Lebenslauf als Lokführer: 3 Beispiele und Anleitung (2026)

Wer Lokführer einstellt, stellt beim Lesen 3 Fragen: Welche Baureihen fahren Sie, welche Strecken kennen Sie, und in welcher Verkehrsart haben Sie Ihre Schichten geleistet? Der Triebfahrzeugführerschein gehört Ihnen, die Zusatzbescheinigung bleibt beim alten Arbeitgeber. Umso genauer muss der Lebenslauf angeben, was darin eingetragen war.

Aktualisiert am 13 Min. Lesezeit

Lebenslauf-Beispiel: Lokführer im Regionalverkehr

Das Wichtigste in Kürze

  • Über jeder Stelle im Fahrdienst steht die Bezeichnung aus Ihrem Arbeitsvertrag, meist Triebfahrzeugführer oder Lokführer, während unter „Ausbildung“ der erlernte Beruf laut Prüfungszeugnis steht.
  • Der Triebfahrzeugführerschein gehört mit Eisenbahn-Bundesamt und Jahr unter „Weiterbildung“ und gilt nach der Triebfahrzeugführerscheinverordnung 10 Jahre.
  • Weil die Zusatzbescheinigung mit dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses ungültig wird, nennt der erste Stichpunkt jeder Stelle im Fahrdienst Verkehrsart, Baureihen und Streckenkunde.
  • Unter „Ausbildung“ steht nach der Verordnung von 2022 der Beruf Eisenbahner im Betriebsdienst Lokführer und Transport, nach den älteren Verordnungen Eisenbahner im Betriebsdienst mit der Fachrichtung Lokführer und Transport.
  • Jeder Stichpunkt ist im Substantivstil formuliert und enthält eine Zahl: 2 Baureihen, 640 km Streckenkunde, Ganzzüge bis 2.000 t.
  • Der Führerschein Klasse B für die Straße steht unter „Persönliche Daten“ und hat mit der Klasse B der Zusatzbescheinigung nichts zu tun.

Aufbau: Was im Lebenslauf als Lokführer in welchen Abschnitt gehört

Ein Eisenbahnunternehmen liest Ihren Lebenslauf wie einen Einsatzplan: Welche Fahrzeuge und Strecken können Sie sofort übernehmen, und wofür sind Einweisungsschichten nötig? Deshalb stehen Fahrberechtigung, Baureihen und Streckenkunde so weit oben wie möglich, im Kurzprofil und in der aktuellen Stelle.

Die Form ist die übliche: eine Tabelle mit der jüngsten Stelle oben und Zeiträumen aus Monat und Jahr. Bei 2 DIN-A4-Seiten zieht die Bundesagentur für Arbeit die Grenze, und nach mehreren Arbeitgebern und Verkehrsarten dürfen Sie beide Seiten füllen.

Für eine Bewerbung im Fahrdienst hat sich diese Gliederung bewährt:

  1. Persönliche Daten mit Anschrift, Geburtsdatum und Führerschein Klasse B
  2. Kurzprofil mit Verkehrsart, Fahrpraxis und Klasse der Zusatzbescheinigung
  3. Berufserfahrung, je Stelle mit Baureihen und Streckenkunde
  4. Ausbildung mit Abschlussprüfung und Schulabschluss
  5. Weiterbildung mit dem Triebfahrzeugführerschein
  6. Kenntnisse, EDV-Kenntnisse und Sprachkenntnisse
  7. Ehrenamt und Interessen, wenn der Platz reicht
  8. Ort, Datum und Unterschrift

Das Geburtsdatum zählt die Bundesagentur für Arbeit zu den persönlichen Daten. Eine Pflichtangabe ist es nicht, und ohne Geburtsdatum bleibt Ihr Lebenslauf vollständig. Für Familienstand und Konfession gibt es im Lebenslauf eines Lokführers keinen Platz.

Kurzprofil für Lokführer: Verkehrsart, Fahrpraxis und Streckenkunde

Zum festen Bestand eines deutschen Lebenslaufs gehört das Kurzprofil nicht. Im Fahrdienst lohnt es sich trotzdem, weil 3 bis 4 Zeilen genügen, um Verkehrsart, Fahrpraxis, Klasse der Zusatzbescheinigung und Streckenkunde zusammenzufassen.

Formel für das Kurzprofil

Bezeichnung im Verkehrsart mit Zahl Jahren Fahrpraxis auf Fahrzeugart. Zusatzbescheinigung Klasse A oder B für Zahl Baureihen, Streckenkunde auf Umfang. Eine Zahl zu Fahrleistung oder Schichtdienst. Nächstes Ziel: Verkehrsart und Einsatzstelle.

Beispiel

Triebfahrzeugführerin im Regionalverkehr mit 6 Jahren Fahrpraxis auf elektrischen Triebzügen. Zusatzbescheinigung Klasse B für 2 Baureihen, Streckenkunde auf 5 Linien mit insgesamt 410 km. Jährlich rund 55.000 Zugkilometer im Wechseldienst mit Früh-, Spät- und Nachtschichten. Nächstes Ziel: Fernverkehr ab Einsatzstelle Nürnberg.

Umsicht, Konzentrationsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein führt BERUFENET, die Berufsdatenbank der Bundesagentur für Arbeit, unter den Anforderungen des Berufs auf. Als Adjektive im Kurzprofil unterscheiden diese Eigenschaften Sie von keinem Mitbewerber, denn jeder mit gültigem Triebfahrzeugführerschein hat seine Eignung ärztlich und psychologisch nachgewiesen. Den Unterschied machen Verkehrsart, Fahrzeuge und Strecken.

Falsch

Zuverlässiger und verantwortungsbewusster Lokführer mit langjähriger Erfahrung, hoher Konzentrationsfähigkeit und Freude am Schichtdienst.

Richtig

Triebfahrzeugführer im Rangierdienst und Güterverkehr seit 2016, Zusatzbescheinigung Klasse B für 3 Diesel- und Elektrobaureihen, Bedienung von 12 Gleisanschlüssen im Raum Halle (Saale).

Jahr, Klasse, Baureihen und Gleisanschlüsse lassen sich nachprüfen, die Adjektive nicht.

So liest sich das Kurzprofil eines Triebfahrzeugführers aus Magdeburg, der vom Güterverkehr in den Regionalverkehr wechseln will:

So sieht es im Lebenslauf aus

Kurzprofil

Triebfahrzeugführer mit 9 Jahren Fahrpraxis im Güterverkehr, gelernter Eisenbahner im Betriebsdienst. Zusatzbescheinigung Klasse B für elektrische Lokomotiven, Streckenkunde von Magdeburg bis zu den Seehäfen Hamburg und Rostock. Fahrten unter PZB 90 und LZB, seit 2024 Lehrlokführer für Quereinsteiger. Nächstes Ziel: Regionalverkehr ab Einsatzstelle Magdeburg.

Berufserfahrung als Lokführer: Baureihen, Strecken und Schichten in Zahlen

Jede Stelle im Fahrdienst beginnt mit der Bezeichnung aus dem Arbeitsvertrag, dem Unternehmen mit Ort und dem Zeitraum. Darunter folgen 3 bis 5 Stichpunkte im Substantivstil, ohne „ich“ und ohne gebeugtes Verb, jeder mit einer Zahl. Der erste nennt Verkehrsart, Baureihen und Streckenkunde, weil genau diese Angaben in der Zusatzbescheinigung standen, die beim alten Arbeitgeber bleibt.

Falsch

Verantwortlich für das sichere und pünktliche Führen von Zügen.

Richtig

Zugfahrten im Regionalverkehr auf 4 Linien mit Triebzügen der Baureihe 442, je Schicht 300 bis 380 km, Selbstabfertigung der Züge.

Sicher und pünktlich fährt jeder, der fahren darf; Linien, Baureihe und Kilometer zeigen, was Sie sofort übernehmen können.

So sieht es im Lebenslauf aus

Berufserfahrung

Triebfahrzeugführer04/2021 – heute
Singschwan Cargo GmbH, Magdeburg
  • Zugfahrten im Güterverkehr auf den Baureihen 187 und 193, Streckenkunde auf insgesamt 640 km.
  • Zugvorbereitung mit Bremsprobe für Ganzzüge bis 2.000 t, monatlich 17 bis 19 Schichten im Wechseldienst.
  • Seit 2024 Begleitung von 5 Quereinsteigern bei Ausbildungsfahrten als Lehrlokführer.

Zahlen liefert der Fahrdienst reichlich: Dienstplan, Zusatzbescheinigung und Fahrtberichte sind voll davon. Am ehesten werden Sie hier fündig:

Wo im Fahrdienst die Zahlen für Ihre Stichpunkte stecken
BereichSo kann der Stichpunkt lauten
FahrzeugeZugfahrten auf 3 Baureihen, 2 davon mit Dieselantrieb für nicht elektrifizierte Strecken.
StreckenkundeStreckenkunde auf 9 Strecken mit insgesamt 720 km, 2 davon im Zugleitbetrieb.
FahrleistungJährlich rund 48.000 Zugkilometer im Regionalverkehr bei 18 Schichten im Monat.
ZugvorbereitungBremsprobe und Zugvorbereitung an wöchentlich 4 Ganzzügen mit je 22 Kesselwagen.
RangierdienstRangierfahrten mit Funkfernsteuerung in einem Werksbahnhof mit 14 Gleisen, täglich rund 90 bewegte Wagen.

Triebfahrzeugführerschein und Zusatzbescheinigung im Lebenslauf angeben

Wer in Deutschland Züge fährt, braucht 2 Dokumente. Den Triebfahrzeugführerschein stellt nach der Triebfahrzeugführerscheinverordnung das Eisenbahn-Bundesamt aus; er ist Ihr Eigentum und gilt 10 Jahre. Die Zusatzbescheinigung stellt das Eisenbahnunternehmen aus; gültig ist sie ausschließlich für die darin aufgeführten Fahrzeuge und Infrastrukturen, und sie bleibt Eigentum des Unternehmens.

Die Verordnung kennt 2 Klassen der Zusatzbescheinigung: Klasse A für Rangierfahrten und Klasse B für Zugfahrten im Personen- und Güterverkehr. Das Unternehmen kann die Klasse B auf den Personenverkehr (B1) oder auf den Güterverkehr (B2) beschränken. Übernehmen Sie die Klasse so, wie sie eingetragen ist.

Welcher Nachweis wohin gehört
NachweisWer ihn ausstelltWo er steht
TriebfahrzeugführerscheinEisenbahn-Bundesamt, Gültigkeit 10 JahreUnter „Weiterbildung“ mit dem Jahr der Ausstellung, nach einer Verlängerung zusätzlich mit deren Jahr.
Zusatzbescheinigung Klasse A oder BDas Eisenbahnunternehmen, bei dem Sie fahrenIm Kurzprofil und im ersten Stichpunkt der Stelle: Klasse, Baureihen, Streckenkunde.
Nachweis einer ZusatzbescheinigungDer Arbeitgeber auf Ihr VerlangenNicht im Lebenslauf; eine Kopie liegt der Bewerbung bei.
Fahrberechtigung aus der Zeit vor Mai 2011Das damalige EisenbahnunternehmenUnter „Weiterbildung“ mit Jahr und mit der Bezeichnung aus Ihrem damaligen Nachweis, darüber der Triebfahrzeugführerschein.
Führerschein Klasse BDie FahrerlaubnisbehördeUnter „Persönliche Daten“, weil Schichten oft beginnen und enden, wenn kein Bus fährt.

Auf einen Nachweis Ihrer Zusatzbescheinigung haben Sie nach § 4 der Verordnung Anspruch. Endet das Beschäftigungsverhältnis, wird die Zusatzbescheinigung ungültig und vom Unternehmen eingezogen. Nach § 13 händigt Ihnen der bisherige Arbeitgeber dann auf Verlangen innerhalb von 4 Wochen den Nachweis aus, dazu sämtliche Nachweise Ihrer Ausbildung, Ihrer Berufserfahrung und Ihrer beruflichen Befähigung.

Falsch

Lokführerschein Klasse B, 2019.

Richtig

Triebfahrzeugführerschein, Eisenbahn-Bundesamt, 2019.

Das Dokument heißt Triebfahrzeugführerschein und hat keine Klassen; die Klasse gehört zur Zusatzbescheinigung und damit in die Stelle.

Unter „Weiterbildung“ steht der neueste Eintrag oben. Baureihen- und Systemschulungen des Arbeitgebers gehören mit Unternehmen und Jahr dazu:

So sieht es im Lebenslauf aus

Weiterbildung

  • Interne Schulung zum Lehrlokführer, Singschwan Cargo GmbH, 2024
  • Baureihenschulung 193, Singschwan Cargo GmbH, 2022
  • Triebfahrzeugführerschein, Eisenbahn-Bundesamt, 2017

Ausbildung: Eisenbahner im Betriebsdienst richtig bezeichnen

„Lokführer“ benennt die Tätigkeit, keinen Abschluss. Unter „Ausbildung“ steht der Beruf in der Bezeichnung aus Ihrem Prüfungszeugnis. Welche das ist, hängt vom Beginn der Ausbildung ab: Am 1. August 2022 ist die Lokführer- und Transportausbildungsverordnung in Kraft getreten, die aus der früheren Fachrichtung einen eigenen Beruf gemacht hat.

Welche Bezeichnung unter „Ausbildung“ steht
Ihr WegSo steht es im Lebenslauf
Ausbildung nach der Verordnung von 2022Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst Lokführer und Transport, bei Frauen zur Eisenbahnerin im Betriebsdienst Lokführerin und Transport, dazu das Einsatzgebiet Güterverkehr oder Personenverkehr
Ausbildung nach der Verordnung von 1997 oder von 2004Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer und Transport
Quereinstieg aus einem anderen BerufDer erlernte Beruf laut Zeugnis; die Qualifizierung zum Triebfahrzeugführer bekommt einen eigenen Eintrag mit Zeitraum
Noch in der AusbildungDie Ausbildung mit offenem Ende, etwa „seit 09/2024“, und das Ergebnis von Teil 1 der Abschlussprüfung, sobald es vorliegt

Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Nach der Verordnung von 2022 besteht die Abschlussprüfung aus 2 Teilen: Teil 1 mit dem Prüfungsbereich „Gesamtsystem Eisenbahn und Zugvorbereitung“ geht mit 20 % in das Gesamtergebnis ein. Nach bestandener Prüfung nennen Sie nur noch das Gesamtergebnis. Für den Triebfahrzeugführerschein gilt die bestandene Abschlussprüfung zugleich als Nachweis der allgemeinen Fachkenntnisse.

Die Note übernehmen Sie in der Form des Zeugnisses, in Worten mit Punktzahl, etwa „gut (85 Punkte)“, und führen sie auf, solange die Prüfung keine 10 Jahre zurückliegt. In der Zeile unter der Berufsbezeichnung steht das Eisenbahnunternehmen, das Sie ausgebildet hat, mit Ort. Die prüfende Kammer dürfen Sie beim Namen nennen; „vor der IHK“ genügt aber.

So sieht es im Lebenslauf aus

Ausbildung

Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer und Transport09/2014 – 07/2017
Rohrschwirl Bahnlogistik GmbH, Magdeburg

Abschlussprüfung vor der IHK, Note: gut (85 Punkte).

Am Ende des Abschnitts steht Ihr Schulabschluss mit Schule, Ort und Jahr. Bei Lokführern hat diese Zeile Gewicht: Die Triebfahrzeugführerscheinverordnung verlangt eine erfolgreich abgeschlossene Schulausbildung im Sekundarbereich I.

Kenntnisse und EDV-Kenntnisse im Lebenslauf als Lokführer

Unter „Kenntnisse“ stehen die Fachbegriffe aus der Stellenanzeige, soweit ein Eintrag in Ihrem Lebenslauf sie belegt. Die Ordnung gibt die Zusatzbescheinigung vor: Darin ist festgehalten, mit welchen Betriebsverfahren, Zugbeeinflussungssystemen und Signalsystemen Sie welche Fahrzeuge führen dürfen.

Kenntnisse im Fahrdienst und ihr Beleg
Kenntnis oder StärkeSo belegen Sie sie
ZugbeeinflussungssystemeDie Systeme beim Namen, etwa PZB 90, LZB oder ETCS, und eine Stelle, bei der Sie damit gefahren sind.
Betriebsverfahren und SignalsystemeDie Verfahren aus Ihrer Zusatzbescheinigung, etwa Zugleitbetrieb auf 2 Nebenstrecken.
Bremsprobe und ZugvorbereitungEin Stichpunkt mit Art und Zahl der Züge, etwa wöchentlich 4 Ganzzüge.
Handeln bei StörungenEine Schulung mit Jahr unter „Weiterbildung“, etwa ein Simulatortraining zu Abweichungen vom Regelbetrieb.
AnleitenDie Zahl der Auszubildenden oder Quereinsteiger, die Sie bei Ausbildungsfahrten begleitet haben.
EDV-KenntnisseDie Systeme auf dem Führerstand und im Dienst, etwa der elektronische Buchfahrplan EBuLa und das Tablet mit Fahrplanunterlagen.

Unter „Sprachkenntnisse“ geben Sie jede Sprache mit Niveau an, etwa „Deutsch: Muttersprache“ und „Englisch: gute Kenntnisse (B1)“. Für Fahrten auf deutschen Schienenwegen verlangt die Verordnung Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens. Wer Deutsch als Zweitsprache spricht, schreibt deshalb sein Niveau mit Zertifikat und Jahr dazu.

Güterverkehr, Regionalverkehr oder Rangierdienst: Lebenslauf auf die Stelle abstimmen

Die Ausbildung kennt die Einsatzgebiete Güterverkehr und Personenverkehr; der Arbeitsalltag unterscheidet feiner. Lesen Sie in der Anzeige nach, welche Fahrzeuge und welches Netz genannt sind, und setzen Sie bei jeder Stelle den Stichpunkt nach oben, der dazu passt.

Was je nach Verkehrsart nach vorn gehört
StelleWas der Lebenslauf zeigen sollte
GüterverkehrLokbaureihen, Zuggewichte und Zuglängen, Streckenkunde über mehrere Bundesländer, Bremsprobe, Nachtschichten und auswärtige Ruhezeiten.
Regionalverkehr und S-BahnTriebzugbaureihen, Linien mit Kilometern, Selbstabfertigung, Fahrgastinformation bei Störungen.
FernverkehrJahre der Fahrpraxis im Personenverkehr, Fahrten unter LZB oder ETCS, lange Umläufe mit auswärtiger Übernachtung.
Rangierdienst und WerksbahnZusatzbescheinigung Klasse A, Funkfernsteuerung, Zahl der Gleise und der täglich bewegten Wagen.

Lebenslauf als Quereinsteiger und für die Ausbildung zum Lokführer

Viele Lokführer kommen aus einem anderen Beruf. Für den Triebfahrzeugführerschein verlangt die Verordnung unter anderem ein Mindestalter von 20 Jahren, den Schulabschluss im Sekundarbereich I, die ärztlich und psychologisch festgestellte Eignung und eine bestandene Prüfung der allgemeinen Fachkenntnisse. Wer nur auf deutschen Schienenwegen fährt, kann den Triebfahrzeugführerschein mit einem medizinisch-psychologischen Gutachten schon ab 18 Jahren erhalten.

Die Qualifizierung zum Triebfahrzeugführer bekommt einen eigenen Eintrag mit Monat und Jahr für Beginn und Ende, damit keine Lücke entsteht. Waren Sie dabei schon beim Eisenbahnunternehmen angestellt, steht sie unter „Berufserfahrung“; lief sie als Umschulung über einen Bildungsträger, gehört sie unter „Ausbildung“. Aus dem alten Beruf bleiben die Stichpunkte stehen, die Schichtdienst, Technik oder Verantwortung für Sicherheit zeigen.

So sieht es im Lebenslauf aus

Berufserfahrung

Qualifizierung zum Triebfahrzeugführer02/2025 – 12/2025
Tüpfelralle Regiobahn GmbH, Erfurt
  • 11 Monate Vollzeit mit Theorieblöcken, Simulatorfahrten und 40 Ausbildungsschichten auf Dieseltriebwagen.
  • Prüfung für den Triebfahrzeugführerschein im November 2025, danach Erwerb der Streckenkunde auf 3 Linien.

Für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz ist rechtlich keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Laut BERUFENET werden in der Regel aber Tests zur gesundheitlichen und psychologischen Eignung vorausgesetzt. 2024 begannen demnach 1.080 Personen die Ausbildung: 57 % mit mittlerem Bildungsabschluss, 28 % mit Hochschulreife und 12 % mit Hauptschulabschluss. Nennen Sie unter „Ausbildung“ Ihre Schule mit dem angestrebten Abschluss und die Noten in Mathematik, Physik und Deutsch.

Häufige Fragen zum Lebenslauf als Lokführer

Schreibe ich Lokführer oder Triebfahrzeugführer in den Lebenslauf?

Über jeder Stelle steht die Bezeichnung aus Ihrem Arbeitsvertrag, und das ist meist „Triebfahrzeugführer“, bei manchen Unternehmen „Lokführer“. „Triebfahrzeugführer“ ist auch das Wort der Triebfahrzeugführerscheinverordnung. Im Kurzprofil dürfen Sie die Bezeichnung aus der Stellenanzeige aufgreifen, damit Ihre Bewerbung zum gesuchten Begriff passt.

Gehört die Tauglichkeitsuntersuchung in den Lebenslauf?

Nein, Angaben zur Gesundheit stehen nicht im Lebenslauf. Die ärztliche Untersuchung findet nach der Triebfahrzeugführerscheinverordnung bis zum Alter von 55 Jahren alle 3 Jahre statt, danach jährlich, und Ihr Unternehmen muss sicherstellen, dass Sie daran teilnehmen. Eine laufende Stelle im Fahrdienst zeigt dem Leser deshalb bereits, dass Sie tauglich sind.

Wie gebe ich eine Fahrpause im Lebenslauf an?

Als eigene Zeile mit Zeitraum und Grund, etwa Elternzeit oder Tätigkeit in der Disposition. Die Bundesagentur für Arbeit rät, jede Unterbrechung über 2 Monate anzugeben und dazuzuschreiben, was Sie in der Zeit gemacht haben. Für Lokführer kommt hinzu: Die Kenntnis einer Strecke wird laut Verordnung überprüft, wenn Sie diese länger als 1 Jahr nicht befahren haben. Schreiben Sie deshalb dazu, wann Sie zuletzt gefahren sind.

Gehört ein Foto in den Lebenslauf als Lokführer?

Das entscheiden Sie, denn eine Pflicht zum Foto besteht nicht, und kein Unternehmen darf eines verlangen. Bei der Bundesagentur für Arbeit stehen 2 Aussagen nebeneinander: Auf der Seite zum Lebenslauf heißt es „kein Muss mehr“, im Bewerbungstraining gehört das Foto weiter zum Lebenslauf, sofern kein Deckblatt eines enthält. Ein Schnappschuss in Dienstkleidung vor der Lok ist kein Bewerbungsfoto.

Wie lang darf der Lebenslauf als Lokführer sein?

Bis zu 2 DIN-A4-Seiten; diese Obergrenze stammt von der Bundesagentur für Arbeit. Mit mehreren Arbeitgebern, Baureihen und Schulungen ist die zweite Seite gut begründet. Direkt nach der Ausbildung kommen Sie mit 1 Seite aus. Dass die Muster hier jeweils 1 Seite umfassen, ist eine Entscheidung für die Darstellung und kein Maßstab für Sie.

Welche Unterlagen ersetzen Referenzen in der Bewerbung als Lokführer?

Arbeitszeugnisse und die Nachweise aus dem Fahrdienst. Frühere Vorgesetzte als Auskunftgeber zu nennen, ist in einem deutschen Lebenslauf nicht üblich, weil § 109 der Gewerbeordnung Ihnen bei jedem Ausscheiden ein schriftliches Zeugnis zusichert. Legen Sie die letzten 2 bis 4 Arbeitszeugnisse in Kopie bei, das jüngste obenauf, dazu das Prüfungszeugnis und einen Nachweis Ihrer Zusatzbescheinigung.

Fazit

Ein Lebenslauf als Lokführer ersetzt, was mit der alten Zusatzbescheinigung verloren geht: Er nennt in jeder Stelle Verkehrsart, Baureihen und Streckenkunde und führt den Triebfahrzeugführerschein mit Eisenbahn-Bundesamt und Jahr auf. Stimmen dazu die Berufsbezeichnung aus dem Prüfungszeugnis und die Zahlen in den Stichpunkten, kann ein Eisenbahnunternehmen Ihren Einsatz planen, noch bevor es Sie einlädt.

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