 2 Seiten. Wer mehrere Stationen und eine Selbstständigkeit unterzubringen hat, füllt beide; für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz reicht 1 Seite. Das Portfolio zählt nicht mit.

Sollte die Note der Gesellenprüfung im Lebenslauf als Fotograf stehen?

In den ersten Jahren nach der Prüfung ja, nach etwa 10 Jahren kann sie entfallen. Schreiben Sie die Note so, wie das Zeugnis sie ausweist, in Worten mit Punkten, zum Beispiel „befriedigend (78 Punkte)“. Steht die Note im Lebenslauf, nennen Sie sie auch bei anderen Abschlüssen aus derselben Zeit.

Soll ich Kunden als Referenzen in den Lebenslauf schreiben?

Nein, ein Block mit Namen und Telefonnummern ist in einem deutschen Lebenslauf nicht üblich. Für Anstellungen dient als Nachweis das Arbeitszeugnis, auf das Sie nach § 109 der Gewerbeordnung beim Ausscheiden Anspruch haben; legen Sie die letzten 2 bis 4 Zeugnisse in Kopie bei. Für Jahre der Selbstständigkeit können Sie 1 bis 2 Auftraggeber nennen, die zugestimmt haben, und zwar im Anschreiben oder auf einem eigenen Blatt in den Anlagen.

Wie gebe ich Assistenzen und einzelne Tageseinsätze an?

Fassen Sie sie zu einer Station zusammen, etwa „Fotoassistenz, freie Mitarbeit“ mit dem gesamten Zeitraum und dem Ort. In die Stichpunkte kommen die Zahl der Produktionstage, die Art der Produktionen und Ihre Aufgabe am Set, zum Beispiel Lichtaufbau oder Datensicherung. Einzeln aufgelistete Tage machen den Lebenslauf unruhig und lassen ihn lückenhaft wirken.

Muss ich den Lebenslauf unterschreiben?

Nein. Unbedingt notwendig ist die Unterschrift laut Bundesagentur für Arbeit nicht, sie kann aber von Vorteil sein. Wenn Sie unterschreiben, stehen am Ende Ort und vollständiges Datum, zum Beispiel „Oldenburg, 11.10.2026“, und darunter Ihre Unterschrift, bei einer Bewerbung per E-Mail eingescannt.

Gehören Kameras und Objektive in den Lebenslauf?

Eine Ausrüstungsliste gehört nicht hinein, denn sie beschreibt Ihren Besitz und nicht Ihr Können. Sinnvoll ist die Angabe des Systems, mit dem Sie sicher arbeiten, wenn die Anzeige danach fragt, etwa Mittelformat im Studio oder ein bestimmtes Blitzsystem. Diese Angabe steht unter „Kenntnisse“ oder im Stichpunkt der Station, in der Sie damit gearbeitet haben.

Fazit

Ein Lebenslauf als Fotograf ergänzt das Portfolio um das, was Bilder nicht zeigen: den Abschluss mit der Bezeichnung aus dem Zeugnis, Sparte und Umfang jeder Station in Zahlen und eine Selbstständigkeit, die als vollwertige Station eingetragen ist. Stimmen diese Angaben mit Portfolio und Anlagen überein, bleibt für das Gespräch die Frage, wie Sie arbeiten.

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