Das Wichtigste in Kürze
- Als Beruf tragen Sie Zimmerer oder Zimmerin ein, wie es auf dem Prüfungszeugnis steht; „Zimmermann“ ist das Alltagswort und keine Abschlussbezeichnung.
- Die Lehre im Handwerksbetrieb endet mit der Gesellenprüfung; wer im Industriebetrieb lernt, legt die Abschlussprüfung vor der IHK ab.
- Bis 10 Jahre nach der Prüfung gehört das Ergebnis dazu, als Punktzahl mit Note in Worten wie „gut (82 Punkte)“.
- Stichpunkte stehen im Substantivstil und nennen Bauteil und Menge: 14 Pfettendachstühle, 2.300 m² Wandelemente, 85 m³ Konstruktionsvollholz.
- Wanderjahre sind eine eigene Station mit Zeitraum, dem Schacht oder dem Zusatz „freireisend“ und den Betrieben, in denen Sie am längsten gearbeitet haben.
- Vorarbeiter steht als Funktion in der Station; bestandene Teile der Meisterprüfung im Zimmerer-Handwerk tragen Sie mit Kammer und Jahr ein.
Aufbau: Was eine Zimmerei im Lebenslauf eines Zimmerers sucht
BERUFENET, die Berufsdatenbank der Bundesagentur für Arbeit, zählt zu den Arbeitgebern von Zimmerern unter anderem Zimmereien, Ingenieurholzbaubetriebe, Treppenbaufirmen und Fassadenbauunternehmen. Gelesen wird Ihr Lebenslauf in all diesen Betrieben auf dieselben 3 Angaben hin: welche Konstruktionen Sie abbinden und richten, ob Sie nach Abbundplan selbstständig arbeiten und welche Aufgabe Sie in der Kolonne haben.
Innerhalb jedes Abschnitts läuft die Zeit rückwärts. Für die Abschnitte selbst passt bei einer Bewerbung im Holzbau diese Reihenfolge:
- Persönliche Daten mit Anschrift, Telefon, E-Mail, Geburtsdatum und Führerschein
- Kurzprofil, sofern Sie eines schreiben möchten
- Berufserfahrung: Funktion, Betrieb, Ort, Zeitraum, Stichpunkte
- Ausbildung mit Gesellen- oder Abschlussprüfung und Schulabschluss
- Weiterbildung
- Kenntnisse, EDV-Kenntnisse und Sprachkenntnisse
- Ehrenamt und Interessen
- Ort, Datum und Unterschrift
Geburtsdatum und Geburtsort stehen bei der Bundesagentur für Arbeit auf der Liste der Angaben für den Lebenslauf. Verlangt wird keines von beiden, und Familienstand oder Konfession trägt heute niemand mehr ein. Die Länge begrenzt die Bundesagentur auf 2 DIN-A4-Seiten; ein Geselle mit Wanderjahren, 3 Betrieben und Meisterschule füllt beide.
Kurzprofil für Zimmerer: Formel, Gegenbeispiel und Muster
Kein deutscher Betrieb vermisst ein Kurzprofil, wenn es fehlt. Sinnvoll wird es, sobald Ihre Stationen mehrere Bauweisen zeigen und der Meister in 3 bis 4 Zeilen erfahren soll, wo Sie zu Hause sind: im Dachstuhl, im Holzrahmenbau, in der Sanierung oder im Ingenieurholzbau.
Formel für das Kurzprofil
Berufsbezeichnung, Geselle seit Jahr, tätig im Holzrahmenbau, im Ingenieurholzbau oder in der Sanierung. Was Sie abbinden und richten, Menge pro Jahr oder größtes Bauwerk. Aufgabe in der Kolonne. Führerscheinklassen oder Lehrgang.
Beispiel
Zimmerer, Geselle seit 2015, tätig im Ingenieurholzbau. Abbund an der CNC-Anlage und Montage von Brettschichtholzbindern bis 32 m Spannweite, zuletzt 4 Hallen pro Jahr. Seit 2022 Führung einer Montagekolonne mit 5 Zimmerern. Führerschein Klassen B, BE und C.
Körperlich fit, sorgfältig, schwindelfrei, teamfähig: Diese 4 Anforderungen nennt schon die Berufsbeschreibung in BERUFENET, und ein Meister setzt sie bei jedem Gesellen voraus. Im Kurzprofil verbrauchen sie eine Zeile, in der Spannweite, Geschosszahl oder Kolonnengröße stehen könnte.
Falsch
Motivierter Zimmermann mit Leidenschaft für den Werkstoff Holz, handwerklichem Geschick und viel Erfahrung auf dem Bau.
Richtig
Zimmerer, Geselle seit 2012, tätig in der Fachwerksanierung, zuletzt Vorarbeiter für 3 Gesellen bei der Instandsetzung von 6 denkmalgeschützten Häusern pro Jahr.
Erst Fachwerk, Denkmalschutz und Kolonnengröße zeigen, welche Arbeit hinter der „Erfahrung auf dem Bau“ steckt.
Das Kurzprofil eines Gesellen aus Münster, der Wohnhäuser in Holzrahmenbauweise baut:
Kurzprofil
Zimmerer, Geselle seit 2021, tätig im Holzrahmenbau bei einer Zimmerei mit 16 Beschäftigten in Münster. Vorfertigung von Wand- und Deckenelementen in der Halle, Montage auf der Baustelle mit dem Autokran, dazu Dachstühle für Anbauten und Aufstockungen. Seit 2024 verantwortlicher Geselle auf der Baustelle. Führerschein Klassen B und BE, Teil III der Meisterprüfung 2026 bestanden.
Berufserfahrung als Zimmerer: Stichpunkte mit Bauweise, Holz und Menge
Über jeder Station stehen Ihre Funktion, der Betrieb mit Ort sowie Anfang und Ende als Monat und Jahr. Zur aktuellen Stelle gehören 3 bis 5 kurze Stichpunkte; bei den älteren genügen weniger.
Geschrieben werden die Stichpunkte als Wortgruppen und nicht als Sätze: kein „ich“, kein „habe“, kein „war“. Die Arbeit steht als Substantiv da, im Holzbau meist Abbund, Vorfertigung, Montage, Einbau oder Sanierung, und dahinter stehen Bauteil und Menge: Quadratmeter Wandelemente, Kubikmeter Holz, Meter Spannweite oder die Zahl der Dachstühle.
Falsch
Mitarbeit bei Dachstühlen, Holzrahmenbau und Innenausbau.
Richtig
Abbund und Richten von jährlich 14 Pfettendachstühlen für Einfamilienhäuser im Dreierteam, vom Abbundplan bis zum Aufbringen der Unterdeckung.
Aus Dachform, Stückzahl und Teamgröße liest der Meister ab, wie viel Dachstuhl er Ihnen ohne Aufsicht anvertrauen kann.
So steht die aktuelle Stelle des Münsteraner Gesellen im Lebenslauf:
Berufserfahrung
- Vorfertigung von jährlich rund 2.300 m² Wand- und Deckenelementen in Holzrahmenbauweise, einschließlich Holzfaser-Einblasdämmung und Beplankung.
- 2025 Montage von 11 Wohnhäusern und 2 Aufstockungen mit dem Autokran, Richtzeit je Haus 2 bis 3 Tage.
- Seit 2024 Einmessen der Schwellen mit dem Rotationslaser und Anleitung von 2 Auszubildenden beim Richten.
Die Mengen stehen im Abbundplan, auf der Holzliste und im Aufmaß. Je nach Arbeitsfeld eignen sich andere Größen:
| Arbeitsfeld | So kann der Stichpunkt lauten |
|---|---|
| Dachstuhl | Abbund von Hand und Aufrichten eines Walmdachs mit 4 Gauben und 260 m² Dachfläche in 9 Arbeitstagen. |
| Holzrahmenbau | Fertigung von 38 Außenwandelementen bis 9 m Länge für ein Mehrfamilienhaus mit 3 Geschossen. |
| Ingenieurholzbau | Montage von 18 Brettschichtholzbindern mit 24 m Spannweite für eine Reithalle. |
| Sanierung | Austausch von 46 m Schwelle und 19 Ständern aus Eiche an einem Fachwerkhaus von 1780, Zapfenverbindungen mit Holznägeln. |
| Treppen und Ausbau | Einbau von 7 eingestemmten Wangentreppen aus Buche und rund 420 m² Dielenboden bei 5 Dachausbauten. |
| Fassade | Montage von 640 m² hinterlüfteter Lärchenschalung samt Unterkonstruktion an einem Kindergarten. |
| Abbundanlage | Abbund von monatlich rund 85 m³ Konstruktionsvollholz an der CNC-Anlage, Einlesen der Maschinendaten eingeschlossen. |
Kenntnisse und EDV-Kenntnisse im Lebenslauf für Zimmerer
Unter „Kenntnisse“ genügen 5 bis 8 Stichworte, und die wichtigsten davon tauchen in einer Station mit Bauteil und Menge wieder auf. Die seit August 2026 geltende Ausbildungsordnung rechnet zum Berufsbild unter anderem das Herstellen von Holzkonstruktionen, von Unterkonstruktionen und Bekleidungen, das Sanieren und Instandhalten von Holzkonstruktionen, Maßnahmen zur Energieeffizienz sowie das Messen mit analogen und digitalen Geräten.
| Kenntnis | Beleg im Lebenslauf |
|---|---|
| Abbund | Von Hand oder an der Abbundanlage, mit Dachform oder Bauteil und der Stückzahl in der Station. |
| Holzrahmenbau | Quadratmeter Elemente oder die Zahl der Häuser, dazu Ihr Anteil: Vorfertigung, Montage oder beides. |
| Holzverbindungen | Die Verbindung beim Namen, etwa Zapfen, Versatz oder Schwalbenschwanz, an einem bestimmten Bauwerk. |
| Wärmeschutz | Dämmstoff und Einbauart mit Fläche, etwa 900 m² Holzfaser-Einblasdämmung in Wandelementen. |
| Aufmaß und Einmessen | Ein Stichpunkt zum Einmessen mit Rotationslaser oder Tachymeter oder zum Aufmaß im Bestand. |
| Maschinen und Hebezeuge | Die Geräte, die Sie selbst führen, etwa Ladekran, Teleskopstapler oder Hubarbeitsbühne; den Lehrgang dazu unter „Weiterbildung“, falls Sie einen besucht haben. |
| EDV-Kenntnisse | Programme mit Namen, wenn Sie selbst damit arbeiten: Abbundsoftware wie SEMA, cadwork oder Dietrich's, dazu die Apps für Aufmaß und Zeiterfassung. |
Beim Gesellen aus Münster ergibt das wenige Zeilen, die alle auf seine Station zurückverweisen:
Kenntnisse
Holzrahmenbau (Vorfertigung und Montage) · Abbund von Dachstühlen für Anbauten · Aufstockungen in Holzbauweise · Einmessen mit Rotationslaser · Holzfaser-Einblasdämmung
EDV-Kenntnisse: SEMA (Abbundpläne und Einzelstabzeichnungen) · digitale Zeiterfassung · MS Excel
Ausbildung zum Zimmerer: Gesellenprüfung, Abschlussprüfung und Ausbaufacharbeiter
Das Zimmerer-Handwerk ist zulassungspflichtig und steht in der Anlage A der Handwerksordnung unter der Nummer 3. Die Ausbildung dauert 3 Jahre und ist zugleich nach dem Berufsbildungsgesetz anerkannt, weshalb auch Industriebetriebe ausbilden. Auf dem Zeugnis steht Zimmerer oder Zimmerin. „Zimmermann“ sagt man auf der Baustelle; in die Ausbildungszeile gehört das Wort vom Zeugnis.
Wie der Eintrag aussieht, hängt von Ihrem Weg zum Abschluss ab:
| Ihr Weg | Eintrag unter „Ausbildung“ |
|---|---|
| Lehre in einer Zimmerei | Ausbildung zum Zimmerer, in der Zeile danach die Gesellenprüfung mit Handwerkskammer oder Innung, je nachdem, wen das Zeugnis nennt |
| Lehre im Industriebetrieb, etwa bei einem Fertighaushersteller | Ausbildung zum Zimmerer, darunter folgt die Abschlussprüfung vor der IHK |
| Erst Ausbaufacharbeiter, dann Zimmerer | Zuerst die 2 Jahre zum Ausbaufacharbeiter mit dem Schwerpunkt laut Zeugnis und eigener Prüfung, darüber als zweite Zeile das Aufbaujahr zum Zimmerer |
| Erstes Jahr an der Berufsfachschule oder im Berufsgrundbildungsjahr | Eigene Zeile mit Schule und Ort, darüber die Ausbildung im Betrieb mit ihrem tatsächlichen Zeitraum |
| Ausbildung nach der Verordnung, die seit August 2026 gilt | Prüfung in Teil 1 und Teil 2; Teil 1 liegt im vierten Ausbildungshalbjahr, Teil 2 am Schluss der Lehre |
Wer nach der Verordnung von 1999 gelernt hat, hat eine Zwischenprüfung und am Ende eine einzige Gesellen- oder Abschlussprüfung abgelegt. Die Zwischenprüfung ist kein Abschluss und bleibt im Lebenslauf weg. Sind seit der Prüfung weniger als 10 Jahre vergangen, schreiben Sie das Ergebnis dazu, so, wie das Zeugnis es ausweist: als Punktzahl mit der Note in Worten. In eine Dezimalnote rechnen Sie nichts um.
Falsch
Zimmermannslehre 2016 bis 2019, Gesellenbrief Note 2,0.
Richtig
Ausbildung zum Zimmerer, 08/2016 – 07/2019. Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer Münster, Note: gut (89 Punkte).
Die Zeile nennt den Beruf wie das Zeugnis, die prüfende Kammer und das Ergebnis in Punkten statt einer selbst errechneten 2,0.
Unter der Berufsbezeichnung steht der Ausbildungsbetrieb oder die Berufsschule mit Ort, eine Zeile tiefer die Prüfung. Ganz unten im Abschnitt folgt der Schulabschluss mit Schule und Jahr.
Ausbildung
Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer Münster, Note: gut (82 Punkte).
Wanderjahre im Lebenslauf: So tragen Zimmerer die Walz ein
Die Handwerksgesellenwanderschaft, die Walz, steht seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Laut der Deutschen UNESCO-Kommission gehen Gesellen nach der Lehre auf mehrjährige Wanderschaft, organisiert in einem der Schächte oder freireisend, und halten ihre Arbeitsaufenthalte in einem persönlichen Reisebuch fest.
Im Lebenslauf sind diese Jahre Berufserfahrung und stehen als eine Station mit Anfangs- und Endmonat da. Ohne den Eintrag entstünde zwischen Lehre und fester Stelle eine Lücke von mehreren Jahren, und laut Bundesagentur für Arbeit soll ein Lebenslauf schon Pausen von mehr als 2 Monaten benennen und erklären.
Unter die Station schreiben Sie die 2 oder 3 Betriebe, in denen Sie am längsten gearbeitet haben, mit Ort, Dauer und der Arbeit dort. Die vollständige Liste steht im Reisebuch und muss nicht in den Lebenslauf.
Berufserfahrung
- 7 Monate Fachwerksanierung in einer Zimmerei in Quedlinburg, Erneuerung von Deckenbalkenköpfen an 4 Häusern.
- In Jütland 5 Monate Hallenbau, Montage von Nagelplattenbindern bis 18 m Spannweite.
- Arbeit in insgesamt 19 Betrieben in 3 Ländern, sämtlich im Reisebuch bescheinigt.
Nennen Sie Ihren Schacht mit Namen oder schreiben Sie „freireisend“ dazu; wer die Walz kennt, fragt danach. Kluft, Stenz und Bräuche gehören ins Vorstellungsgespräch und nicht ins Dokument.
Weiterbildung für Zimmerer: Meisterprüfung, Vorarbeiter, Lehrgänge und Führerschein
Wer nach den Gesellenjahren weiterwill, legt meist die Meisterprüfung im Zimmerer-Handwerk ab. Nach der Zimmerermeisterverordnung besteht die Prüfung aus 4 selbstständigen Teilen, und Teil I enthält ein Meisterprüfungsprojekt, das einem Kundenauftrag entspricht.
Jeden bestandenen Teil dürfen Sie mit Kammer und Jahr eintragen. Zimmerermeister schreiben Sie erst nach dem vierten; mit dem Meisterbrief dürfen Sie außerdem die Bezeichnung „Bachelor Professional im Zimmerer-Handwerk“ führen. Haben Sie die Meisterschule neben der Arbeit besucht, steht die Prüfung unter „Weiterbildung“. Eine Meisterschule in Vollzeit ist dagegen ein eigener Zeitraum unter „Ausbildung“, weil die Monate sonst in der Zeitleiste fehlen.
Weiterbildung
- Meisterprüfung im Zimmerer-Handwerk, Teil III, Handwerkskammer Münster, 2026
- Interne Schulung Lkw-Ladekran, 1 Tag, 2024
- Herstellerschulung Einblasdämmung mit Holzfaser, 2 Tage, 2023
Vorarbeiter werden Sie in der Regel durch Ihren Betrieb. Die Funktion steht deshalb in der Station, mit dem Jahr, seit dem Sie die Kolonne führen, und der Zahl der Kollegen. Haben Sie zusätzlich einen Vorarbeiterlehrgang der Bauwirtschaft besucht, gehört er mit Träger und Jahr unter „Weiterbildung“.
Den Führerschein tragen Sie unter „Persönliche Daten“ mit allen Klassen ein. Im Holzbau zählt jede einzelne: B für den Weg zur Baustelle, BE für den Anhänger mit Bauholz, C oder CE für den Lkw mit Ladekran.
Lebenslauf für die Ausbildung zum Zimmerer und für Berufseinsteiger
Rechtlich ist für die Zimmererlehre keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Von den 4.431 Ausbildungsanfängern im Handwerk hatten 2024 laut BERUFENET 45 % einen mittleren Bildungsabschluss, 32 % die Hochschulreife und 22 % einen Hauptschulabschluss.
Für die Bewerbung um eine Lehrstelle tragen Sie unter „Ausbildung“ Ihre Schule ein, mit Schulart, Ort und dem Abschluss, den Sie haben oder im Sommer bekommen. Dazu passen die Noten in Mathematik, Physik und Werken oder Technik: Diese 3 Fächer führt die Berufsdatenbank als gute Grundlage auf, Mathematik etwa für Werkstückmaße und Materialbedarf.
Ein Praktikum in einer Zimmerei gehört unter „Berufserfahrung“, die Ferienarbeit im Sägewerk ebenso. Schreiben Sie auf, was Sie selbst angerissen, gestemmt oder getragen haben:
Berufserfahrung
- Mithilfe beim Richten eines Carports mit 12 Pfosten an 3 der 10 Praktikumstage: Zureichen, Ausloten, Verschrauben.
- Anreißen und Stemmen von 6 Zapfenverbindungen an einem Übungsstück mit Stechbeitel und Klüpfel, unter Anleitung eines Gesellen.
Unter „Ehrenamt“ zählt, was Technik und Verlässlichkeit zeigt: Jugendfeuerwehr, THW-Jugend oder der Aufbautrupp des Schützenvereins.
Häufige Fragen zum Lebenslauf als Zimmerer
Schreibe ich im Lebenslauf Zimmerer oder Zimmermann?
Zimmerer, bei Frauen Zimmerin. So lautet die Abschlussbezeichnung, und BERUFENET führt „Zimmermann“ lediglich als ebenfalls übliche Berufsbezeichnung auf. In der Ausbildungszeile und im Kurzprofil steht deshalb das Wort vom Zeugnis. Sucht eine Stellenanzeige ausdrücklich einen „Zimmermann“, dürfen Sie das Wort im Anschreiben aufgreifen.
Braucht der Lebenslauf eines Zimmerers ein Foto?
Nein. Kein Zimmerermeister darf eines fordern, und ob Sie eines verwenden, bleibt Ihre Sache. Die Bundesagentur für Arbeit gibt dazu keine einheitliche Linie vor: In den Hinweisen der Behörde zum Lebenslauf gilt das Foto als „kein Muss mehr“, während die Unterlagenliste im Bewerbungstraining den Lebenslauf mit Foto vorsieht, sofern kein Deckblatt dabei ist. In Zimmereien mit wenigen Beschäftigten ist ein Foto weiterhin üblich; lassen Sie dafür ein Porträt machen und schicken Sie kein Bild in Kluft vom Richtfest.
Wie viele Seiten hat der Lebenslauf eines Zimmerers?
Höchstens 2, gerechnet in DIN-A4-Seiten: Diese Grenze nennt die Bundesagentur für Arbeit. Wer Wanderjahre, mehrere Betriebe und die Meisterschule unterbringen muss, nutzt beide Seiten, ohne dass ihm das jemand ankreidet. Dass die Beispiele hier 1 Seite umfassen, liegt an den Vorlagen. Für eine Lehrstelle kommen Sie ebenfalls mit 1 Seite aus.
Gebe ich das Ergebnis der Gesellenprüfung im Lebenslauf an?
Bei einem Gesellenbrief, der weniger als 10 Jahre alt ist, ja. Schreiben Sie Punktzahl und Note in Worten vom Zeugnis ab, zum Beispiel „befriedigend (76 Punkte)“, ohne Umrechnung in eine Dezimalnote. Sobald das Prüfungsergebnis im Lebenslauf steht, gehört beim Schulabschluss aus diesen Jahren ebenfalls die Note dazu. Bei einer älteren Prüfung genügt das Wort „bestanden“ oder die bloße Zeile.
Was lege ich der Bewerbung als Zimmerer bei?
Das Gesellenprüfungszeugnis und Ihre letzten 2 bis 4 Arbeitszeugnisse in Kopie, das neueste obenauf. Jede Zimmerei, die Sie verlassen, schuldet Ihnen nach § 109 der Gewerbeordnung ein schriftliches Zeugnis. Namen und Telefonnummern früherer Meister sind in einem deutschen Lebenslauf unüblich. Nach der Walz kann eine Kopie der wichtigsten Seiten aus dem Reisebuch fehlende Arbeitszeugnisse ersetzen.
Unterschreibe ich den Lebenslauf?
Das dürfen Sie, vorgeschrieben ist es nicht. Die Bundesagentur für Arbeit hält fest, dass es ohne geht, die Unterschrift aber von Vorteil sein kann. Unterschrieben wird am Ende, unter Ort und Datum, zum Beispiel „Münster, 12.10.2026“. Für die Bewerbung per E-Mail scannen Sie Ihre Unterschrift ein und setzen sie als Bild an denselben Platz.
Wie bewerbe ich mich als Tischler oder Dachdecker bei einer Zimmerei?
Mit der Berufsbezeichnung von Ihrem eigenen Gesellenbrief und mit Stichpunkten, die zum Holzbau passen. Beim Tischler sind das Treppen, Innenausbau und die Arbeit an stationären Maschinen, beim Dachdecker Lattung, Unterdeckung und Dachflächenfenster. BERUFENET nennt beide Berufe als naheliegende Ausbildungsalternativen zum Zimmerer, weil sich Werkstoffe und Arbeitsschritte überschneiden. Als Zimmerer bezeichnen Sie sich trotzdem erst nach bestandener Prüfung.
Fazit
Eine Zimmerei stellt ein, wem sie einen Dachstuhl, ein Wandelement oder einen Fachwerkgiebel zutraut. Dieses Zutrauen entsteht aus Bauweise und Menge in jeder Station, aus Berufsbezeichnung und Prüfung in der Form des Zeugnisses und aus einer Zeitleiste, in der auch die Wanderjahre ihren Platz haben.


