Das Wichtigste in Kürze
- Weil der Zugang zum Journalismus frei und kein Abschluss vorgeschrieben ist, muss jede Station Medium, Ressort und Aufgabe genau benennen.
- Das Volontariat steht als eigene Station unter „Berufserfahrung“, mit Zeitraum, Verlag oder Sender und den Ressorts samt Dauer.
- Jeder Stichpunkt nennt eine Größe: Beiträge pro Jahr, Auflage, Seiten, Sendeminuten oder die Zahl der freien Mitarbeiter, deren Themen Sie planen.
- Freie Mitarbeit bündeln Sie in 1 Station und nennen die Auftraggeber als Stichpunkte, statt für jeden Auftrag eine Zeile anzulegen.
- Arbeitsproben sind eine eigene Anlage mit 3 bis 5 ausgewählten Beiträgen und keine Artikelliste im Lebenslauf.
- Die Bundesagentur für Arbeit zieht die Grenze bei 2 Seiten, und nach 15 Jahren in mehreren Redaktionen dürfen Sie diese ausschöpfen.
Lebenslauf als Journalist: Aufbau und Reihenfolge der Abschnitte
Laut BERUFENET, der Berufsdatenbank der Bundesagentur für Arbeit, ist die Tätigkeit als Journalist nicht reglementiert, in der Regel führt aber ein abgeschlossenes Studium in den Beruf, etwa der Journalistik oder eines politik-, sprach- oder kulturwissenschaftlichen Fachs. Weil kein Titel Ihre Eignung belegt, muss der Lebenslauf zeigen, für welches Medium, in welchem Ressort und in welchen Darstellungsformen Sie gearbeitet haben.
Geordnet wird rückwärts: Die aktuelle Redaktion steht an erster Stelle, der Schulabschluss an letzter. Dieselbe Richtung gilt in jedem Abschnitt, auch in der Weiterbildung.
- Persönliche Daten mit Anschrift, Telefon, E-Mail und Geburtsdatum
- Kurzprofil mit Medium, Ressort und Schwerpunkten
- Berufserfahrung: Redaktionen, Volontariat, freie Mitarbeit
- Ausbildung: Studium oder Journalistenschule, zuletzt der Schulabschluss
- Weiterbildung, etwa Kurse zu Presserecht oder Datenjournalismus
- Kenntnisse, EDV-Kenntnisse und Sprachkenntnisse
- Ort, Datum, Unterschrift
Die Bundesagentur für Arbeit zählt Geburtsdatum und Geburtsort zu den persönlichen Daten. Vorgeschrieben ist beides nicht, und wer es weglässt, muss das nirgends begründen.
Kurzprofil für Journalisten: Formel, Beispiel und typische Fehler
Ein Kurzprofil ist in Deutschland keine Pflicht, und keine Redaktion vermisst es, wenn es fehlt. Sinnvoll ist es, wenn sich Ihre Stationen auf mehrere Mediengattungen verteilen und die Redaktion in 3 Zeilen erfahren soll, wo Ihr Schwerpunkt heute liegt.
Formel für das Kurzprofil
Bezeichnung bei Art des Mediums mit Auflage oder Reichweite, seit Anzahl Jahren im Ressort Ressort. Ausbildungsweg: Volontariat, Journalistenschule oder Studium. Schwerpunkte: 2 bis 3 Themen oder Darstellungsformen.
Beispiel
Redakteur bei einem Wirtschaftsmagazin mit 26 Ausgaben im Jahr, seit 5 Jahren im Ressort Unternehmen und Märkte. Volontariat bei einer Regionalzeitung, davor Studium der Volkswirtschaftslehre. Schwerpunkte: Bilanzanalyse, Porträt und Interview.
Streichen Sie alles, was eine Stellenanzeige ohnehin voraussetzt. Neugier, Sprachgefühl und Stressresistenz nimmt jede Bewerbung für sich in Anspruch; Ressort, Reichweite und Darstellungsform lassen sich dagegen an Ihren Arbeitsproben überprüfen.
Falsch
Leidenschaftlicher Journalist mit Gespür für gute Geschichten, hoher Sprachkompetenz und Erfahrung in verschiedenen Medien.
Richtig
Redakteur im Politikressort einer Regionalzeitung mit 52.000 Exemplaren verkaufter Auflage, seit 2019 Berichterstattung über Landespolitik, dazu 2 Jahre Blattplanung am Newsdesk.
Ressort, Auflage und Aufgabe sagen der Chefredaktion mehr als 3 Selbstbeschreibungen.
So liest sich das Kurzprofil bei einer Lokalredakteurin aus Bielefeld:
Kurzprofil
Redakteurin im Lokalressort einer Tageszeitung mit 38.000 Exemplaren verkaufter Auflage, seit 6 Jahren mit den Themen Kommunalpolitik und Stadtentwicklung betraut. Volontariat im selben Haus mit Abschnitten in Politik, Wirtschaft und am Online-Desk. Schwerpunkte: Recherche in Rats- und Haushaltsunterlagen, Reportage, Datenvisualisierung mit Datawrapper.
Berufserfahrung als Journalist: Redaktionen, Ressorts und Zahlen
Zu jeder Station gehören Ihre Funktion, der Zeitraum mit Monat und Jahr, das Medienhaus und sein Sitz. Übernehmen Sie die Funktionsbezeichnung aus dem Vertrag oder dem Impressum: Volontär, Redakteur, Chef vom Dienst, Ressortleiter.
Darunter stehen Stichpunkte im Substantivstil, nach der Empfehlung der Bundesagentur für Arbeit 3 bis 5 pro Station. Wer sonst in ganzen Sätzen schreibt, muss sich daran gewöhnen, aber „Berichterstattung über“, „Recherche zu“ und „Planung von“ sind die Form, die ein tabellarischer Lebenslauf verlangt.
Falsch
Verantwortlich für das Schreiben von Artikeln zu lokalen Themen und die Pflege der Website.
Richtig
Berichterstattung aus 4 Umlandgemeinden mit rund 180 Artikeln pro Jahr, dazu jeden 2. Samstag Steuerung der Startseite im Frühdienst.
Gebiet, Menge und Dienst zeigen, wie viel Redaktionsarbeit in der Stelle steckt.
Kein Stichpunkt bleibt ohne Zahl. Welche es ist, hängt von der Gattung ab: Bei der Zeitung sind es Artikel, Seiten und Auflage, im Hörfunk Sendeminuten, online Abrufe oder Abonnements.
| Bereich | So kann es im Lebenslauf stehen |
|---|---|
| Umfang | Rund 150 Beiträge pro Jahr für Print und Online, darunter 10 ganzseitige Reportagen. |
| Reichweite | Betreuung des Newsletters „Rathausblick“ mit 9.400 Abonnentinnen und Abonnenten, Öffnungsrate 46 %. |
| Recherche | Auswertung von 2.300 Vergabeentscheidungen aus 3 Jahren für eine 4-teilige Serie über öffentliche Bauaufträge. |
| Schlussredaktion | Einsatz als Chef vom Dienst an 8 Tagen pro Monat: Abnahme von 12 Seiten und Freigabe der Titelseite. |
| Hörfunk und Video | Produktion von 3 Beiträgen pro Woche für das Regionalmagazin, je 3 Minuten, einschließlich Schnitt. |
| Ausbildung | Betreuung von 2 Volontärinnen und Volontären pro Jahrgang als Ausbildungsredakteur. |
Journalistenpreise und Nominierungen stehen unter „Erfolge“ oder als Stichpunkt bei der Station, in der der Beitrag entstanden ist, jeweils mit Preis, Stifter und Jahr. So sehen die Stichpunkte der Bielefelder Lokalredakteurin aus:
Berufserfahrung
- Berichterstattung über Kommunalpolitik und Stadtentwicklung, rund 220 Artikel pro Jahr für Zeitung und Website.
- 2024 Auswertung der städtischen Haushaltspläne aus 5 Jahren für eine 6-teilige Serie zur Schulsanierung, 9 Grafiken in Datawrapper.
- Blattplanung für 4 Lokalseiten an 2 Tagen pro Woche, Themenvergabe an 5 freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Volontariat, Studium und Journalistenschule: was wo im Lebenslauf steht
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) nennt in seinem Berufsbild 4 Wege, das journalistische Handwerk zu erlernen: das Volontariat, das Journalistik-Studium, den Besuch einer Journalistenschule und eine gleichwertige fachliche Ausbildung. Im Lebenslauf verteilen sie sich auf 3 Abschnitte.
| Weg | Abschnitt | Das gehört in den Eintrag |
|---|---|---|
| Volontariat | Berufserfahrung | Volontär oder Volontärin, Zeitraum, Verlag oder Sender mit Ort; darunter die Ressorts mit Dauer und die Kurse |
| Journalistenschule | Ausbildung | Name der Schule, Zeitraum und die Abschlussbezeichnung, wie sie auf dem Zertifikat steht |
| Journalistik-Studium | Ausbildung | Grad, Studiengang, Hochschule, Zeitraum und Note |
| Fachstudium ohne Medienbezug | Ausbildung | Grad, Fach, Hochschule und Note; das Fach kehrt im Kurzprofil als Themengebiet wieder |
| Kurse an Journalistenakademien | Weiterbildung | Kurstitel, Akademie und Jahr, der neueste Kurs zuerst |
Nach dem Tarifvertrag über das Redaktionsvolontariat an Tageszeitungen dauert die Ausbildung 2 Jahre und erstreckt sich auf mindestens 3 Ressorts. Bei journalistischen Vorkenntnissen lässt der Vertrag eine kürzere Dauer zu, 15 Monate dürfen aber nicht unterschritten werden. Für Zeitschriften, Sender und Agenturen gelten eigene Regelungen; maßgeblich ist dort, was in Ihrem Vertrag und Ihrem Zeugnis steht.
Führen Sie das Volontariat als Station unter „Berufserfahrung“, denn Sie waren angestellt und haben redaktionell gearbeitet. An die Stelle der üblichen Aufgaben treten die Ressorts mit ihrer Dauer. Die außerbetrieblichen Kurse, auf die derselbe Tarifvertrag einen Anspruch von insgesamt mindestens 4 Wochen gibt, nennen Sie mit Wochenzahl und Themen.
Berufserfahrung
- Ausbildung in 4 Ressorts: Lokales 10 Monate, Politik 5 Monate, Wirtschaft 4 Monate, Online-Desk 5 Monate.
- 6 Wochen außerbetriebliche Kurse zu Recherche, Presserecht und Videojournalismus.
- Übernahme als Redakteurin in die Lokalredaktion zum 1. Oktober 2020.
Unter „Ausbildung“ steht das Studium mit Grad, Fach, Hochschule und Zeitraum, als letzte Zeile folgt der Schulabschluss. Die Note nennen Sie in den ersten rund 10 Jahren nach dem Abschluss, und zwar mit Komma, wie sie im Zeugnis steht.
Ausbildung
4 Semester Mitarbeit in der Lehrredaktion des Instituts. Note: 1,9.
Wer vor dem Journalismus einen Ausbildungsberuf erlernt hat, etwa im Verlag, übernimmt die Berufsbezeichnung aus dem Prüfungszeugnis. Bei einer IHK-Abschlussprüfung steht das Ergebnis als Note in Worten mit Punkten, zum Beispiel „gut (81 Punkte)“.
Freie Journalisten und freie Mitarbeit: Aufträge im Lebenslauf bündeln
Viele Journalisten arbeiten zeitweise oder dauerhaft frei. Im Lebenslauf wird daraus 1 Station mit Beginn und, falls beendet, Ende; die Auftraggeber stehen als Stichpunkte darunter.
Nennen Sie jeden Auftraggeber mit Titel und Gattung und geben Sie an, wie regelmäßig Sie für ihn arbeiten. „Freie Mitarbeit für verschiedene Medien“ lässt offen, ob Sie 4 Texte im Jahr verkaufen oder jede Woche eine Seite füllen. Ein freier Wissenschaftsjournalist aus Erfurt ordnet seine Aufträge so:
Berufserfahrung
- Monatlich 2 Beiträge für das Wissenschaftsmagazin „Laborblick“, Schwerpunkt Energie- und Klimaforschung.
- Seit 2024 wöchentliche Kolumne über Start-ups im Wirtschaftsmagazin „Kontorblatt“, bisher 140 Texte.
- 2023 bis 2025 Konzeption und Moderation eines Podcasts für ein Forschungsinstitut, 24 Folgen.
Arbeitsproben: was in den Lebenslauf gehört und was in die Anlagen
Viele Stellenanzeigen von Redaktionen verlangen Arbeitsproben, und mancher Bewerber versucht, sie im Lebenslauf unterzubringen. Eine Liste von 30 Überschriften macht ihn aber nur länger, nicht besser. Der Lebenslauf gibt an, wo und in welchem Umfang Sie gearbeitet haben; wie Sie schreiben, schneiden oder moderieren, zeigen die Proben.
| Unterlage | Inhalt | Umfang |
|---|---|---|
| Lebenslauf | Stationen, Ressorts, Zahlen, Ausbildung und Kenntnisse | höchstens 2 Seiten |
| Arbeitsproben | Ausgewählte Beiträge mit Medium und Erscheinungsdatum, passend zum Ressort der Stelle | 3 bis 5 Stücke, wenn die Anzeige nichts anderes verlangt |
| Anschreiben | Motivation, Bezug zum Medium und, falls gewünscht, Themenvorschläge | 1 Seite |
| Zeugnisse | Volontariatszeugnis, Arbeitszeugnisse, Hochschulzeugnis | die letzten 2 bis 4 Arbeitszeugnisse in Kopie |
Das Volontariatszeugnis ist mehr als eine Teilnahmebestätigung. Nach dem Tarifvertrag für Tageszeitungen muss es Art, Dauer, Inhalt und Ziel der Ausbildung sowie die erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse angeben. Legen Sie es deshalb auch dann bei, wenn das Volontariat 10 Jahre zurückliegt.
Kenntnisse und EDV-Kenntnisse im Journalisten-Lebenslauf
Zu den Kernkompetenzen des Berufs zählt BERUFENET unter anderem Recherche, Redaktion, Faktencheck und den Einsatz von Content-Management-Systemen. Als weitere Kompetenzen nennt die Datenbank Datenjournalismus, mobilen Journalismus, Presserecht und Social-Media-Kommunikation.
Unter „Kenntnisse“ stehen Stichworte, keine Sätze. Jedes sollte in einer Station wiederkehren, sonst bleibt es eine Behauptung.
| Kenntnis | Art | Beleg im Lebenslauf |
|---|---|---|
| Recherche und Faktencheck | fachlich | Stichpunkt mit Quelle und Umfang, etwa ausgewertete Dokumente oder geführte Interviews |
| Nachricht, Reportage, Interview, Kommentar | fachlich | Zahl und Art der Beiträge in der jeweiligen Station |
| Presse- und Urheberrecht | fachlich | Kurs unter „Weiterbildung“ mit Anbieter und Jahr |
| Datenjournalismus | fachlich | Projekt mit Datenmenge im Stichpunkt, das Werkzeug unter „EDV-Kenntnisse“ |
| Arbeiten unter Zeitdruck | persönlich | Dienste am Newsdesk, im Früh- oder Spätdienst, mit Häufigkeit |
| Redaktionssystem, Schnitt, Grafik | EDV | Unter „EDV-Kenntnisse“ mit Produktnamen, etwa WordPress, Adobe Premiere Pro oder Datawrapper |
Fremdsprachen geben Sie mit Einstufung und GER-Niveau an, zum Beispiel „Spanisch: fließend (C1)“. Für eine Redaktion zählt, ob Sie in der Sprache Interviews führen und Quellen lesen können. Kommt das in einer Station vor, ist die Einstufung gedeckt.
Kenntnisse
Recherche in Verwaltungsunterlagen · Reportage · Interview · Blattplanung · Presserecht
EDV-Kenntnisse: WordPress · Adobe InDesign · Datawrapper · Excel
Sprachkenntnisse:
Deutsch: Muttersprache
Englisch: gute Kenntnisse (B2)
Lebenslauf für die Bewerbung um ein Volontariat und für Quereinsteiger
Wer sich um ein Volontariat bewirbt, hat noch keine Redakteursstelle vorzuweisen, meist aber Veröffentlichungen. Freie Mitarbeit in der Lokalredaktion, Hochschulradio, Studierendenzeitung und Praktika zählen als Berufserfahrung und stehen im gleichnamigen Abschnitt.
Falsch
Mitarbeit bei der Studierendenzeitung und verschiedene Praktika im Medienbereich.
Richtig
Freie Mitarbeit in der Lokalredaktion einer Tageszeitung, 03/2024 – 02/2026: 85 veröffentlichte Artikel, davon 14 Aufmacher im Lokalteil.
Zeitraum, Menge und Platzierung zeigen, dass eine Redaktion Ihnen bereits Themen anvertraut hat.
Mit weniger als 2 Jahren Berufserfahrung dürfen Sie in Ihrem eigenen Lebenslauf die Ausbildung vor die Berufserfahrung ziehen. Die Abiturnote bleibt stehen, bis ein Hochschulabschluss vorliegt.
Kommen Sie aus einem anderen Beruf, ist Ihr Fachwissen ein Vorteil: Der DJV rechnet das in einer anderen Ausbildung erworbene Sachwissen ausdrücklich zur journalistischen Qualifikation. Schreiben Sie deshalb ins Kurzprofil, worüber Sie aus eigener Berufspraxis berichten können, und führen Sie journalistische Kurse unter „Weiterbildung“ mit Anbieter und Jahr auf.
Zwischen Studienende und Volontariat liegen oft einige Monate. Dauert die Pause länger als 2 Monate, gehört nach der Empfehlung der Bundesagentur für Arbeit eine Zeile dazu, die angibt, was Sie in der Zeit gemacht haben, zum Beispiel „freie Mitarbeit“ oder „Sprachkurs in Lyon“.
Häufige Fragen zum Lebenslauf als Journalist
Wie lang darf der Lebenslauf eines Journalisten sein?
Als Obergrenze setzt die Bundesagentur für Arbeit 2 Seiten im Format DIN A4. Nach dem Volontariat und der ersten Redakteursstelle reicht meist 1 Seite; mit mehreren Redaktionen, freien Phasen und Auszeichnungen sind 2 angemessen. Dass die Muster auf dieser Website einseitig sind, liegt an ihrer Gestaltung und ist kein Maßstab für Ihren Lebenslauf.
Gehört ein Foto in den Lebenslauf eines Journalisten?
Sie müssen keines verwenden, und verlangen darf es eine Redaktion nicht; die Entscheidung liegt bei Ihnen. Bei der Bundesagentur für Arbeit finden sich beide Haltungen: Die Lebenslauf-Seite nennt das Foto „kein Muss mehr“, das Bewerbungstraining rechnet es weiter zum Lebenslauf, sofern kein Deckblatt verwendet wird. Wenn Sie eines verwenden, dann ein professionelles Porträt und kein Autorenbild aus dem Urlaub.
Brauche ich ein Volontariat, um als Journalist zu arbeiten?
Nein, vorgeschrieben ist es nicht, denn der Zugang zum Beruf ist frei. Der Deutsche Journalisten-Verband nennt neben dem Volontariat das Journalistik-Studium, die Journalistenschule und eine gleichwertige fachliche Ausbildung. Fehlt Ihnen das Volontariat, muss der Lebenslauf umso deutlicher zeigen, wie Sie das Handwerk gelernt haben: durch Kurse, freie Mitarbeit und Veröffentlichungen.
Gehört der Presseausweis in den Lebenslauf?
Nein. Der bundeseinheitliche Presseausweis ist ein Arbeitsmittel und weist keine Qualifikation nach. Nach Angaben des DJV wird er nur an hauptberufliche Journalisten vergeben, die ihren Lebensunterhalt überwiegend aus journalistischer Tätigkeit erzielen. Dass Sie hauptberuflich arbeiten, geht aus Ihren Stationen ohnehin hervor.
Gehören Referenzen in den Lebenslauf eines Journalisten?
Nein, ein Block mit Referenzen ist in Deutschland unüblich. Nach § 109 der Gewerbeordnung steht Ihnen am Ende jedes Arbeitsverhältnisses ein schriftliches Zeugnis zu, und diese Zeugnisse legen Sie in Kopie bei, das neueste zuerst. Nur bei freien Aufträgen, für die es kein Zeugnis gibt, können Sie im Anschreiben eine Ansprechperson nennen, wenn sie zugestimmt hat.
Sollte ich den Lebenslauf unterschreiben?
Sie können, müssen aber nicht: Die Bundesagentur für Arbeit nennt die Unterschrift „nicht unbedingt notwendig“, sieht in ihr jedoch einen möglichen Vorteil. Ort, Datum und Unterschrift stehen am Fuß der letzten Seite, das Datum vollständig mit Punkten, etwa „Bielefeld, 12.10.2026“.
Fazit
Ein Journalisten-Lebenslauf überzeugt durch dieselben Tugenden wie ein guter Text: genaue Angaben, klare Ordnung, nichts Überflüssiges. Medium, Ressort und Umfang stehen in den Stationen, die Beiträge selbst in den Arbeitsproben, und Ihre Motivation gehört ins Anschreiben.


