Das Wichtigste in Kürze
- Die Qualifizierung zur Betreuungskraft steht unter „Weiterbildung“, mit Bildungsträger, Jahr und der Paragrafenangabe Ihres Zertifikats: heute § 53b SGB XI, auf älteren Zertifikaten § 53c oder § 87b.
- Die Betreuungskräfte-Richtlinien des GKV-Spitzenverbands verlangen ein Orientierungspraktikum von 40 Stunden, mindestens 160 Unterrichtsstunden und ein zweiwöchiges Betreuungspraktikum.
- Stichpunkte stehen im Substantivstil und nennen Gruppengröße, Angebote pro Woche oder die Zahl der Menschen in Einzelbetreuung.
- Weil zusätzliche Betreuungskräfte in stationären Einrichtungen nach den Richtlinien keine Pflegekräfte sind, stehen Körperpflege und Hauswirtschaft in Ihren Stichpunkten nicht im Vordergrund.
- Der frühere Beruf bleibt mit allen Zeiträumen im Lebenslauf, gekürzt auf 1 oder 2 Stichpunkte, die zur Betreuung passen.
- Von den jährlichen Pflichtfortbildungen genügt unter „Weiterbildung“ die jüngste.
Lebenslauf als Betreuungskraft: Aufbau und Reihenfolge der Abschnitte
Betreuungskräfte arbeiten laut BERUFENET, der Berufsdatenbank der Bundesagentur für Arbeit, in Senioren- und Pflegeheimen, in Wohnheimen für Menschen mit Behinderungen, bei ambulanten Betreuungsdiensten und in Privathaushalten. Wer dort einstellt, will dreierlei wissen: ob die Qualifizierung vorliegt, in welcher Art von Einrichtung Sie gearbeitet haben und welche Angebote Sie allein leiten.
Der Lebenslauf ist eine Tabelle mit den Zeiträumen links und den Angaben rechts, und jeder Abschnitt beginnt mit dem, was Sie zuletzt gemacht haben. Nach 15 Jahren in einem anderen Beruf und einigen Jahren in der Betreuung darf der Lebenslauf die 2 DIN-A4-Seiten ausschöpfen, die die Bundesagentur für Arbeit als Obergrenze angibt.
- Persönliche Daten mit Anschrift, Telefon, E-Mail und Geburtsdatum
- Kurzprofil, falls Sie eines voranstellen möchten
- Berufserfahrung: oben die Betreuungsarbeit, danach der frühere Beruf
- Ausbildung mit Berufsabschluss und Schulabschluss
- Weiterbildung mit Qualifizierung und Fortbildungen
- Kenntnisse, EDV-Kenntnisse und Sprachkenntnisse
- Ehrenamt, etwa ein Besuchsdienst oder eine Nachbarschaftshilfe
- Ort, Datum und Unterschrift
Geburtsdatum und Geburtsort führt die Bundesagentur für Arbeit unter den persönlichen Daten auf. Eine Pflicht zu diesen beiden Angaben besteht nicht. Angaben zu Familienstand, Kindern oder Konfession lassen Sie weg.
Betreuungskraft, Alltagsbegleiter, Betreuungsassistent: Welche Bezeichnung im Lebenslauf steht
Einen staatlich geregelten Abschluss gibt es in diesem Beruf nicht. Die Kurse sind laut BERUFENET durch interne Vorschriften der Bildungseinrichtungen geregelt, und je nach Anbieter lautet das Zertifikat auf „Betreuungskraft“, „Alltagsbegleiterin“, „Betreuungsassistentin“ oder „Senioren-Assistentin“.
Im Lebenslauf brauchen Sie die Bezeichnung zweimal, und beide Male übernehmen Sie den Wortlaut eines Dokuments: unter „Weiterbildung“ den Kurstitel laut Zertifikat, unter „Berufserfahrung“ die Tätigkeit laut Arbeitsvertrag. Weichen die beiden Bezeichnungen voneinander ab, ist das kein Fehler.
Was eine zusätzliche Betreuungskraft in einer stationären Pflegeeinrichtung nachweisen muss, legen die Betreuungskräfte-Richtlinien des GKV-Spitzenverbands fest. Der Paragraf, auf dem die Richtlinien beruhen, hat zweimal die Nummer gewechselt; die Fassung vom 21. Oktober 2022 nennt alle 3 Nummern:
| Zeitraum | Rechtsgrundlage der Richtlinien | Beispiel für die Zeile unter „Weiterbildung“ |
|---|---|---|
| 2008 bis Ende 2016 | § 87b SGB XI | Qualifizierung zur Betreuungskraft nach § 87b SGB XI |
| 2017 bis 2019 | § 53c SGB XI | Qualifizierung zur Betreuungskraft nach § 53c SGB XI |
| seit 2020 | § 53b SGB XI | Qualifizierung zur Betreuungskraft nach § 53b SGB XI |
Maßgeblich ist, was auf Ihrem Zertifikat steht. Manche Kurstitel nennen zusätzlich § 43b SGB XI, der seit 2017 den Anspruch der Pflegebedürftigen auf zusätzliche Betreuung und Aktivierung regelt. Eine ältere Nummer tauschen Sie nicht gegen die heutige aus: Wer nach einer früheren Fassung qualifiziert wurde, erfüllt nach § 5 der Richtlinien die Anforderungen weiterhin.
Kurzprofil für Betreuungskräfte: Einrichtung, Angebote, Qualifizierung
Auch ohne Kurzprofil ist ein deutscher Lebenslauf vollständig. Für Betreuungskräfte sind 3 bis 4 Zeilen trotzdem sinnvoll, weil der Lebenslauf oft 2 Berufe enthält: Das Kurzprofil stellt klar, welcher davon heute Ihrer ist.
Formel für das Kurzprofil
Bezeichnung laut Arbeitsvertrag, seit Jahr in welcher Art von Einrichtung, mit Platzzahl in Ort. Gruppenangebote und Einzelbetreuung mit Einsatzbereich. Kurstitel mit Jahr und Paragrafenangabe. Früherer Beruf und was Sie daraus in die Betreuung einbringen.
Beispiel
Betreuungskraft, seit 2020 in einem Pflegeheim mit 84 Plätzen in Oldenburg. Gruppenangebote und Einzelbetreuung in 2 Wohnbereichen, einer davon für Menschen mit Demenz. Qualifizierung zur Betreuungskraft 2019 (§§ 43b, 53c SGB XI). Gelernte Floristin, seit 2022 Leitung der Gartengruppe.
Wärme, Geduld und ein offenes Ohr schreibt sich jede Bewerberin zu. Die Richtlinien zählen solche Eigenschaften unter den persönlichen Anforderungen auf, etwa Empathiefähigkeit und Zuverlässigkeit, doch im Lebenslauf lässt sich keine davon belegen. Belegen lassen sich Einrichtung, Gruppengröße und Kurs.
Falsch
Einfühlsame und kreative Betreuungskraft mit viel Geduld und Freude an der Arbeit mit Senioren.
Richtig
Betreuungskraft in einer Tagespflege mit 18 Plätzen, seit 2023 Leitung von Morgenrunde, Sitzgymnastik und Gedächtnistraining an 5 Tagen pro Woche.
Nach Platzzahl, Angeboten und Wochentagen kann die Einrichtung im Gespräch fragen; zu „viel Geduld“ fällt niemandem eine Frage ein.
Bei einem ambulanten Betreuungsdienst ersetzen Haushalte und Besuchsdauer die Platzzahl:
Kurzprofil
Alltagsbegleiter bei einem ambulanten Betreuungsdienst, seit 2022 Betreuung von 11 Haushalten im Stadtgebiet. Einkaufsbegleitung, Spaziergänge und Gedächtnisübungen bei Besuchen von 2 bis 3 Stunden, für 4 Kundinnen und Kunden mit Demenz in enger Absprache mit den Angehörigen. Führerschein Klasse B, eigener Pkw.
Berufserfahrung als Betreuungskraft: Gruppenangebote und Einzelbetreuung mit Zahlen
Zu jedem Arbeitgeber gehören Ihre Berufsbezeichnung, Beginn und Ende mit Monat und Jahr, der Name der Einrichtung und der Ort. Für die aktuelle Stelle rät die Bundesagentur für Arbeit zu 3 bis 5 kurzen Stichpunkten; bei früheren Stellen genügen weniger.
Stichpunkte stehen im Substantivstil: kein „ich“, kein gebeugtes Verb, stattdessen Substantive wie Leitung, Begleitung oder Vorbereitung. In jeden gehört eine Zahl mit Bezugsgröße: Teilnehmende je Gruppe, Angebote pro Woche, Besuche am Bett, Ausflüge im Jahr.
Falsch
Zuständig für die Betreuung und Beschäftigung der Bewohner.
Richtig
Leitung von wöchentlich 3 Gedächtnisrunden für je 8 bis 10 Bewohnerinnen und Bewohner, Themenwahl anhand der Biografiebögen.
Art des Angebots, Häufigkeit und Gruppengröße zeigen, was sich hinter „Betreuung und Beschäftigung“ verbirgt.
Die Betreuungskraft aus Oldenburg, seit März 2020 in einem Pflegeheim mit 84 Plätzen, beschreibt die aktuelle Stelle so:
Berufserfahrung
- Wöchentlich 9 Gruppenangebote für 6 bis 12 Teilnehmende, vor allem Sitztanz, Gedächtnistraining und Zeitungsrunde.
- Einzelbetreuung von 7 bettlägerigen Bewohnerinnen und Bewohnern, je 2 Besuche pro Woche mit Vorlesen, Musik oder Erinnerungsalbum.
- 2022 Aufbau von 5 Hochbeeten im Innenhof, seither in der Saison zweimal wöchentlich Gartengruppe.
- Dokumentation in Vivendi PD: Teilnahme und Befinden von 28 Bewohnerinnen und Bewohnern.
Die Zahlen für Ihre Stichpunkte finden Sie im Wochenplan der Betreuung und in der Dokumentation:
| Bereich | So kann der Stichpunkt lauten |
|---|---|
| Gruppenangebot | Sitzgymnastik für 10 bis 14 Teilnehmende, dienstags und freitags je 45 Minuten. |
| Einzelbetreuung | Täglich Besuche von je 20 Minuten bei 6 Bewohnerinnen und Bewohnern, die das Zimmer nicht verlassen. |
| Tagespflege | Frühstücksgruppe mit 8 Gästen, anschließend Erinnerungsrunde mit Fotos und Alltagsgegenständen. |
| Ausflüge und Feste | Gemeinsam mit 2 Kolleginnen Organisation von jährlich 4 Ausflügen und 6 Jahreszeitenfesten für bis zu 60 Gäste. |
| Ehrenamtliche | Einarbeitung von 5 Ehrenamtlichen des Besuchsdienstes, Abstimmung der Einsatztage im Wochenplan. |
| Dokumentation | Kurznotiz zu Teilnahme und Stimmung nach jedem Angebot, wöchentlich rund 120 Einträge. |
Kenntnisse, EDV-Kenntnisse und Sprachkenntnisse für Betreuungskräfte
Unter „Kenntnisse“ stehen Stichworte, keine Sätze, und zu jedem gibt es weiter oben einen Stichpunkt oder weiter unten einen Kurs. Die Qualifizierung gibt die Richtung vor: Der Aufbaukurs behandelt nach den Richtlinien unter anderem Beschäftigungsmöglichkeiten und Freizeitgestaltung, Bewegung, Ernährungslehre und Rechtskunde.
| Kenntnis | Wo der Beleg steht |
|---|---|
| Aktivierung in der Gruppe | Art der Angebote, Gruppengröße und Häufigkeit im Stichpunkt. |
| Einzelbetreuung bei Bettlägerigkeit | Zahl der Menschen und Dauer oder Takt der Besuche. |
| Umgang mit Menschen mit Demenz | Der Wohnbereich oder die Tagespflege mit Platzzahl, dazu eine Fortbildung mit Jahr unter „Weiterbildung“, falls Sie eine besucht haben. |
| Biografiearbeit | Ein Angebot, das darauf aufbaut, etwa eine Erinnerungsrunde oder ein Erinnerungsalbum. |
| Erste Hilfe | Ein Erste-Hilfe-Kurs gehört nach den Richtlinien zum Basiskurs; eine spätere Auffrischung steht mit Jahr unter „Weiterbildung“. |
| EDV-Kenntnisse | Das Dokumentationssystem der Einrichtung mit Namen, etwa Vivendi PD, und das Textprogramm für Wochenpläne und Aushänge. |
| Sprachkenntnisse | Jede Sprache mit Niveau und GER-Stufe, etwa „Polnisch: Muttersprache“ oder „Deutsch: fließend (C1)“. |
Musikinstrument, Handarbeit, Gärtnern oder Backen sind in diesem Beruf Arbeitsmittel. Was Sie davon in einem Angebot einsetzen, gehört als Stichpunkt in die Berufserfahrung; was Sie nur privat tun, steht unter „Interessen“.
Kenntnisse
Sitztanz · Gedächtnistraining · Biografiearbeit · Einzelbetreuung bei Bettlägerigkeit · Gartengruppe
EDV-Kenntnisse: Vivendi PD · Microsoft Word
Sprachkenntnisse:
Deutsch: Muttersprache
Englisch: Grundkenntnisse (A2)
Ausbildung und Weiterbildung: Qualifizierung, Praktika und Pflichtfortbildung eintragen
Unter „Ausbildung“ stehen Ihr Berufsabschluss, auch ein fachfremder, und als letzter Eintrag der Schulabschluss. Eine bestimmte Vorbildung ist laut BERUFENET für die Qualifizierung rechtlich nicht vorgeschrieben; die Bildungseinrichtungen legen eigene Zugangskriterien fest.
Die Qualifizierung selbst besteht nach § 4 der Richtlinien aus 3 Modulen. Davor liegt das Orientierungspraktikum; danach folgt Jahr für Jahr die Fortbildung:
| Baustein | Umfang | Platz im Lebenslauf |
|---|---|---|
| Orientierungspraktikum | 40 Stunden, vor Kursbeginn | Eigener Eintrag unter „Berufserfahrung“, solange Sie wenig Betreuungspraxis haben |
| Modul 1: Basiskurs | 100 Unterrichtsstunden | In der Zeile zur Qualifizierung unter „Weiterbildung“ enthalten |
| Modul 2: Betreuungspraktikum | 2 Wochen | Für Berufseinsteiger unter „Berufserfahrung“ mit Einrichtung und Ort; später entbehrlich |
| Modul 3: Aufbaukurs | 60 Unterrichtsstunden | In der Zeile zur Qualifizierung enthalten |
| Regelmäßige Fortbildung | jährlich mindestens 16 Unterrichtsstunden | Die jüngste mit Thema, Anbieter und Jahr unter „Weiterbildung“, sobald Sie eine besucht haben |
Im Lebenslauf wird aus dem Kurs eine Zeile: Kurstitel laut Zertifikat, Bildungsträger und Jahr. Die Pflichtfortbildung führen Sie nicht für jedes Jahr auf. Die letzte reicht als Zeichen, dass Sie auf dem Laufenden sind; ältere Kurse bleiben stehen, wenn das Thema zur ausgeschriebenen Stelle passt.
Weiterbildung
- Pflichtfortbildung für Betreuungskräfte „Musik und Bewegung bei Demenz“, 16 Unterrichtsstunden, Seniorenhaus Sonntagsstube gGmbH, 2026
- Betreuungskraft nach §§ 43b, 53c SGB XI, IBB Institut für Berufliche Bildung AG, 2019
Wer eine Pflegeausbildung oder eine mindestens einjährige Helfer- oder Assistenzausbildung in der Pflege nach Landesrecht abgeschlossen hat, braucht den Kurs in der Regel nicht: Nach § 5 der Richtlinien gelten die Anforderungen dann grundsätzlich als erfüllt. In diesem Fall steht die Ausbildung unter „Ausbildung“, und ein Satz im Anschreiben erklärt, weshalb kein Kurszertifikat beiliegt.
Den Führerschein Klasse B nennen Sie unter „Persönliche Daten“, wenn Sie sich bei einem ambulanten Betreuungsdienst bewerben oder wenn die Anzeige Fahrten mit dem Kleinbus der Einrichtung erwähnt.
Lebenslauf als Quereinsteiger oder ohne Erfahrung in der Betreuung
Ein therapeutischer oder pflegerischer Berufsabschluss ist nach § 4 der Richtlinien nicht erforderlich. Entsprechend oft steht ein anderer Beruf im Lebenslauf, ob Verkäuferin, Friseur oder Bürokauffrau. Dieser Beruf bleibt mit allen Zeiträumen stehen, gekürzt auf 1 oder 2 Stichpunkte, die zur Betreuung passen.
Falsch
Verkäuferin in einer Bäckerei, Kundenbedienung und Kassentätigkeit.
Richtig
Verkauf an täglich rund 300 Kundinnen und Kunden einer Bäckerei im Wohngebiet, Anleitung von 2 Aushilfen im Schichtbetrieb.
Kundenkontakt in Zahlen und die Anleitung anderer sind das, was aus dem alten Beruf für die Betreuung zählt.
Wer noch keine Stelle in der Betreuung hatte, setzt die beiden Praktika an den Anfang der Berufserfahrung. Halten Sie fest, welche Angebote Sie begleitet und welche Sie selbst angeleitet haben:
Berufserfahrung
- 2 Wochen Praktikum im Rahmen der Qualifizierung, Anleitung durch eine Pflegefachkraft.
- Begleitung der Morgenrunde mit 14 Gästen, an 3 Tagen eigene Leitung eines Sprichwörter-Ratespiels für 6 Gäste.
Zeiten ohne Anstellung bekommen einen eigenen Eintrag mit Zeitraum, etwa „Betreuung der an Demenz erkrankten Mutter zu Hause“ oder „Familienzeit“. Die Bundesagentur für Arbeit rät, jede Unterbrechung von über 2 Monaten anzugeben und dazuzuschreiben, was Sie in dieser Zeit gemacht haben.
Ehrenamt hat in diesem Beruf Gewicht: Besuchsdienst, Hospizverein, Seniorennachmittag der Kirchengemeinde oder Nachbarschaftshilfe zeigen, dass Sie die Arbeit mit alten Menschen schon kennen. Nennen Sie Organisation, Ort, Zeitraum und Ihren eigenen Anteil, zum Beispiel „14-täglich 2 Besuche“.
Pflegeheim, Tagespflege, Betreuungsdienst: Lebenslauf auf die Stelle abstimmen
Zu den stationären Pflegeeinrichtungen zählen die Richtlinien neben Pflegeheimen auch die Kurzzeitpflege sowie die Tages- und Nachtpflege. Der Arbeitstag sieht je nach Haus anders aus, und jeder Eintrag sollte oben zeigen, was zur Anzeige passt.
| Einsatzort | Angaben, die dort am meisten zählen |
|---|---|
| Pflegeheim | Wohnbereiche mit Platzzahl, Gruppenangebote pro Woche, Einzelbetreuung am Bett, Absprachen mit den Pflegekräften. |
| Tagespflege | Zahl der Gäste pro Tag, Ihre festen Angebote im Tagesablauf, Gespräche mit Angehörigen beim Bringen und Abholen. |
| Ambulanter Betreuungsdienst | Zahl der Haushalte, Dauer der Besuche, Führerschein und Fahrzeug. |
| Wohnheim für Menschen mit Behinderungen | Größe der Wohngruppe, Freizeitangebote am Abend und am Wochenende, Begleitung zu Terminen. |
Häufige Fragen zum Lebenslauf als Betreuungskraft
Gehört ein Foto in den Lebenslauf einer Betreuungskraft?
Nur wenn Sie eines zeigen möchten. Ein Foto ist nicht vorgeschrieben, und kein Arbeitgeber darf eines verlangen. Bei der Bundesagentur für Arbeit steht dazu Unterschiedliches: In den Hinweisen zum Lebenslauf gilt das Foto als „kein Muss mehr“, während das Bewerbungstraining es weiter zum Lebenslauf rechnet, falls kein Deckblatt beiliegt. Für ein Foto eignet sich eine Aufnahme aus dem Studio, kein Selfie und kein Passbild.
Ist die Qualifizierung zur Betreuungskraft eine Ausbildung?
Nein, ein staatlich geregelter Berufsabschluss ist sie nicht. Die Betreuungskräfte-Richtlinien verlangen mindestens 160 Unterrichtsstunden und ein zweiwöchiges Betreuungspraktikum, und den Titel auf dem Zertifikat bestimmt der Bildungsträger. Im Lebenslauf gehört der Kurs deshalb unter „Weiterbildung“.
Mein Zertifikat nennt § 87b SGB XI. Sollte ich die Nummer im Lebenslauf ändern?
Nein, übernehmen Sie die Angabe unverändert. § 87b war bis Ende 2016 die Grundlage, von 2017 bis 2019 war es § 53c, und seit 2020 ist es § 53b SGB XI. Wer nach einer früheren Fassung der Richtlinien qualifiziert wurde, erfüllt die Anforderungen weiterhin. Eine nachträglich geänderte Nummer passt dagegen nicht mehr zum Zertifikat in den Anlagen.
Wie lang darf der Lebenslauf einer Betreuungskraft sein?
Die Bundesagentur für Arbeit setzt 2 DIN-A4-Seiten als Maximum an. Mit dem Kurs und einer ersten Stelle bleibt es meist bei 1 Seite. Kommt ein langer früherer Beruf hinzu, ist die zweite Seite in Ordnung; kürzen Sie dann lieber alte Stichpunkte als Zeiträume.
Brauche ich Referenzen von früheren Arbeitgebern?
Nein. Namen und Telefonnummern früherer Vorgesetzter stehen in keinem deutschen Lebenslauf, denn von jeder Einrichtung, die Sie verlassen, können Sie nach § 109 der Gewerbeordnung ein schriftliches Zeugnis verlangen. Kopien der letzten 2 bis 4 Arbeitszeugnisse liegen der Bewerbung bei, das neueste obenauf, zusammen mit dem Zertifikat über die Qualifizierung.
Gehören Führungszeugnis und Erste-Hilfe-Kurs in den Lebenslauf?
Das Führungszeugnis nicht, ein aufgefrischter Erste-Hilfe-Kurs schon: Er steht mit Anbieter und Jahr unter „Weiterbildung“. Ein Führungszeugnis und ein ärztliches Attest verlangen laut BERUFENET manche Bildungseinrichtungen schon für den Zugang zum Kurs. Beides sind Unterlagen, die Sie auf Anforderung vorlegen, keine Einträge im Lebenslauf.
Sollte ich den Lebenslauf unterschreiben?
Sie können, müssen aber nicht. Die Bundesagentur für Arbeit bezeichnet die Unterschrift als nicht unbedingt notwendig und sieht darin einen möglichen Vorteil. Unter Ort und Datum, etwa „Oldenburg, 13.10.2026“, unterschreiben Sie mit Vor- und Nachnamen; für die Bewerbung per E-Mail scannen Sie die Unterschrift ein.
Fazit
Im Lebenslauf einer Betreuungskraft kommt es auf 3 Angaben an: der Kurs mit Paragrafenangabe und Bildungsträger unter „Weiterbildung“, die Einrichtungen mit Platzzahl und die Angebote mit Gruppengröße und Häufigkeit. Der frühere Beruf bleibt sichtbar, und Pflegeaufgaben stehen nur dort, wo Sie tatsächlich als Pflegehilfskraft angestellt waren.


