Das Wichtigste in Kürze
- Im Lebenslauf steht die Bezeichnung aus dem IHK-Prüfungszeugnis: bei Ausbildungsbeginn ab August 2011 Tourismuskaufmann (Kaufmann für Privat- und Geschäftsreisen), davor in der Regel Reiseverkehrskaufmann.
- Die Wahlqualifikation Reisevermittlung, Reiseveranstaltung oder Geschäftsreisen gehört in die Ausbildungszeile, weil das Fachgespräch der Abschlussprüfung auf ihr aufbaut.
- Jeder Stichpunkt ist im Substantivstil geschrieben und enthält eine Zahl, etwa 1.150 Buchungen jährlich, 46 Firmenkunden oder 18 Gruppenreisen pro Saison.
- Buchungs- und Reservierungssysteme stehen unter „EDV-Kenntnisse“ mit ihrem Produktnamen, zum Beispiel Amadeus Selling Platform Connect, Bistro Portal oder Midoco.
- Die Note der IHK-Abschlussprüfung übernehmen Sie mit Punkten und in Worten vom Zeugnis, etwa „gut (88 Punkte)“.
- Ein Zielgebiet gehört unter „Kenntnisse“, wenn Sie es verkauft, eingekauft oder auf einer Inforeise besichtigt haben; private Urlaubsziele passen unter „Interessen“.
Aufbau des Lebenslaufs für Tourismuskaufleute: Reihenfolge der Abschnitte
Tourismuskaufleute arbeiten laut BERUFENET, der Berufsdatenbank der Bundesagentur für Arbeit, vor allem in Reisebüros, in Geschäftsreisebüros und bei Reiseveranstaltern. Alle 3 Arbeitgeber wollen im Lebenslauf dasselbe finden: Einsatzbereich, Zielgebiete und Buchungssysteme, dazu den Umfang Ihrer Arbeit in Zahlen.
Aufgebaut ist der Lebenslauf als Tabelle mit einer Datumsspalte, und die jüngste Stelle steht oben. Auf die Berufserfahrung folgt die Ausbildung, den Schluss bilden Ort, Datum und Unterschrift.
- Persönliche Daten mit Anschrift, Telefon, E-Mail und Geburtsdatum
- Kurzprofil mit Einsatzbereich und Zielgebieten, falls Sie eines schreiben
- Berufserfahrung, beginnend mit der aktuellen Stelle
- Ausbildung mit Wahlqualifikation und IHK-Prüfung
- Weiterbildung mit Anbieter und Jahr
- Kenntnisse, EDV-Kenntnisse und Sprachkenntnisse
- Interessen, sofern sie mit dem Reisen zu tun haben
- Ort, Datum, Unterschrift
Die Bundesagentur für Arbeit zählt Geburtsdatum und Geburtsort zu den Angaben, die in den Lebenslauf gehören. Eine gesetzliche Pflicht besteht für beides nicht, und eine Bewerbung ohne Geburtsdatum ist vollständig. Familienstand, Konfession und Staatsangehörigkeit lassen Sie weg.
Kurzprofil im Lebenslauf als Tourismuskaufmann: Einsatzbereich, Zielgebiete, Umfang
Vorgeschrieben ist ein Kurzprofil in Deutschland nicht; viele Lebensläufe beginnen gleich mit der Berufserfahrung. In der Touristik hilft es trotzdem, weil 3 Zeilen klären, was sonst über mehrere Stellen verteilt ist: ob Sie Urlaubsreisen verkaufen, Reisen einkaufen und kalkulieren oder Dienstreisen organisieren.
Formel für das Kurzprofil
Berufsbezeichnung mit Zahl Berufsjahren in Einsatzbereich. Kundenkreis oder Produkt mit einer Zahl zum Umfang. Schwerpunkte: 2 bis 3 Zielgebiete oder Reisearten. Systeme: Buchungssysteme.
Beispiel
Tourismuskaufmann mit 9 Berufsjahren im Geschäftsreisebüro, Wahlqualifikation Geschäftsreisen. Betreuung von 46 Firmenkunden aus Maschinenbau und Medizintechnik mit monatlich rund 620 Buchungen. Schwerpunkte: Interkontinentalflüge, Messereisen und Reisekostenabrechnung. Systeme: Amadeus Selling Platform Connect und Cytric.
„Reisebegeistert“ und „weltoffen“ schreibt fast jede Bewerberin und jeder Bewerber über sich, und ein Reisebüro setzt beides ohnehin voraus. Was Sie verkauft haben, für wen und in welchem Umfang, lässt sich dagegen im Vorstellungsgespräch überprüfen.
Falsch
Reisebegeisterte und kommunikative Tourismuskauffrau mit Leidenschaft für ferne Länder und viel Freude am Umgang mit Menschen.
Richtig
Tourismuskauffrau mit 5 Berufsjahren im Reisebüro, Schwerpunkt Kreuzfahrten und Fernreisen nach Südostasien, zuletzt 780 Buchungen jährlich.
Die Zeile nennt Reiseart, Zielgebiet und Menge, und damit genau das, wonach im Gespräch gefragt wird.
So sieht das Kurzprofil einer Tourismuskauffrau aus, die in einem Nürnberger Reisebüro arbeitet:
Kurzprofil
Tourismuskauffrau, seit 2019 im Verkauf eines Reisebüros mit 6 Beschäftigten, seit 2024 Geprüfte Tourismusfachwirtin. Beratung und Buchung von Pauschal- und Bausteinreisen sowie Kreuzfahrten, zuletzt 1.150 Buchungen jährlich. Zielgebiete: Kanaren, Griechenland und Namibia, vertieft auf 2 Inforeisen. AEVO-Prüfung 2022, derzeit Anleitung von 2 Auszubildenden.
Berufserfahrung als Tourismuskaufmann: Stichpunkte mit Buchungen, Umsatz und Zielgebieten
Zu jeder Stelle gehören Bezeichnung, Zeitraum mit Monat und Jahr, Arbeitgeber und Ort. Darunter stehen 3 bis 5 kurze Stichpunkte, wie es die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt.
Geschrieben werden sie im Substantivstil, ohne „ich“ und ohne gebeugtes Verb: „Beratung und Buchung von“, „Kalkulation von“, „Bearbeitung von“. In jeden Stichpunkt gehört eine Zahl, denn „Kundenberatung und Reisebuchung“ beschreibt jede Stelle im Reisebüro und sagt über Ihre nichts aus.
Falsch
Zuständig für Kundenberatung, Reisebuchungen und Reklamationen.
Richtig
Beratung und Buchung von jährlich rund 900 Urlaubsreisen, davon 140 Kreuzfahrten, bei einem vermittelten Reiseumsatz von 1,7 Mio. EUR.
Menge, Reiseart und Umsatz zeigen, wie viel Verkauf hinter dem Wort „Kundenberatung“ steckt.
Welche Zahl Sie nehmen, hängt vom Arbeitsplatz ab. Fast immer greifbar sind diese:
| Bereich | So kann es im Lebenslauf stehen |
|---|---|
| Verkauf | Vermittelter Reiseumsatz von 1,4 Mio. EUR jährlich bei rund 820 Buchungen. |
| Stammkunden | Betreuung von 310 Stammkunden mit einer Wiederbuchungsquote von 62 %. |
| Gruppenreisen | Organisation von 18 Gruppenreisen pro Saison je 20 bis 55 Teilnehmende aus Vereinen und Firmen. |
| Zusatzverkauf | Vermittlung einer Reiseversicherung bei 44 % der Buchungen, Bürodurchschnitt 29 %. |
| Einkauf | Einkauf von Zimmerkontingenten in 65 Hotels auf Kreta und Rhodos für die Sommersaison. |
| Reklamationen | Bearbeitung von monatlich rund 35 Reklamationen, Antwort an die Kundschaft binnen 5 Werktagen. |
| Geschäftsreisen | Organisation von jährlich 12 Messereisen mit bis zu 40 Reisenden je Messe. |
Die aktuelle Stelle bekommt die meisten Stichpunkte; bei älteren reichen 2 bis 3. Bei der Tourismuskauffrau aus Nürnberg sieht das so aus:
Berufserfahrung
- Verkauf von Pauschal- und Bausteinreisen am Counter und am Telefon, vermittelter Reiseumsatz zuletzt 2,1 Mio. EUR jährlich.
- Seit 2021 Aufbau des Kreuzfahrtverkaufs, Anstieg der Kabinenbuchungen von 60 auf 190 pro Jahr.
- Planung und Begleitung von jährlich 6 Leserreisen einer Regionalzeitung mit je 30 bis 45 Gästen.
- Einarbeitung und Anleitung von 2 Auszubildenden im Verkauf, Wochenplanung für den Counter mit 6 Beschäftigten.
Reisebüro, Reiseveranstalter oder Geschäftsreisen: Lebenslauf auf die Stelle abstimmen
Die Ausbildungsordnung kennt 3 Wahlqualifikationseinheiten: Reisevermittlung, Reiseveranstaltung und Geschäftsreisen. Dieselbe Dreiteilung findet sich bei den Arbeitgebern, und jeder achtet auf andere Angaben. Welcher Stichpunkt bei Ihnen oben steht, entscheidet deshalb die Anzeige, auf die Sie sich bewerben.
| Arbeitgeber | Das gehört nach oben | Passende Zahl |
|---|---|---|
| Reisebüro | Beratung und Verkauf, Zielgebiete, Kenntnis der Veranstalter und Reedereien | Buchungen, vermittelter Umsatz, Stammkunden |
| Reiseveranstalter | Leistungseinkauf, Kalkulation, Vertragsgestaltung, Kundenservice | Hotels, Kontingente, Gäste pro Saison |
| Geschäftsreisebüro | Planung, Reservierung und Buchung, Reisekostenabrechnung | Firmenkunden, Buchungen im Monat, Reisende |
| Incoming-Agentur | Programme für Gäste aus dem Ausland, Fremdsprachen | Gruppen, Herkunftsländer |
| Reederei oder Busreiseunternehmen | Eigene Reisen, Routen, Abfahrten | Abfahrten, Auslastung |
Im Geschäftsreisebüro gibt es keine Laufkundschaft. Hier zählen Reiserichtlinien, Erreichbarkeit und schnelle Umbuchungen, und an die Stelle der Urlaubsziele treten die Firmenkunden:
Berufserfahrung
- Buchung von Flug, Bahn, Hotel und Mietwagen für 46 Firmenkunden nach deren Reiserichtlinien, monatlich rund 620 Vorgänge in Amadeus Selling Platform Connect.
- Umbuchung und Erstattung bei Flugausfällen im Bereitschaftsdienst jede 4. Woche, durchschnittlich 9 Fälle je Dienst.
- Einführung des Online-Buchungssystems Cytric bei 11 Kunden, Schulung von 85 Beschäftigten dieser Unternehmen.
Kenntnisse, Buchungssysteme und Sprachkenntnisse im Lebenslauf für Tourismuskaufleute
Unter „Kenntnisse“ stehen Stichworte, und zu jedem gehört ein Eintrag im Lebenslauf, der es stützt. Die Begriffe dafür stehen im Ausbildungsberufsbild: Destinationen, Reise- und Beförderungsrecht, Beschwerdemanagement, Kosten- und Leistungsrechnung.
| Kenntnis | Art | So weisen Sie sie nach |
|---|---|---|
| Zielgebiete | fachlich | Zielgebiete im Kurzprofil, dazu Inforeisen oder Schulungen mit Jahr unter „Weiterbildung“ |
| Flugtarife und Ticketing | fachlich | Stichpunkt mit Buchungsvolumen und dem Reservierungssystem |
| Reise- und Beförderungsrecht | fachlich | Reklamationen mit Anzahl und Bearbeitungsfrist |
| Kalkulation | fachlich | Kalkulierte Reisen oder Gruppen mit Teilnehmerzahl |
| Verkaufsstärke | persönlich | Umsatz, Versicherungsquote oder Wiederbuchungen |
| Organisationsgeschick | persönlich | Gruppenreisen, Messereisen oder Bereitschaftsdienste mit ihrem Umfang |
| Amadeus, Bistro Portal, Midoco | EDV | Unter „EDV-Kenntnisse“, im Stichpunkt mit dem Einsatzzweck |
Buchungssysteme nennen Sie mit Produktnamen. „Gängige Reservierungssysteme“ hilft niemandem, der wissen will, ob Sie mit Amadeus oder mit Sabre gearbeitet haben.
Die Fremdsprache gehört zum Beruf: Das Ausbildungsberufsbild führt „Anwenden einer Fremdsprache bei Fachaufgaben“ als eigenen Punkt. Jede Sprache bekommt eine Einstufung und das Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER). „Verhandlungssicher“ steht nur dort, wo ein Auslandsaufenthalt oder der tägliche Schriftverkehr mit Hotels und Agenturen dahintersteht.
Kenntnisse
Beratung und Verkauf · Kreuzfahrten · Gruppenreisen · Zielgebiete Kanaren, Griechenland, Namibia · Reklamationsbearbeitung
EDV-Kenntnisse: Amadeus Selling Platform Connect · Bistro Portal · Midoco · MS Office
Sprachkenntnisse:
Deutsch: Muttersprache
Englisch: fließend (B2)
Spanisch: gute Kenntnisse (B1)
Ausbildung zum Tourismuskaufmann: Bezeichnung, Wahlqualifikation und IHK-Note
Die Ausbildung dauert nach der Ausbildungsordnung 3 Jahre und endet mit der Abschlussprüfung vor der IHK. In den Lebenslauf gehört die Bezeichnung laut Prüfungszeugnis, und die ist länger als im Alltag: Tourismuskaufmann (Kaufmann für Privat- und Geschäftsreisen).
Diese Bezeichnung gibt es seit dem 1. August 2011. Wer seine Ausbildung davor begonnen hat, hat sie in der Regel als Reiseverkehrskaufmann abgeschlossen; laufende Verträge konnten damals aber per Vereinbarung auf die neue Verordnung umgestellt werden. Maßgeblich ist deshalb Ihr Zeugnis und nicht das Jahr der Prüfung.
| Ausbildung | So steht es im Lebenslauf |
|---|---|
| Beginn ab 08/2011 | Ausbildung zum Tourismuskaufmann (Kaufmann für Privat- und Geschäftsreisen), dazu die Wahlqualifikation |
| Beginn vor 08/2011 | In der Regel Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann, sonst die Bezeichnung laut Zeugnis |
| Kaufmann für Tourismus und Freizeit | Ein eigener Ausbildungsberuf mit eigener Bezeichnung, keine Variante des Tourismuskaufmanns |
| Zusätzlich geprüfte Wahlqualifikationseinheit | Als eigene Angabe mit dem Wort „Zusatzqualifikation“, etwa „Zusatzqualifikation Geschäftsreisen“ |
Die Wahlqualifikation wird im Ausbildungsvertrag festgelegt, und das fallbezogene Fachgespräch der Abschlussprüfung baut auf ihr auf. Dieses Gespräch geht mit 30 % in das Gesamtergebnis ein. Nennen Sie die Einheit deshalb in der Ausbildungszeile, vor allem wenn sie zur ausgeschriebenen Stelle passt.
Das IHK-Zeugnis nennt das Ergebnis in Punkten und als Note in Worten. So steht es auch im Lebenslauf, solange die Prüfung höchstens 10 Jahre zurückliegt; eine selbst umgerechnete Dezimalnote gehört nicht hinein. Die Zwischenprüfung erwähnen Sie nicht.
Falsch
Ausbildung Reisekauffrau, Abschluss 1,8.
Richtig
Ausbildung zur Tourismuskauffrau (Kauffrau für Privat- und Geschäftsreisen), Wahlqualifikation Reisevermittlung. Abschlussprüfung vor der IHK Nürnberg für Mittelfranken, Note: gut (88 Punkte).
Bezeichnung, Wahlqualifikation, Kammer und Note stimmen mit dem Zeugnis überein, das der Bewerbung beiliegt.
Unter der Bezeichnung steht der Ausbildungsbetrieb oder die Berufsschule, jeweils mit Ort. Die Zeile darunter nennt Wahlqualifikation, Prüfung und Note, und als letzter Eintrag des Abschnitts folgt der Schulabschluss.
Ausbildung
Wahlqualifikation Reisevermittlung. Abschlussprüfung vor der IHK Nürnberg für Mittelfranken, Note: gut (88 Punkte).
Weiterbildung für Tourismuskaufleute: Tourismusfachwirt, Ausbildereignung und Schulungen
Unter „Weiterbildung“ steht jede Fortbildung mit Anbieter und Jahr, die jüngste oben. Als naheliegenden Aufstieg nennt BERUFENET die Prüfung zum Tourismusfachwirt.
Der Abschluss heißt seit Juli 2012 Geprüfter Tourismusfachwirt und ist ein Fortbildungsabschluss nach einer Prüfungsverordnung des Bundes. Zugelassen wird unter anderem, wer die Abschlussprüfung in einem 3-jährigen Ausbildungsberuf der Tourismuswirtschaft bestanden hat und danach mindestens 1 Jahr Berufspraxis nachweist. Haben Sie die Prüfung noch nach den älteren Regelungen der Kammern abgelegt, übernehmen Sie die Bezeichnung von Ihrem Zeugnis.
Weiterbildung
- Geprüfte Tourismusfachwirtin, IHK-Fortbildungsprüfung, 2024
- Ausbildereignung nach AEVO, IHK Nürnberg für Mittelfranken, 2022
- Interne Schulung Kreuzfahrtverkauf, Reisebüro Kiebitzflug GmbH, 2021
Kurze Schulungen von Veranstaltern, Reedereien und Fremdenverkehrsämtern sammeln sich in der Touristik schnell an. Führen Sie die 3 oder 4 auf, die zur Stelle passen, und fassen Sie Inforeisen in einer Zeile zusammen, etwa „Inforeisen: Kreta 2022, Namibia 2025“.
Lebenslauf für die Ausbildung zum Tourismuskaufmann und für Quereinsteiger
Rechtlich ist für die Ausbildung keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Von den 942 Personen, die 2024 laut BERUFENET die Ausbildung begannen, hatten 49 % die Hochschulreife und 44 % einen mittleren Bildungsabschluss.
Im Lebenslauf für den Ausbildungsplatz steht die Schule mit Zeitraum, Schulart, Name, Ort und dem angestrebten oder erreichten Abschluss. Dazu passen Ihre Noten in Erdkunde, Deutsch, Englisch, Mathematik und Wirtschaft, denn vertiefte Kenntnisse in diesen Fächern nennt BERUFENET als gute Voraussetzung für die Ausbildung.
Praktika und Ferienjobs stehen unter „Berufserfahrung“, auch ein Schülerpraktikum von 2 Wochen im Reisebüro. Ein Schüleraustausch oder ein Jahr als Au-pair gehört mit Land, Ort und Dauer in den Lebenslauf, weil beides Ihre Sprachkenntnisse untermauert.
Kommen Sie als Quereinsteiger aus der Hotellerie, dem Luftverkehr oder dem Kundenservice, bringen Sie Verkaufserfahrung, Systemkenntnisse und Fremdsprachen bereits mit. Setzen Sie bei jeder früheren Stelle die Stichpunkte nach oben, die Beratung, Buchung oder Reklamationsbearbeitung zeigen.
Wer ohne Ausbildung seit Jahren im Reisebüro arbeitet, kann den Abschluss über die Externenprüfung nachholen. Nach § 45 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes wird zur Abschlussprüfung auch zugelassen, wer mindestens das Eineinhalbfache der Ausbildungsdauer in dem Beruf tätig war, hier also 4,5 Jahre.
Häufige Fragen zum Lebenslauf als Tourismuskaufmann
Wie lang darf ein Lebenslauf als Tourismuskaufmann sein?
Bis zu 2 DIN-A4-Seiten; diese Obergrenze nennt die Bundesagentur für Arbeit. Mit mehreren Stellen, einer Fortbildung und einer Reihe von Schulungen füllen Sie die zweite Seite ohne Mühe, und niemand wertet das als Nachteil. Für den Ausbildungsplatz ist 1 Seite das übliche Maß. Die Muster hier umfassen 1 Seite; ein Maßstab für Ihren Lebenslauf ist das nicht.
Gehört ein Foto in den Lebenslauf für das Reisebüro?
Ein Foto können Sie verwenden, müssen es aber nicht, und kein Arbeitgeber darf eines von Ihnen verlangen. Bei der Bundesagentur für Arbeit steht beides: Die Lebenslauf-Seite nennt das Foto „kein Muss mehr“, das Bewerbungstraining plant den Lebenslauf weiterhin mit Foto ein. In inhabergeführten Reisebüros ist es nach wie vor verbreitet. Wer sich dafür entscheidet, nimmt ein Bild vom Fotografen und kein Urlaubsfoto.
Schreibe ich Tourismuskaufmann oder Reiseverkehrskaufmann?
Sie schreiben die Bezeichnung, die auf Ihrem Prüfungszeugnis steht. Bei Ausbildungsbeginn ab August 2011 ist das „Tourismuskaufmann (Kaufmann für Privat- und Geschäftsreisen)“, davor in der Regel „Reiseverkehrskaufmann“. Eine ältere Bezeichnung ändern Sie nicht nachträglich, auch wenn die Stellenanzeige die neue verwendet.
Soll die Note der Abschlussprüfung vor der IHK im Lebenslauf stehen?
In den ersten rund 10 Jahren nach der Prüfung ja, und zwar wie auf dem Zeugnis: mit Punkten und in Worten, etwa „gut (88 Punkte)“. Geben Sie dann auch die Noten Ihrer übrigen Abschlüsse aus dieser Zeit an. Das Zeugnis der Fortbildungsprüfung zum Geprüften Tourismusfachwirt weist die Gesamtnote nach der geltenden Prüfungsverordnung als Dezimalzahl mit einer Nachkommastelle und in Worten aus.
Wie gebe ich Saisonstellen im Ausland an?
Jede Saison bekommt einen eigenen Eintrag mit Monat und Jahr, Arbeitgeber, Ort und Land; bei mehreren Jahren am selben Ort genügt ein Eintrag mit den einzelnen Zeiträumen. Für die Monate dazwischen gilt die Empfehlung der Bundesagentur für Arbeit, Unterbrechungen von mehr als 2 Monaten anzugeben und dazuzuschreiben, was Sie in der Zeit gemacht haben.
Gehören Referenzen von Kunden oder Vorgesetzten in den Lebenslauf?
Nein, in einem deutschen Lebenslauf stehen weder Namen noch Telefonnummern früherer Vorgesetzter. § 109 der Gewerbeordnung gibt Ihnen am Ende jedes Arbeitsverhältnisses Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis, und damit weisen Sie Ihre Arbeit nach. In die Anlagen kommen Kopien Ihrer letzten 2 bis 4 Arbeitszeugnisse, das jüngste obenauf, dazu das IHK-Prüfungszeugnis.
Fazit
Ein Lebenslauf als Tourismuskaufmann zeigt bei jeder Stelle, was Sie verkauft, eingekauft oder organisiert haben und in welchem Umfang. Die Ausbildung steht mit der Bezeichnung vom Zeugnis, der Wahlqualifikation und der IHK-Note darin, die Buchungssysteme mit ihrem Namen. Warum Sie gerade zu diesem Arbeitgeber wollen, erklären Sie im Anschreiben.


