Lebenslauf als Schornsteinfeger: 3 Beispiele und Anleitung (2026)

Ein Kehrbetrieb liest Ihren Lebenslauf mit Blick auf die Tour: Wie groß war Ihr Kehrbezirk, welche Feuerstätten und Lüftungsanlagen kennen Sie, und was erledigen Sie ohne Begleitung? Abschnitt für Abschnitt zeigt diese Seite, was Gesellen und Meister eintragen und wie sie es formulieren.

Aktualisiert am 11 Min. Lesezeit

Lebenslauf-Beispiel: Schornsteinfeger im ländlichen Kehrbezirk

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Prüfungszeugnis steht Schornsteinfeger oder Schornsteinfegerin, auch nach der neuen Ausbildungsverordnung von 2025, und genau diese Bezeichnung gehört unter „Ausbildung“.
  • Jeder Stichpunkt nennt eine Größe aus dem Kehrbezirk: Liegenschaften, Kundentermine am Tag, Messungen oder gereinigte Lüftungsanlagen im Jahr.
  • Feuerstättenschau, Feuerstättenbescheid und Kehrbuch gehören nach dem Schornsteinfeger-Handwerksgesetz zum Amt des bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegers, weshalb Gesellen ihre Zuarbeit beschreiben und nie die hoheitliche Aufgabe selbst.
  • Bis etwa zum 10. Gesellenjahr steht die Note der Gesellenprüfung im Lebenslauf, und zwar so, wie das Zeugnis sie nennt, etwa „gut (81 Punkte)“.
  • Für die Bewerbung um einen Kehrbezirk kann die Behörde nach § 9a SchfHwG einen tabellarischen Lebenslauf mit genauen Angaben zu Vorbildung und Werdegang verlangen.

Was ein Kehrbetrieb im Lebenslauf sucht und wie Sie ihn gliedern

Schornsteinfeger arbeiten laut BERUFENET, der Berufsdatenbank der Bundesagentur für Arbeit, hauptsächlich in Betrieben des Schornsteinfegerhandwerks, daneben in Energieberatungsunternehmen. In einem Kehrbetrieb liest Ihre Bewerbung in aller Regel der Inhaber selbst, ein Meister, der jede Angabe fachlich einordnen kann.

Die Abschnitte stehen in Tabellenform untereinander, und in jedem Abschnitt beginnt die Liste mit dem jüngsten Eintrag. Für Gesellen und Meister ergibt sich daraus diese Abfolge:

  1. Persönliche Daten, darunter der Führerschein
  2. Kurzprofil mit Kehrbezirk und Berufsjahren (freiwillig)
  3. Berufserfahrung mit Betrieb, Ort und Zeitraum
  4. Ausbildung mit Gesellenprüfung und Schulabschluss
  5. Weiterbildung: Meisterprüfung, Lehrgänge, Schulungen
  6. Kenntnisse, EDV-Kenntnisse und Sprachkenntnisse
  7. Ehrenamt und Interessen
  8. Ort, Datum und Unterschrift

Die Bundesagentur für Arbeit begrenzt den Lebenslauf auf 2 DIN-A4-Seiten. Ein Meister mit mehreren Betrieben und Lehrgängen nutzt beide; Gesellen in den ersten Berufsjahren füllen meist 1 Seite.

Zu den persönlichen Angaben zählt die Bundesagentur für Arbeit auch das Geburtsdatum. Ein Gesetz, das es verlangt, gibt es nicht, und wer es streicht, hat trotzdem einen vollständigen Lebenslauf. Den Führerschein Klasse B lassen Sie dagegen nie weg, denn in einem ländlichen Kehrbezirk fährt jeder Geselle seine Tour mit dem Betriebsfahrzeug.

Kurzprofil für Schornsteinfeger: Kehrbezirk, Berufsjahre, eigene Tour

Pflicht ist das Kurzprofil in Deutschland nicht. Nützlich sind die 3 bis 4 Zeilen, wenn Sie den Betrieb oder das Bundesland wechseln, denn dann kennt der neue Chef weder Ihren Kehrbezirk noch dessen Feuerstätten.

Formel für das Kurzprofil

Berufsbezeichnung mit Zahl Berufsjahren als Geselle oder Meister in Art und Lage des Kehrbezirks. Arbeiten, die Sie allein ausführen, mit einer Zahl. Zusatzaufgabe: freie Dienstleistung mit Kunden oder Stückzahl. Lehrgang oder Prüfung mit Jahr.

Beispiel

Schornsteinfeger mit 9 Berufsjahren als Geselle in einem ländlichen Kehrbezirk bei Fulda. Eigene Tour mit Kehrung, Überprüfung und Messungen an Öl-, Gas- und Holzfeuerungen, täglich 12 bis 15 Kundentermine. Zusatzaufgabe: Wartung von Rauchwarnmeldern für 2 Wohnungsgenossenschaften. Ausbildereignung nach AEVO seit 2025.

Eigenschaften lassen Sie weg: Gewissenhaft und freundlich nennt sich jeder Bewerber. Die Größe des Kehrbezirks und die Zahl der Termine dagegen kann ein Betrieb im Gespräch überprüfen.

Falsch

Gewissenhafter Schornsteinfeger mit sicherem Auftreten beim Kunden, schwindelfrei und körperlich fit.

Richtig

Schornsteinfeger, seit 13 Jahren Geselle, davon 7 in einem städtischen Kehrbezirk mit rund 1.900 Liegenschaften und überwiegend Gasfeuerstätten in Mehrfamilienhäusern.

Gesellenjahre, Größe des Kehrbezirks und Art der Feuerstätten zeigen dem Betrieb, auf welcher Tour er Sie einsetzen kann.

Berufserfahrung als Schornsteinfeger: Stichpunkte mit Kehrbezirk und Stückzahlen

Jede Stelle beginnt mit Ihrer Bezeichnung laut Arbeitsvertrag, dem Kehrbetrieb samt Ort und den Monaten, in denen Sie dort angefangen und aufgehört haben. Je Arbeitgeber empfiehlt die Bundesagentur für Arbeit 3 bis 5 kurze Stichpunkte; den vollen Umfang braucht nur die aktuelle Stelle.

Formuliert wird im Substantivstil: Den Kern jedes Stichpunkts bildet ein Substantiv wie Kehrung, Überprüfung, Messung oder Beratung; ein Satz mit „ich“ wird daraus nie. Jeder Stichpunkt bekommt eine Zahl, weil Kehr- und Überprüfungsarbeiten jeder Geselle ausführt und erst der Umfang Ihre Stelle von den anderen unterscheidet.

Falsch

Zuständig für Kehr- und Überprüfungsarbeiten sowie Messungen im Kehrbezirk.

Richtig

Kehr- und Überprüfungsarbeiten auf eigener Tour durch 6 Ortsteile, dazu jährlich rund 520 Messungen nach der 1. BImSchV an Öl-, Gas- und Feststofffeuerungen.

Tour und Messungen zeigen, dass Sie allein unterwegs sind und welche Feuerungen Sie kennen.

Bei dem Gesellen aus Fulda, dessen Kurzprofil oben als Beispiel dient, sieht die aktuelle Stelle so aus:

So sieht es im Lebenslauf aus

Berufserfahrung

Schornsteinfeger08/2017 – heute
Schornsteinfegerbetrieb Giebelstern, Fulda
  • Seit 2018 eigene Tour in einem ländlichen Kehrbezirk mit rund 2.300 Liegenschaften, überwiegend Ein- und Zweifamilienhäusern mit Öl- und Holzfeuerung.
  • Abgaswegüberprüfung an jährlich rund 640 Gasfeuerstätten einschließlich Bescheinigung für die Eigentümer.
  • Wartung von 1.150 Rauchwarnmeldern in 9 Wohnanlagen.

Zählen lässt sich in diesem Handwerk fast alles, denn jede Arbeit wird je Feuerstätte oder Abgasanlage erfasst:

Wo im Kehrbezirk die Zahlen für Ihre Stichpunkte stecken
BereichSo kann der Stichpunkt lauten
KehrungKehrung von jährlich rund 1.400 Schornsteinen und Abgasleitungen in 5 Gemeinden.
MessungenMessungen nach der 1. BImSchV an 85 Holz- und Pelletkesseln je Heizperiode.
LüftungReinigung von 30 Wohnungslüftungsanlagen und 12 gewerblichen Dunstabzugsanlagen pro Jahr.
Mängel2025 Vermerk von 46 Mängeln im Formblatt, davon 3 mit Sofortmeldung an die Behörde.
NachwuchsAnleitung von 2 Auszubildenden auf der Tour bis zur bestandenen Gesellenprüfung.

Feuerstättenschau, Kehrbuch und freie Dienstleistungen: Was Gesellen und Meister angeben

Das Schornsteinfeger-Handwerksgesetz (SchfHwG) trennt 2 Arten von Arbeit. Kehren, Überprüfen und Messen darf jeder Betrieb, der mit dem Schornsteinfegerhandwerk in die Handwerksrolle eingetragen ist. Seine Beschäftigten dürfen diese Arbeiten nach § 2 SchfHwG ohne Begleitung des Betriebsleiters ausführen, wenn sie mindestens die Gesellenprüfung im Schornsteinfegerhandwerk oder eine vergleichbare Qualifikation besitzen.

Die Feuerstättenschau, der Feuerstättenbescheid und das Kehrbuch gehören dagegen zum Amt des bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegers, den die Behörde für einen Bezirk bestellt. Diese Grenze muss im Lebenslauf sichtbar bleiben:

Wer welche Aufgabe ausführt und wie sie im Lebenslauf steht
AufgabeWer sie ausführtIm Lebenslauf
Kehren, Überprüfen, MessenGesellen und Meister eines eingetragenen BetriebsAls eigene Arbeit mit Stückzahl und Art der Feuerungen
FeuerstättenschauDer bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger; ein Betriebsangehöriger nur, wenn ihn die Behörde nach § 11b SchfHwG als Vertreter dafür bestellt hatGesellen nennen die Zuarbeit, etwa die Terminankündigung; bestellte Vertreter nennen die Bestellung mit Jahr
Feuerstättenbescheid und KehrbuchDer bevollmächtigte BezirksschornsteinfegerAls Zuarbeit, etwa die Erfassung neuer Feuerstätten für das Kehrbuch
Freie DienstleistungenDer Betrieb ohne hoheitlichen Auftrag, im Wettbewerb mit anderen AnbieternMit Kunden und Stückzahl: Rauchwarnmelder, Lüftungsreinigung, Energieberatung

Falsch

Durchführung von Feuerstättenschauen und Ausstellung von Feuerstättenbescheiden.

Richtig

Vorbereitung von jährlich rund 650 Feuerstättenschauen des Betriebsinhabers: Terminankündigung und Zusammenstellung der Daten aus dem Kehrbuch.

Ein Geselle, der die Schau für sich beansprucht, behauptet eine Befugnis, die er nicht hat, und jeder Meister bemerkt das beim ersten Lesen.

Bewerbung um einen Kehrbezirk: Der Lebenslauf als verlangte Unterlage

Die Bestellung zum bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger wird öffentlich ausgeschrieben und ist auf 7 Jahre befristet. Nach § 9a SchfHwG kann die Behörde unter anderem einen tabellarischen Lebenslauf mit genauen Angaben zu beruflicher Vorbildung und beruflichem Werdegang verlangen, dazu die Zeugnisse über Gesellen- und Meisterprüfung sowie Nachweise über bisherige Schornsteinfegertätigkeiten und berufsbezogene Fortbildungen. Für diese Bewerbung zählt Vollständigkeit mehr als Kürze: jede Stelle mit Monat und Jahr, jeder Lehrgang mit Veranstalter, kein unerklärter Zeitraum.

Kenntnisse für Schornsteinfeger: Messtechnik, Lüftung, Beratung und EDV

Unter „Kenntnisse“ stehen Stichworte, und zu jedem findet der Leser weiter oben einen Stichpunkt oder unter „Weiterbildung“ einen Lehrgang. Die Ausbildungsverordnung von 2025 kennt neben „Betriebssicherheit sowie Brandsicherheit“ die Prüfungsbereiche „Klimaschutz und Energieeffizienz“ und „Lüftungstechnik“. Praxis in diesen Feldern ist deshalb auch bei einem älteren Abschluss eine Zeile wert.

Kenntnisse im Schornsteinfegerhandwerk und ihr Nachweis
KenntnisSo weisen Sie die Kenntnis nach
MesstechnikZahl und Art der Messungen bei der jeweiligen Stelle, dazu das Messgerät mit Hersteller und Typ
Lüftungs- und DunstabzugsanlagenGereinigte oder geprüfte Systeme pro Jahr, getrennt nach Wohnungen und Gewerbe
BrandschutzWartung von Rauchwarnmeldern mit Stückzahl oder ein Ehrenamt in der Freiwilligen Feuerwehr
EDV-KenntnisseDie Kehrbezirkssoftware Ihres Betriebs mit Produktnamen, dazu Tabellenkalkulation und die mobile Datenerfassung auf der Tour

Ausbildung zum Schornsteinfeger: Gesellenprüfung, Meisterbrief und Bestellung im Lebenslauf

Die Ausbildung dauert 3 Jahre und endet im Handwerk mit der Gesellenprüfung. Seit dem 1. August 2025 gilt eine neue Schornsteinfeger-Ausbildungsverordnung; die Berufsbezeichnung ist geblieben: Schornsteinfeger oder Schornsteinfegerin.

Für jede weitere Stufe richtet sich die Bezeichnung nach dem Zeugnis oder dem Bescheid, den Sie darüber erhalten haben:

Bezeichnungen von der Ausbildung bis zum eigenen Bezirk
StufeSo steht es im Lebenslauf
AusbildungAusbildung zum Schornsteinfeger, in der nächsten Zeile die Gesellenprüfung mit Note
MeisterprüfungMeisterprüfung im Schornsteinfegerhandwerk mit Handwerkskammer und Jahr, in der Kopfzeile der Titel Schornsteinfegermeister; die Bezeichnung „Bachelor Professional im Schornsteinfeger-Handwerk“ dürfen Meister zusätzlich führen
Bestellung ab 2013Bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger mit dem Jahr der Bestellung und dem Landkreis oder der Stadt des Bezirks
Bestellung vor 2013Bezirksschornsteinfegermeister, die Amtsbezeichnung bis zum Inkrafttreten der heutigen Vorschriften am 1. Januar 2013
EnergieberatungGebäudeenergieberater (HWK) mit Kammer und Jahr; die Bezeichnung kann je nach Kammer abweichen, maßgeblich ist Ihr Zeugnis

Im Gesellenprüfungszeugnis stehen eine Punktzahl und die Note als Wort. Beides übernehmen Sie so in den Lebenslauf, bis Ihr Gesellenbrief etwa 10 Jahre alt ist. Nennen Sie diese Note, dann zeigen Sie auch die übrigen Abschlussnoten aus diesen 10 Jahren.

Als Ort der Ausbildung nennen Sie den Ausbildungsbetrieb oder die Berufsschule. Der Unterricht findet laut BERUFENET teilweise in länderübergreifenden Fachklassen statt, für Auszubildende aus Bremen, Hamburg und Niedersachsen etwa in Hannover.

So sieht es im Lebenslauf aus

Ausbildung

Ausbildung zum Schornsteinfeger08/2014 – 07/2017
Schornsteinfegerbetrieb Giebelstern, Fulda

Gesellenprüfung im Schornsteinfegerhandwerk, Note: gut (81 Punkte).

Den Titel Schornsteinfegermeister erwerben Sie mit der Meisterprüfung; ein Lehrgang ist für die Zulassung nicht vorgeschrieben. Besuchen Sie die Meisterschule in Vollzeit, steht sie als eigener Zeitraum unter „Ausbildung“, damit zwischen 2 Betrieben keine Lücke bleibt. Berufsbegleitende Lehrgänge und Prüfungsteile gehören mit Veranstalter und Jahr unter „Weiterbildung“:

So sieht es im Lebenslauf aus

Weiterbildung

  • Ausbildereignung nach AEVO, Handwerkskammer Kassel, 2025
  • Interne Schulung zur Reinigung von Wohnungslüftungsanlagen, Schornsteinfegerbetrieb Giebelstern, 2022

Lebenslauf für den Ausbildungsplatz, für Berufseinsteiger und Quereinsteiger im Schornsteinfegerhandwerk

Unter den 849 Auszubildenden, die 2024 angefangen haben, hatten laut BERUFENET 58 % einen mittleren Bildungsabschluss, 25 % einen Hauptschulabschluss und 16 % die Hochschulreife. Vorgeschrieben ist kein bestimmter Abschluss.

Geht Ihre Bewerbung an einen Ausbildungsbetrieb, füllt die Schule den Abschnitt „Ausbildung“: Schulart, Name, Ort, Jahre und der Abschluss, den Sie haben oder erwarten. Geben Sie Ihre Noten in Physik, Chemie und Mathematik dazu an. Diese Fächer gelten laut derselben Datenbank als gute Voraussetzung für die Ausbildung, neben Werken oder Technik und Deutsch.

Ein Praktikum im Kehrbetrieb steht unter „Berufserfahrung“, auch wenn es kurz war. Halten Sie fest, wobei Sie zugesehen und was Sie selbst getan haben:

So sieht es im Lebenslauf aus

Berufserfahrung

Schülerpraktikum03/2026
Schornsteinfegerbetrieb Firstlicht, Paderborn
  • 10 Tage Begleitung eines Gesellen auf der Tour durch einen städtischen Kehrbezirk mit täglich rund 14 Kundenterminen.
  • Notieren der Messwerte an 40 Gasthermen und Reinigung der Kehrgeräte am Ende jedes Arbeitstags.

Nach der Gesellenprüfung besteht Ihre Berufserfahrung aus der Ausbildung selbst. Führen Sie den Ausbildungsbetrieb deshalb wie eine Stelle auf, mit dem Kehrbezirk und den Arbeiten, die Sie im 3. Ausbildungsjahr unter Aufsicht selbst ausgeführt haben. In den ersten beiden Gesellenjahren darf der Abschnitt „Ausbildung“ in Ihrem Lebenslauf auch über „Berufserfahrung“ stehen.

Kommen Sie aus einem anderen Beruf, etwa als Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, zählt im Lebenslauf alles, was mit Feuerstätten, Abgasanlagen und Messungen zu tun hatte. Ohne Begleitung arbeiten dürfen Sie im Kehrbetrieb erst mit der Gesellenprüfung im Schornsteinfegerhandwerk oder einer vergleichbaren Qualifikation.

Unter „Ehrenamt“ passt die Freiwillige Feuerwehr besonders gut. Brandschutz ist der Kern des Berufs, und nach § 16 SchfHwG leisten bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger auf Anforderung sogar Hilfe bei der Brandbekämpfung im eigenen Bezirk. Nennen Sie die Wehr, Ihre Funktion und das Jahr des Eintritts.

Häufige Fragen zum Lebenslauf als Schornsteinfeger

Schreibe ich im Lebenslauf Schornsteinfeger oder Kaminkehrer?

„Schornsteinfeger“ oder „Schornsteinfegerin“, denn so lautet die Berufsbezeichnung in der Ausbildungsverordnung und in Ihrem Prüfungszeugnis. „Kaminkehrer“ ist ein süddeutsches Alltagswort und darf in einer Stellenanzeige stehen, im Abschnitt „Ausbildung“ hat es nichts zu suchen.

Darf ich als Geselle die Feuerstättenschau im Lebenslauf nennen?

Als eigene Aufgabe nicht. Die Feuerstättenschau führt nach § 14 SchfHwG der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger durch, und ein Betriebsangehöriger vertritt ihn dabei nur mit einer Bestellung der Behörde nach § 11b SchfHwG. Haben Sie Termine angekündigt oder Daten zusammengestellt, schreiben Sie genau das und nennen die Zahl der Termine pro Jahr.

Gehört ein Foto in den Lebenslauf als Schornsteinfeger?

Ein Foto muss nicht sein, verlangen darf es kein Kehrbetrieb, und ob Ihr Lebenslauf eines zeigt, ist allein Ihre Sache. Die Bundesagentur für Arbeit bezeichnet das Foto in ihren Hinweisen zum Lebenslauf als „kein Muss mehr“, beschreibt im Bewerbungstraining aber weiterhin einen Lebenslauf mit Foto für den Fall, dass die Mappe kein Deckblatt hat. In kleinen Handwerksbetrieben ist ein Bild noch verbreitet. Dafür eignet sich eine Aufnahme aus dem Studio, kein Schnappschuss von der Tour.

Wie gebe ich eine Lücke zwischen zwei Kehrbetrieben an?

Tragen Sie den Zeitraum wie eine Stelle ein und schreiben Sie dazu, was Sie getan haben, etwa „Vollzeitlehrgang zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung“. Die Bundesagentur für Arbeit zieht die Grenze bei 2 Monaten: Jede längere Pause soll im Lebenslauf stehen und erklärt sein.

Nenne ich Referenzen oder lege ich Arbeitszeugnisse bei?

Arbeitszeugnisse. Jeder Kehrbetrieb, bei dem Sie ausscheiden, muss Ihnen ein schriftliches Zeugnis ausstellen, so regelt es § 109 der Gewerbeordnung; eine Liste mit Namen und Telefonnummern früherer Chefs enthält ein deutscher Lebenslauf deshalb nicht. Der Bewerbung liegen Kopien von 2 bis 4 Zeugnissen aus Ihren letzten Betrieben bei, das neueste obenauf, dazu das Gesellenprüfungszeugnis und, falls vorhanden, das Meisterprüfungszeugnis.

Gehört unter den Lebenslauf eine Unterschrift?

Das ist sinnvoll, verlangt wird es nicht: Die Bundesagentur für Arbeit schreibt, die Unterschrift sei nicht unbedingt notwendig, könne aber ein Vorteil sein. Unter den letzten Abschnitt setzen Sie Ort und Tagesdatum in der Form „Fulda, 12.10.2026“ und unterschreiben mit Vor- und Nachnamen. Geht die Bewerbung an eine Behörde, etwa für einen Kehrbezirk, ist der unterschriebene Lebenslauf üblich.

Fazit

Ein Lebenslauf als Schornsteinfeger beschreibt den Kehrbezirk, beziffert Kehrungen, Messungen und Beratungen und hält die eigene Arbeit von den hoheitlichen Aufgaben des Bezirksschornsteinfegers getrennt. Gesellenprüfung, Meisterprüfung und Bestellung stehen mit den Bezeichnungen darin, die Zeugnis und Bescheid nennen.

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