Lebenslauf als Produktionshelfer: 3 Beispiele und Anleitung (2026)

Produktionshelfer werden oft schnell eingestellt, und wer die Bewerbungen sichtet, will ebenso schnell wissen: aus welcher Branche Sie kommen, an welchen Maschinen Sie gestanden haben und welche Schichten Sie kennen. Hier sehen Sie für jeden Abschnitt, wie diese Angaben im Lebenslauf stehen, auch nach Zeitarbeit, mit fachfremder Ausbildung oder ohne einen einzigen Tag in der Fertigung.

Aktualisiert am 12 Min. Lesezeit

Lebenslauf-Beispiel: Produktionshelferin in der Sensormontage

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Positionszeile nennt, was im Arbeitsvertrag steht, etwa Produktionshelfer, Produktionsmitarbeiter oder Maschinenbediener. Maschinen- und Anlagenführer schreibt nur, wer die Abschlussprüfung bestanden hat.
  • Jeder Stichpunkt steht im Substantivstil, ohne Ich-Form, und enthält eine Zahl: Teile pro Schicht, Maschinen, Taktzeit oder Paletten.
  • Das Schichtmodell steht ausgeschrieben in der Station oder im Kurzprofil, etwa Früh- und Spätschicht im Wechsel oder Dauernachtschicht.
  • Unter „Weiterbildung“ steht der Staplerschein mit Jahr, unter „Kenntnisse“ die Belehrung nach § 43 IfSG, wenn Sie sich in der Lebensmittelherstellung bewerben.
  • Bei Zeitarbeit ist das Zeitarbeitsunternehmen der Arbeitgeber der Station, und jeder Einsatz bekommt einen Stichpunkt mit Branche, Dauer und Tätigkeit.
  • Wer den Berufsabschluss nachholen will, kann in der Regel nach 3 Jahren einschlägiger Tätigkeit zur Externenprüfung zum Maschinen- und Anlagenführer zugelassen werden.

Lebenslauf als Produktionshelfer aufbauen: Gliederung und Reihenfolge

Produktionshelfer ist kein Ausbildungsberuf. BERUFENET, die Berufsdatenbank der Bundesagentur für Arbeit, führt die Bezeichnung bei den Helfertätigkeiten einzelner Branchen, von der Metallbearbeitung bis zur Lebensmittelherstellung. Als Zugang nennt die Datenbank dort eine Einweisung am Arbeitsplatz und keine abgeschlossene Berufsausbildung.

Wo kein Abschluss für Sie spricht, müssen es die Stationen tun: mit Branche, Produkt, Maschinen, Mengen und Schichtmodell. Der Lebenslauf bleibt tabellarisch, beginnt in jedem Abschnitt beim jüngsten Eintrag und folgt dieser Gliederung:

  1. Persönliche Daten: Name, Anschrift, Telefon, E-Mail, Geburtsdatum, Führerschein
  2. Kurzprofil, sofern Sie eines verwenden
  3. Berufserfahrung, auch Zeitarbeit, Aushilfstätigkeiten und befristete Verträge
  4. Ausbildung: ein erlernter Beruf, auch aus einer anderen Branche, und der Schulabschluss
  5. Weiterbildung: Staplerschein und Lehrgänge
  6. Kenntnisse, EDV-Kenntnisse und Sprachkenntnisse
  7. Ort, Datum und Unterschrift

Bei 2 DIN-A4-Seiten ist für die Bundesagentur für Arbeit Schluss. Nach wenigen Stationen reicht 1 Seite, nach vielen Einsätzen dürfen es 2 sein. Das Geburtsdatum zählt die Bundesagentur zu den persönlichen Daten. Eine Pflichtangabe ist es nicht. Ob Sie verheiratet sind oder einer Kirche angehören, geht aus einem heutigen Lebenslauf gar nicht mehr hervor.

Produktionshelfer, Produktionsmitarbeiter, Maschinenbediener: welche Bezeichnung in die Station gehört

Betriebe nennen dieselbe Arbeit Produktionshelfer, Produktionsmitarbeiter, Montagehelfer oder Maschinenbediener. In die Positionszeile gehört das Wort aus Ihrem Arbeitsvertrag, denn dasselbe Wort steht im Arbeitszeugnis, das der Bewerbung beiliegt. Sucht die Stellenanzeige unter einer anderen Bezeichnung, greifen Sie diese im Kurzprofil auf.

Kurzprofil für Produktionshelfer: Branche, Maschinen, Schichtmodell

Pflicht ist ein Kurzprofil hierzulande nicht. Nützlich wird es, wenn Ihre Erfahrung über mehrere Betriebe oder Einsätze verteilt ist: 3 bis 4 Zeilen zeigen dann vorab, in welcher Fertigung Sie zu Hause sind.

Formel für das Kurzprofil

Bezeichnung mit Zahl Jahren Erfahrung in der Branche oder Fertigungsart. Wichtigste Tätigkeit an Maschine oder Linie mit Menge und Bezugsgröße. Schichtmodell. Nachweis mit Jahr.

Beispiel

Produktionshelfer mit 4 Jahren Erfahrung in der Getränkeabfüllung. Bedienung der Etikettiermaschine und Palettierung an einer Glaslinie mit rund 28.000 Flaschen pro Stunde. Früh-, Spät- und Nachtschicht im Wechsel. Staplerschein seit 2024.

Wörter wie „fleißig“ oder „flexibel“ kann niemand nachprüfen. Eine Schichtleitung liest dagegen sofort heraus, was Dauernachtschicht, 3 Jahre am selben Band oder ein Staplerschein bedeuten.

Falsch

Fleißiger und flexibler Produktionshelfer mit schneller Auffassungsgabe, sucht neue Herausforderung in einem netten Team.

Richtig

Produktionshelfer mit 3 Jahren Erfahrung in der Blechbearbeitung, eingesetzt an Stanzautomaten und Abkantpressen im 3-Schicht-Betrieb; Staplerschein seit 2022.

Fertigungsart, Maschinen und Schichtsystem liefern die Antwort, die „flexibel“ nur verspricht.

So liest sich das Kurzprofil einer Produktionshelferin aus Lüdenscheid, die über Zeitarbeit zu einem Kunststoffverarbeiter kam und dort heute fest angestellt ist:

So sieht es im Lebenslauf aus

Kurzprofil

Produktionshelferin, seit 2021 in der Kunststoffverarbeitung für die Automobilindustrie, seit 2022 fest angestellt. Entnahme, Entgraten und Sichtprüfung von Steckergehäusen an 3 Spritzgießmaschinen, rund 2.400 Teile pro Schicht. Früh- und Spätschicht im wöchentlichen Wechsel, bei Bedarf Nachtschicht. Staplerschein seit 2023, Rückmeldung der Stückzahlen am BDE-Terminal.

Berufserfahrung als Produktionshelfer: Stückzahlen, Maschinen und Schicht in jeder Station

Zu jeder Station gehören 3 Angaben: die Position, der Zeitraum in Monat und Jahr und der Arbeitgeber samt Ort. Darunter beschreiben kurze Stichpunkte Ihre Aufgaben, nach der Empfehlung der Bundesagentur für Arbeit 3 bis 5 je Station.

Geschrieben werden sie im Substantivstil: „Bestückung von …“, „Sichtprüfung von …“, ohne „ich“ und ohne gebeugtes Verb. Aus den Stichpunkten muss hervorgehen, was der Betrieb herstellt, und jeder enthält eine Zahl mit ihrer Bezugsgröße.

Falsch

Mitarbeit in der Produktion und allgemeine Helfertätigkeiten.

Richtig

Bestückung von 2 Stanzautomaten mit Blechcoils, Entnahme von rund 9.000 Halteblechen pro Schicht und stündliche Maßkontrolle von 5 Teilen mit dem Messschieber.

Maschine, Stückzahl und Prüfschritt machen aus der „Mitarbeit“ eine Tätigkeit, die sich ein Schichtführer vorstellen kann.

Die Zahlen dafür kennen Sie aus dem Alltag: vom Laufzettel, von der Schichttafel oder aus dem Rückmeldeterminal.

Zahlen aus der Fertigung, die in den Lebenslauf passen
BereichBeispiel für einen Stichpunkt
MontageVormontage von 320 Türschlössern pro Schicht am Handarbeitsplatz, Taktzeit 85 Sekunden.
AbfüllungPalettierung und Folierung von 40 bis 45 Paletten Konserven pro Schicht am Ende von Linie 2.
VerpackungBestückung des Kartonierers mit rund 1.800 Tuben pro Stunde, im Wechsel mit 3 Kolleginnen.
QualitätSichtprüfung von durchschnittlich 600 Gussteilen pro Schicht nach Grenzmuster, Erfassung des Ausschusses nach 4 Fehlerarten.
RüstenUnterstützung des Einrichters bei 2 Formatwechseln pro Woche, Dauer je 45 Minuten.
ReinigungZwischenreinigung von 2 Abfüllmaschinen nach Reinigungsplan bei jedem Sortenwechsel, in der Regel 3-mal pro Schicht.

Die aktuelle Station der Produktionshelferin aus Lüdenscheid sieht so aus:

So sieht es im Lebenslauf aus

Berufserfahrung

Produktionshelferin06/2022 – heute
Brachpieper Kunststofftechnik GmbH, Lüdenscheid
  • Entnahme, Entgraten und Sichtprüfung von Steckergehäusen für Kabelsätze an 3 Spritzgießmaschinen, rund 2.400 Teile pro Schicht.
  • Verpackung in Kleinladungsträger nach Packvorschrift für 6 Artikel, Etikettierung und Rückmeldung der Stückzahlen am BDE-Terminal.
  • Einsatz in Früh- und Spätschicht im wöchentlichen Wechsel, dazu rund 6 Wochen Nachtschicht pro Jahr.
  • Seit 2024 Materialversorgung von 14 Spritzgießmaschinen mit dem Elektro-Gabelstapler, 4 bis 6 Oktabins Granulat pro Schicht.

Zeitarbeit und befristete Einsätze eintragen

Viele Produktionshelfer beginnen über Zeitarbeit. Ihr Arbeitgeber ist dann das Zeitarbeitsunternehmen: Es steht mit Ort in der Station, die Positionszeile erhält den Zusatz „(Zeitarbeit)“, und jeder Einsatz bekommt einen Stichpunkt mit Branche, Dauer und Tätigkeit. Der Name des Kundenbetriebs darf fehlen.

So sieht es im Lebenslauf aus

Berufserfahrung

Produktionshelferin (Zeitarbeit)03/2021 – 05/2022
Sandbiene Personalservice GmbH, Lüdenscheid
  • Einsatz bei einem Leuchtenhersteller, 3 Monate: Endmontage und Verpackung von rund 350 Einbaustrahlern pro Schicht.
  • Einsatz bei einem Kunststoffverarbeiter, 12 Monate: Entnahme und Entgraten von Spritzgussteilen an 2 Maschinen in Früh- und Spätschicht, danach Festanstellung im selben Betrieb.

Zwischen 2 befristeten Verträgen entsteht leicht eine Pause. Unterbrechungen von mehr als 2 Monaten sollten Sie nach der Empfehlung der Bundesagentur für Arbeit im Lebenslauf angeben und erklären. Eine einzige Zeile reicht: Arbeitsuche mit Staplerlehrgang, Pflege eines Angehörigen, Sprachkurs.

Lebenslauf auf die Branche abstimmen: Metall, Kunststoff, Lebensmittel, Verpackung

Was ein Betrieb in Ihren Stationen sucht, hängt davon ab, was er herstellt. Für Helfer in der Metallbearbeitung nennt BERUFENET etwa Entgraten, Stanzen, Pressen und einfache Qualitätskontrollen als Kernkompetenzen, für die Lebensmittelherstellung dagegen Abfüllen, Verpacken und Lebensmittelhygiene. Sortieren Sie Ihre Stichpunkte deshalb vor jeder Bewerbung um: Oben steht, was der Fertigung des Betriebs am nächsten kommt.

Worauf Betriebe je nach Branche achten
BrancheDas gehört in die Stichpunkte
MetallbearbeitungMaschinenart wie Stanzautomat, Presse oder Säge, die Teile pro Schicht, Entgraten und Maßkontrolle mit Messschieber oder Lehre.
KunststoffverarbeitungSpritzgießmaschinen oder Extruder, Entnahme und Nacharbeit, Sichtprüfung nach Grenzmuster, Materialversorgung.
Lebensmittel und GetränkeLinie und Produkt, Abfüll- oder Verpackungsleistung, Reinigung nach Plan, Hygienevorschriften.
Montage von Elektro- und FahrzeugteilenArbeitsplatz am Band oder in der Vormontage, Taktzeit, Stückzahl, Werkzeuge wie Akkuschrauber mit Drehmomentvorgabe.
Verpackung und KonfektionierungPackvorschriften, Zahl der Artikel, Etikettierung, Palettierung und die Übergabe an den Versand.

In der Lebensmittelherstellung kommt ein Nachweis hinzu. Laut BERUFENET erfordert der Umgang mit Lebensmitteln eine Belehrung und eine Bescheinigung des Gesundheitsamtes. Nach § 43 des Infektionsschutzgesetzes darf diese Bescheinigung bei der ersten Arbeitsaufnahme höchstens 3 Monate alt sein, danach belehrt der Arbeitgeber alle 2 Jahre.

Im Lebenslauf genügt dafür eine kurze Zeile unter „Kenntnisse“: „Belehrung nach § 43 IfSG“ mit dem Jahr der Erstbelehrung. Den älteren Ausdruck „Gesundheitszeugnis“ verwenden Sie nur, wenn Ihr Nachweis aus den Jahren vor 2001 stammt und selbst so überschrieben ist.

Kenntnisse für Produktionshelfer: Maschinen, Prüfmittel, EDV und Deutsch

Unter „Kenntnisse“ stehen Tätigkeiten und Arbeitsmittel, die Sie beherrschen, keine Charakterzüge. Jede Angabe sollte sich in einer Station wiederfinden, sonst bleibt sie eine Behauptung.

Kenntnisse in der Produktion und ihr Beleg
Kenntnis oder StärkeSo belegen Sie sie
MaschinenbedienungMaschinenart und Anzahl in der Station, etwa 3 Spritzgießmaschinen oder 2 Stanzautomaten.
QualitätskontrollePrüfmittel und Umfang: Sichtprüfung nach Grenzmuster, Messschieber, Prüflehre, Teile pro Stunde.
SorgfaltEine Aufgabe, die man Ihnen zusätzlich übertragen hat, etwa das Führen der Fehlersammelkarte für Ihre Schicht.
Belastbarkeit im SchichtbetriebSchichtmodell und Dauer der Station, etwa 4 Jahre vollkontinuierliche Schicht einschließlich Wochenende.
StaplerfahrenDer Staplerschein unter „Weiterbildung“ und ein Stichpunkt mit Gerät und Aufgabe.
EDV-KenntnisseWas Sie am Arbeitsplatz bedienen: BDE-Terminal, Handscanner, Rückmeldungen in SAP.
So sieht es im Lebenslauf aus

Kenntnisse

Bedienung von Spritzgießmaschinen · Entgraten und Nacharbeit · Sichtprüfung nach Grenzmuster · Verpackung nach Packvorschrift · Materialversorgung mit dem Elektro-Gabelstapler

EDV-Kenntnisse: BDE-Terminal · Handscanner

Deutsch geben Sie wie jede Sprache an: mit der Einstufung in Worten und der Stufe des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens, etwa „Deutsch: gute Kenntnisse (B1)“. In der Fertigung müssen Sie Sicherheitsunterweisungen, Arbeitsanweisungen und Prüfpläne verstehen. Stufen Sie sich so ein, wie Sie im Vorstellungsgespräch sprechen.

Ausbildung, Staplerschein und Nachweise im Lebenslauf als Produktionshelfer

Unter „Ausbildung“ steht Ihr Schulabschluss mit Schule, Ort und Zeitraum, benannt wie auf dem Zeugnis. Haben Sie einen Beruf gelernt, etwa Friseurin, Koch oder Kfz-Mechatroniker, gehört er darüber: Er belegt eine bestandene Prüfung und oft handwerkliches Geschick. Eine Ausbildung, die Sie nicht beendet haben, tragen Sie mit Zeitraum und dem Zusatz „(ohne Abschluss)“ ein.

Der häufigste Zusatznachweis in der Produktion ist der Staplerschein; BERUFENET führt ihn bei den Helfern in der Metallbearbeitung wie in der Lebensmittelherstellung unter den Kernkompetenzen. Er ist keine Führerscheinklasse und gehört deshalb unter „Weiterbildung“, nicht zum Führerschein.

Nachweise für die Produktion und wie Sie sie eintragen
NachweisSo tragen Sie ihn ein
StaplerscheinUnter „Weiterbildung“ mit Jahr, im Wortlaut Ihres Fahrausweises, etwa „Staplerschein nach DGUV Grundsatz 308-001“.
Belehrung nach § 43 IfSGUnter „Kenntnisse“ mit dem Jahr der Erstbelehrung, und nur bei Bewerbungen in der Lebensmittelherstellung.
Führerschein Klasse BBei den persönlichen Daten. Er zählt, wenn das Werk zur Frühschicht mit Bus und Bahn nicht zu erreichen ist.
Erlernter BerufUnter „Ausbildung“ mit der Bezeichnung aus dem Prüfungszeugnis, auch wenn er nichts mit der Fertigung zu tun hat.
ArbeitszeugnisseNicht im Lebenslauf, sondern in Kopie dahinter: die letzten 2 bis 4, das neueste obenauf.

Berufsabschluss nachholen: Maschinen- und Anlagenführer und Fachkraft für Metalltechnik

Als Aufstieg für Helfer in der Metallbearbeitung nennt BERUFENET unter anderem die Ausbildungsberufe Maschinen- und Anlagenführer und Fachkraft für Metalltechnik. Beide Ausbildungen dauern nach ihren Ausbildungsordnungen 2 Jahre.

Den Abschluss erreichen Sie auch ohne Ausbildungsvertrag. Nach § 45 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes wird zur Abschlussprüfung zugelassen, wer mindestens das Eineinhalbfache der Ausbildungsdauer in dem Beruf gearbeitet hat, bei beiden Berufen in der Regel 3 Jahre. Über die Zulassung entscheidet die zuständige IHK, und genaue Arbeitszeugnisse sind dafür Ihr wichtigster Beleg.

Im Lebenslauf steht ein laufender Vorbereitungslehrgang unter „Weiterbildung“, zusammen mit dem voraussichtlichen Prüfungsjahr. Erst die bestandene Prüfung rückt als Abschluss unter „Ausbildung“, mit dem Schwerpunkt und der Note, wie das Prüfungszeugnis sie ausweist. Bei der Produktionshelferin aus Lüdenscheid sieht der Abschnitt so aus:

So sieht es im Lebenslauf aus

Weiterbildung

  • Vorbereitungslehrgang auf die Externenprüfung zur Maschinen- und Anlagenführerin, Schwerpunkt Metall- und Kunststofftechnik, seit 09/2026, Prüfung vor der IHK voraussichtlich 2027
  • Staplerschein nach DGUV Grundsatz 308-001, 2023

Ohne Erfahrung in der Produktion: Lebenslauf für Einsteiger und Quereinsteiger

Vorkenntnisse verlangt der Einstieg nicht, praktische Erfahrung etwa in der Maschinenbedienung nennt BERUFENET aber als möglichen Vorteil. Suchen Sie in Ihrem bisherigen Werdegang deshalb alles, was der Fertigung ähnelt: Arbeit im Takt, nach Vorgabe, im Stehen, in Schichten. Solche Stationen gehören mit Zahlen unter „Berufserfahrung“:

  • Küche oder Systemgastronomie: Portionen pro Schicht, Arbeit nach Hygieneplan, Schichtdienst
  • Bäckerei oder Fleischerei: Mengen pro Nacht, Maschinen wie Teigteiler oder Kutter, die Belehrung nach § 43 IfSG
  • Bau oder Handwerk: Maschinen und Werkzeuge, Arbeit nach Zeichnung oder Aufmaß
  • Erntehilfe oder Gartenbau: Mengen pro Tag, Sortieren und Verpacken
  • Ferienjob, Praktikum oder Aushilfstätigkeit in einem Betrieb: was Sie selbst an der Linie erledigt haben

Haben Sie bisher kaum gearbeitet, können Sie in Ihrem eigenen Lebenslauf die „Ausbildung“ über die „Berufserfahrung“ setzen. Ein Ehrenamt, etwa bei der Freiwilligen Feuerwehr oder im Sportverein, bekommt den eigenen Abschnitt „Ehrenamt“: Es zeigt eine Verlässlichkeit, die Ihnen ohne Arbeitszeugnisse sonst niemand bescheinigt.

Häufige Fragen zum Lebenslauf als Produktionshelfer

Gehört ein Foto in den Lebenslauf als Produktionshelfer?

Das entscheiden Sie. Kein Betrieb darf ein Foto von Ihnen verlangen, und weglassen können Sie es ohne Begründung. Die Bundesagentur für Arbeit spricht auf der eigenen Lebenslauf-Seite von „kein Muss mehr“ und plant im Bewerbungstraining trotzdem ein Foto auf dem Lebenslauf ein, sofern kein Deckblatt verwendet wird. In Industriebetrieben ist ein Foto weiterhin verbreitet. Ein Handyfoto aus der Werkhalle eignet sich dafür nicht, ein Bild vom Fotografen schon.

Wie lang sollte der Lebenslauf eines Produktionshelfers sein?

So lang, wie Ihre Stationen es brauchen, höchstens aber 2 DIN-A4-Seiten: Mehr sieht die Bundesagentur für Arbeit nicht vor. Mit 2 oder 3 Arbeitgebern passt alles auf 1 Seite. Nach vielen Zeitarbeitseinsätzen ist eine zweite Seite in Ordnung und in Deutschland kein Makel.

Wie gebe ich Schichtarbeit im Lebenslauf an?

Mit dem Namen des Schichtmodells, in der Station oder im Kurzprofil: Früh- und Spätschicht im Wechsel, 3-Schicht-Betrieb, Dauernachtschicht oder vollkontinuierliche Schicht einschließlich Wochenende. Welche Schichten Sie künftig übernehmen können, gehört ins Kurzprofil oder ins Anschreiben. Eine allgemeine „Schichtbereitschaft“ beantwortet diese Frage nicht.

Brauche ich als Produktionshelfer einen Staplerschein?

Nein, für die Arbeit an Maschine oder Band nicht. Sobald Sie Material mit dem Gabelstapler holen oder Paletten wegfahren sollen, verlangt der Betrieb den Nachweis und erteilt Ihnen zusätzlich einen eigenen Fahrauftrag. In vielen Anzeigen steht der Schein als Wunsch, deshalb lohnt er sich schon vor der ersten Bewerbung.

Was trage ich unter „Ausbildung“ ein, wenn ich keinen Berufsabschluss habe?

Den Schulabschluss mit Schule, Ort und Jahr, und wenn auch der fehlt, die letzte Schule mit Besuchszeitraum. Für die Einstellung ist das kein Hindernis, denn eine abgeschlossene Berufsausbildung setzt die Helfertätigkeit laut BERUFENET nicht voraus. Einen Abschluss aus dem Ausland nennen Sie mit seiner Originalbezeichnung und dem Land.

Sollte ich Arbeitszeugnisse aus der Zeitarbeit beilegen?

Ja, das ist ratsam. Den Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis nach § 109 der Gewerbeordnung haben Sie gegenüber dem Zeitarbeitsunternehmen, weil es Ihr Arbeitgeber war. Bitten Sie darum, dass Einsatzbranchen und Tätigkeiten darin genannt werden. Eine Liste früherer Vorgesetzter mit Telefonnummer ersetzt das Zeugnis nicht und ist in Deutschland unüblich.

Sollte ich den Lebenslauf unterschreiben?

Unterschreiben können Sie, müssen Sie aber nicht: Die Bundesagentur für Arbeit hält das für nicht unbedingt notwendig, sieht darin aber einen möglichen Vorteil. Wer unterschreibt, setzt an den Fuß der Seite Ort und Datum in der Form „Lüdenscheid, 11.10.2026“ und unterschreibt darunter. Für eine Bewerbung per E-Mail oder über ein Portal fügen Sie die eingescannte Unterschrift ein.

Fazit

Ein Lebenslauf als Produktionshelfer lebt von genauen Stationen: der Bezeichnung aus dem Vertrag, dem Produkt, den Maschinen, den Stückzahlen und dem Schichtmodell. Staplerschein und Belehrung stehen dort, wo ein Betrieb sie sucht, und wer auf die Externenprüfung hinarbeitet, zeigt das mit einer Zeile unter „Weiterbildung“.

Schreiben Sie Ihren eigenen Lebenslauf als Produktionshelfer

Öffnen Sie den Lebenslauf-Editor, wählen Sie eine Vorlage und laden Sie in wenigen Minuten ein fertiges PDF herunter.

  • Von Recruitern geprüfte, ATS-freundliche Vorlagen, kostenlos und Premium
  • KI-Vorschläge für Ihr Profil und Ihre Stichpunkte
  • Ein passendes Anschreiben mit einem Klick
  • Lebenslauf in wenigen Minuten als PDF herunterladen
Lebenslauf erstellen