Lebenslauf als Elektroniker für Automatisierungstechnik: 3 Beispiele und Anleitung (2026)

Wer eine Stelle in der Automatisierung besetzt, will wissen, welche Steuerungen Sie programmieren, welche Antriebe und Bussysteme Sie in Betrieb nehmen und ob Sie eine Störung allein eingrenzen. Die folgenden Abschnitte zeigen, wie diese Angaben im Lebenslauf stehen, wie Ausbildungsberuf und Prüfung richtig heißen und worauf es in Fertigungs-, Prozess- und Gebäudeautomation jeweils ankommt.

Aktualisiert am 13 Min. Lesezeit

Lebenslauf-Beispiel: Elektroniker für Automatisierungstechnik

Das Wichtigste in Kürze

  • Elektroniker für Automatisierungstechnik ist ein Industrieberuf mit Abschlussprüfung; der Handwerksberuf „Elektroniker, Fachrichtung Automatisierungstechnik“ ist ein anderer Abschluss mit Gesellenprüfung.
  • Bis zum 10. Jahr nach der Prüfung steht deren Ergebnis in der Ausbildungszeile, in Punkten mit Wortnote wie auf dem Zeugnis, etwa „gut (85 Punkte)“.
  • Jeder Stichpunkt nennt die Steuerung oder den Antrieb mit Hersteller und Baureihe und dazu eine Zahl: 23 Roboter, 64 Antriebe, 140 Messstellen.
  • „SPS-Programmierung“ allein ist zu ungenau: Geben Sie die Sprache an, etwa SCL, FUP oder KOP, und ob Sie Programme lesen, ändern oder neu schreiben.
  • Das Einsatzgebiet der Ausbildung, zum Beispiel Verfahrens- und Prozessautomation, darf als Zusatz in der Ausbildungszeile stehen; zur Berufsbezeichnung gehört es nicht.
  • Inbetriebnahmen beim Kunden stehen mit Wochen pro Jahr und Ländern in der Station; die Führerscheinklasse steht unter „Persönliche Daten“.

Aufbau: Welche Abschnitte der Lebenslauf als Elektroniker für Automatisierungstechnik braucht

Laut BERUFENET, der Berufsdatenbank der Bundesagentur für Arbeit, analysieren Elektroniker für Automatisierungstechnik die Abläufe automatisierter Systeme, bauen mess-, steuerungs- und regelungstechnische Einrichtungen ein, programmieren Sensor- und Bussysteme und beheben Störungen. Der Schaltschrank eines Sondermaschinenbauers und der Leitstand eines Klärwerks haben dabei wenig gemeinsam. Ihr Lebenslauf gibt deshalb früh an, an welcher Art von Anlage Sie arbeiten.

Der Lebenslauf hat Tabellenform, und jeder Abschnitt beginnt mit dem neuesten Eintrag. Für Stellen in Inbetriebnahme, Instandhaltung und Schaltschrankbau passt folgende Abfolge:

  1. Persönliche Daten mit Anschrift, Telefon, E-Mail, Geburtsdatum und Führerschein
  2. Kurzprofil, sofern gewünscht
  3. Berufserfahrung mit Steuerungen, Anlagen und Einsätzen beim Kunden
  4. Ausbildung mit Abschlussprüfung, Ergebnis und Schulabschluss
  5. Weiterbildung, etwa Herstellerkurse, Ausbildereignung oder Industriemeister
  6. Kenntnisse, EDV-Kenntnisse und Sprachkenntnisse
  7. Ehrenamt und Interessen
  8. Ort, Datum und Unterschrift

Die Bundesagentur für Arbeit nennt für den Lebenslauf höchstens 2 DIN-A4-Seiten. Nach mehreren Betrieben, Herstellerkursen und einer Meisterprüfung sind beide Seiten gut gefüllt; direkt nach der Ausbildung passt alles auf 1 Seite.

Geburtsdatum und Geburtsort führt die Bundesagentur für Arbeit in ihrer Liste der persönlichen Daten. Zwingend ist keine der beiden Angaben; Ihr Lebenslauf ist auch ohne sie vollständig. Am Fuß der letzten Seite stehen Ort und Datum, etwa „Augsburg, 12.10.2026“, und darunter die Unterschrift.

Kurzprofil für Elektroniker für Automatisierungstechnik: Steuerung, Anlagenart, eigener Anteil

Zum Pflichtumfang eines deutschen Lebenslaufs gehört das Kurzprofil nicht. In diesem Beruf lohnt es sich trotzdem, weil 3 bis 4 Zeilen vorab klären, was sonst über mehrere Stationen verteilt steht: Steuerungsfamilie, Anlagenart, Ihr Anteil an Programmierung und Inbetriebnahme und eine Größenangabe.

Formel für das Kurzprofil

Berufsbezeichnung mit Zahl Berufsjahren in welchem Bereich, etwa „im Sondermaschinenbau“. Steuerungen und Antriebe mit Hersteller und Baureihe. Was Sie selbstständig übernehmen, mit einer Zahl. Einsätze beim Kunden, Schichtmodell oder Weiterbildung.

Beispiel

Elektronikerin für Automatisierungstechnik mit 6 Berufsjahren in der Prozessautomation eines Molkereibetriebs. Prozessleitsystem SIMATIC PCS 7 mit 6 Automatisierungssystemen, Frequenzumrichter von Danfoss bis 90 kW. Selbstständige Kalibrierung von jährlich 140 Durchfluss-, Druck- und Temperaturmessstellen, dazu Programmänderungen an 9 Abfüll- und Reinigungsanlagen. Rufbereitschaft jede 4. Woche.

Technisches Verständnis, Umsicht und Sorgfalt führt die Berufsdatenbank als Anforderungen des Berufs auf. Wer sie im Kurzprofil bloß aufzählt, wiederholt die Stellenanzeige. Überprüfbar wird ein Kurzprofil erst durch Steuerung, Anlage und Zahl.

Falsch

Motivierter Elektroniker für Automatisierungstechnik mit SPS-Kenntnissen, technischem Verständnis und hoher Einsatzbereitschaft.

Richtig

Elektroniker für Automatisierungstechnik mit 4 Berufsjahren in der Instandhaltung eines Verpackungsmittelwerks: Störungssuche an 11 Linien mit SIMATIC S7-1500 und Servoantrieben von SEW-EURODRIVE, eigene Programmänderungen in SCL, Dreischichtbetrieb.

Linienzahl, Steuerung und Programmiersprache geben an, was „SPS-Kenntnisse“ offenlässt.

Ein Elektroniker aus Augsburg, der bei einem Sondermaschinenbauer Montage- und Prüfanlagen in Betrieb nimmt, beschreibt sich im Kurzprofil so:

So sieht es im Lebenslauf aus

Kurzprofil

Elektroniker für Automatisierungstechnik, seit 2017 in der Inbetriebnahme eines Sondermaschinenbauers mit 85 Beschäftigten. Steuerungen SIMATIC S7-1500 und Antriebe der Baureihe SINAMICS S120, Roboteranbindung über PROFINET. Inbetriebnahmen bei Kunden im In- und Ausland, Englisch im Arbeitsalltag. Ausbildereignung seit 2024, Betreuung von 2 Auszubildenden.

Berufserfahrung als Elektroniker für Automatisierungstechnik: Stichpunkte mit Steuerung und Zahl

Jede Station beginnt mit Ihrer Bezeichnung laut Arbeitsvertrag, dem Arbeitgeber samt Ort sowie Beginn und Ende, jeweils als Monat und Jahr. Darunter folgen kurze Stichpunkte, nach dem Rat der Bundesagentur für Arbeit 3 bis 5 je Station. Bei weit zurückliegenden Stellen reichen 1 oder 2.

Die Stichpunkte stehen im Substantivstil: ein Substantiv für die Tätigkeit, kein „ich“, kein gebeugtes Verb. Es heißt „Einbindung von 23 Robotern“ und nicht „Ich habe Roboter eingebunden“. In jeden Stichpunkt gehört eine Zahl und, wo es eine gibt, die Steuerung oder der Antrieb mit Hersteller und Baureihe.

Falsch

Zuständig für SPS-Programmierung und Inbetriebnahme von Anlagen.

Richtig

Programmierung und Inbetriebnahme von 5 Palettieranlagen mit SIMATIC S7-1500 und je 4 Servoachsen, Taktzeit nach der Optimierung 8 statt 9,5 Sekunden.

Stückzahl, Steuerung und Taktzeit machen aus einer Zuständigkeit eine Leistung, nach der im Vorstellungsgespräch gefragt werden kann.

Die aktuelle Station des Augsburger Elektronikers zeigt Programmierung, Robotik und die Einsätze beim Kunden:

So sieht es im Lebenslauf aus

Berufserfahrung

Elektroniker für Automatisierungstechnik03/2017 – heute
Bocksprung Sondermaschinen GmbH, Augsburg
  • Entwicklung der Steuerungssoftware im TIA Portal für jährlich 6 bis 8 Montage- und Prüfanlagen, die größte mit 64 Antrieben.
  • Seit 2021 Einbindung von 23 Sechsachsrobotern über PROFINET, einschließlich Sicherheitsprogramm und Prüfung der Schutzeinrichtungen vor der Übergabe.
  • Pro Jahr 8 bis 10 Wochen Inbetriebnahme bei Kunden, 2025 in 3 Werken in Tschechien und Ungarn.

Die Zahlen stehen in Unterlagen, die Sie ohnehin führen: in der E/A-Liste, im Inbetriebnahmeprotokoll, in der Störungsauswertung und auf den Stundenzetteln Ihrer Einsätze.

Wo in der Automatisierungstechnik Zahlen stecken
AufgabeSo kann der Stichpunkt lauten
ProgrammierungNeuprogrammierung in SCL für 3 Förderstrecken mit insgesamt 48 Antrieben, Ablösung einer SIMATIC S7-300.
Inbetriebnahme5 Wochen Inbetriebnahme einer Abfülllinie für 12.000 Flaschen pro Stunde, Abnahme durch den Kunden ohne Nacharbeit.
SensorikAustausch von 36 Füllstandssonden gegen Radarsensoren, Anbindung über IO-Link.
StörungssucheStörungsdienst an 7 Verpackungslinien in Wechselschicht, monatlich rund 40 Einsätze, Verkürzung der mittleren Stillstandszeit von 35 auf 22 Minuten.
VisualisierungProjektierung von 14 Bedienbildern in WinCC Unified für 2 Leitstände, Einweisung von 18 Anlagenführern.

Fertigung, Prozess oder Gebäude: Lebenslauf auf den Automationsbereich der Stelle zuschneiden

Beschäftigt sind Elektroniker für Automatisierungstechnik laut BERUFENET bei Herstellern industrieller Prozesssteuerungseinrichtungen, in Betrieben der Elektroinstallation, in Wasser- und Klärwerken, in Recyclinganlagen und in Unternehmen, die Automatisierungslösungen einsetzen. Jeder dieser Betriebe achtet auf andere Angaben. Rücken Sie in der aktuellen Station den Stichpunkt ganz nach oben, der zur ausgeschriebenen Aufgabe gehört.

Welche Angaben je nach Automationsbereich zählen
BereichDas gehört in die Stichpunkte
FertigungsautomationLinien und Zellen mit Anzahl, Steuerung und Antriebe mit Baureihe, Roboter, Taktzeit, Schichtmodell.
ProzessautomationProzessleitsystem mit Namen, Zahl der Messstellen, Kalibrierungen pro Jahr, Regelkreise, Rufbereitschaft.
GebäudeautomationLiegenschaften und Datenpunkte mit Anzahl, Bussystem wie BACnet oder KNX, Regelung von Heizung, Lüftung und Klima.
Sondermaschinen- und AnlagenbauAnlagen pro Jahr, Ihr Anteil an Programmierung und Inbetriebnahme, Wochen beim Kunden, Länder und Englisch mit Niveau.
SchaltschrankbauSchränke pro Jahr, Verdrahtung nach Schaltplan, Prüfung vor der Auslieferung, das CAE-Programm mit Namen.

Kenntnisse und EDV-Kenntnisse im Lebenslauf als Elektroniker für Automatisierungstechnik

Die Ausbildungsordnung führt im Berufsbild unter anderem das Konfigurieren und Programmieren, das Prüfen und Inbetriebnehmen sowie das Instandhalten und Optimieren von Automatisierungssystemen auf. Für den Lebenslauf sind diese Oberbegriffe zu grob. Unter „Kenntnisse“ steht, was eine Ihrer Stationen zeigt, so genau benannt, dass ein Fachvorgesetzter die Stufe erkennt.

Kenntnisse in der Automatisierungstechnik: genaue Angabe und Nachweis
KenntnisSo genau sollte es dastehenNachweis im Lebenslauf
SPS-ProgrammierungSteuerungsfamilie und Programmiersprache, etwa SIMATIC S7-1500 in SCLEine von Ihnen programmierte Anlage in der Station, dazu der Herstellerkurs, falls Sie einen besucht haben
AntriebstechnikFrequenzumrichter und Servoantriebe mit Hersteller, Baureihe und AchszahlZahl der Antriebe, die Sie in Betrieb genommen haben
Bussysteme und NetzwerkeDie Systeme mit Namen: PROFINET, PROFIBUS, IO-Link, EtherCATTeilnehmerzahl eines Netzes oder die Zusatzqualifikation „Digitale Vernetzung“
Mess- und RegelungstechnikMessgrößen wie Druck, Durchfluss, Füllstand und Temperatur, dazu die ReglereinstellungKalibrierungen pro Jahr oder die Zahl der Regelkreise
RobotikHersteller und Steuerungsgeneration, dazu, ob Sie teachen oder programmierenZahl der eingebundenen Roboter, dazu die Schulung, falls Sie eine besucht haben

Programme stehen unter „EDV-Kenntnisse“ mit Namen, Sprachen unter „Sprachkenntnisse“ mit dem Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen. Englisch gehört in diesem Beruf dazu, sobald Handbücher, Fernwartung oder Kunden im Ausland hinzukommen.

So sieht es im Lebenslauf aus

Kenntnisse

SPS-Programmierung in SCL und FUP · Inbetriebnahme von Servoantrieben (SINAMICS S120) · PROFINET und IO-Link · Einbindung von Industrierobotern

EDV-Kenntnisse: TIA Portal · WinCC Unified · EPLAN Electric P8

Sprachkenntnisse:
Deutsch: Muttersprache
Englisch: gute Kenntnisse (B2)

Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik: Berufsbezeichnung, IHK-Prüfung und Einsatzgebiet

Den Ausbildungsberuf Elektroniker für Automatisierungstechnik gibt es seit der Neuordnung der industriellen Elektroberufe 2003. Nach der Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Elektroberufen dauert die Ausbildung 3,5 Jahre und endet mit der Abschlussprüfung, im Industriebetrieb vor der IHK.

Verwechselt wird der Beruf leicht mit einem Handwerksberuf. Beim Elektroniker im Handwerk gibt es eine ähnlich benannte Fachrichtung: bei Ausbildungsbeginn bis Juli 2021 Automatisierungstechnik, seit August 2021 Automatisierungs- und Systemtechnik. Diese Ausbildung endet mit der Gesellenprüfung. In den Lebenslauf gehört der Wortlaut des eigenen Zeugnisses, ohne Angleichung an die Stellenanzeige.

Falsch

Ausbildung zum Automatisierungstechniker, Gesellenbrief, Note 2,3.

Richtig

Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik. Abschlussprüfung vor der IHK Schwaben, Note: gut (85 Punkte).

Richtig sind die Bezeichnung laut Zeugnis, die Abschlussprüfung statt des Gesellenbriefs und das Ergebnis in Punkten mit Wortnote.

Was in Ihrer Ausbildungszeile steht, hängt vom Beruf, vom Betrieb und vom Ausbildungsbeginn ab:

Berufsbezeichnung und Prüfung je nach Ausbildung
Ihre AusbildungSo steht es im Lebenslauf
Industrie, Beginn ab 08/2003Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik, Abschlussprüfung vor der IHK, wahlweise mit dem Namen der Kammer
Handwerk, Beginn 08/2003 bis 07/2021Ausbildung zum Elektroniker, Fachrichtung Automatisierungstechnik, mit Gesellenprüfung
Handwerk, Beginn ab 08/2021Ausbildung zum Elektroniker, Fachrichtung Automatisierungs- und Systemtechnik, mit Gesellenprüfung
Industrie, Beginn vor 08/2003Die Bezeichnung laut Prüfungszeugnis; als Vorläuferberufe führt BERUFENET unter anderem den Prozessleitelektroniker und den Industrieelektroniker der Fachrichtung Produktionstechnik auf

Geprüft wird in 2 zeitlich getrennten Teilen; Teil 1 soll vor dem Ende des 2. Ausbildungsjahres stattfinden. In den Lebenslauf kommt nur das Gesamtergebnis, so wie es das Prüfungszeugnis ausweist: Punkte und Note in Worten, keine selbst errechnete Dezimalnote. Üblich ist die Angabe bis zum 10. Jahr nach der Prüfung; wer sie macht, nennt auch die Note eines Schulabschlusses, der in dieselbe Spanne fällt.

Der Ausbildungsbetrieb legt außerdem ein Einsatzgebiet fest. Die Verordnung nennt 5: Produktions- und Fertigungsautomation, Verfahrens- und Prozessautomation, Netzautomation, Verkehrsleitsysteme und Gebäudeautomation; weitere sind zulässig. Teil der Berufsbezeichnung ist das Einsatzgebiet nicht. Als Zusatz in der Ausbildungszeile ist es nützlich, wenn es zur Stelle passt.

Seit August 2018 sieht die Verordnung zudem die Zusatzqualifikationen „Digitale Vernetzung“, „Programmierung“ und „IT-Sicherheit“ vor, die Betrieb und Auszubildende vereinbaren können. Geprüft werden sie auf Antrag gesondert im Rahmen von Teil 2. Eine bestandene Zusatzqualifikation gehört deshalb in die Ausbildungszeile und nicht unter „Weiterbildung“.

Unter der Berufsbezeichnung steht der Ausbildungsbetrieb oder die Berufsschule mit Ort. Der Augsburger Elektroniker hat bei einem Hersteller von Abfüllanlagen gelernt:

So sieht es im Lebenslauf aus

Ausbildung

Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik09/2013 – 02/2017
Hahnenschrei Abfülltechnik GmbH, Donauwörth

Abschlussprüfung vor der IHK Schwaben, Note: gut (85 Punkte). Einsatzgebiet: Produktions- und Fertigungsautomation.

Weiterbildung für Elektroniker für Automatisierungstechnik: Herstellerkurse, Industriemeister, Techniker

Unter „Weiterbildung“ steht jeder Eintrag mit Titel, Anbieter oder prüfender Kammer und Jahr, absteigend nach Jahr geordnet. Herstellerkurse führen Sie mit dem Titel aus dem Kurskatalog samt Kürzel auf, denn „SPS-Kurs“ lässt Stufe und Steuerung offen.

So sieht es im Lebenslauf aus

Weiterbildung

  • Ausbildereignung nach AEVO, IHK Schwaben, 2024
  • Anwenderschulung Roboterprogrammierung, Bocksprung Sondermaschinen GmbH, 2021
  • SIMATIC Programmieren 1 im TIA Portal (TIA-PRO1), Siemens SITRAIN, 2018

Als nächsten Schritt nennt BERUFENET die Prüfung zum Industriemeister der Fachrichtung Elektrotechnik; mit Hochschulzugangsberechtigung kommt auch ein Bachelorstudium der Automatisierungstechnik infrage. Der Staatlich geprüfte Techniker ist der Abschluss einer Fachschule nach Landesrecht. Bei allen dreien übernehmen Sie die Bezeichnung so, wie Zeugnis oder Urkunde sie nennen.

Der Führerschein steht mit Klasse unter „Persönliche Daten“. Für Stellen mit Inbetriebnahme oder Service beim Kunden wird Klasse B gebraucht, weil Werkzeug und Messgeräte im Firmenwagen mitfahren.

Lebenslauf für den Ausbildungsplatz, nach der Abschlussprüfung und für Quereinsteiger

Für die Ausbildung ist rechtlich keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Die 2.322 Personen, die sie 2024 begonnen haben, verteilen sich laut BERUFENET so: 51 % mittlerer Bildungsabschluss, 43 % Hochschulreife, 3 % Hauptschulabschluss, 1 % ohne Hauptschulabschluss, 2 % Sonstige.

In der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz steht unter „Ausbildung“ Ihre Schule mit Schulart, Ort, Zeitraum und dem Abschluss, den Sie haben oder anstreben. Gute Voraussetzungen sind der Berufsdatenbank zufolge vertiefte Kenntnisse in Mathematik, Physik, Informatik sowie Werken oder Technik. Die Noten dieser Fächer gehören deshalb dazu. Technikinteresse zeigen außerdem:

  • ein Betriebspraktikum unter „Berufserfahrung“, mit Dauer und eigener Arbeit, etwa dem Aufbau einer Ampelschaltung an einer Kleinsteuerung mit 6 Ausgängen
  • ein eigenes Projekt unter „Interessen“, etwa eine Gewächshausbewässerung mit Arduino und 3 Feuchtesensoren
  • Robotik-AG oder Schülerwettbewerb unter „Interessen“, Jugendfeuerwehr oder THW-Jugend unter „Ehrenamt“, jeweils mit Zeitraum und Ihrer Aufgabe

Kurz nach der Abschlussprüfung, im ersten und zweiten Berufsjahr, darf der Abschnitt „Ausbildung“ in Ihrem Lebenslauf vor der Berufserfahrung stehen. Der betriebliche Auftrag aus Teil 2 der Prüfung, für den die Verordnung 18 Stunden vorsieht, ist dann Ihr erstes eigenes Projekt. Hat Ihr Betrieb diese Prüfungsvariante gewählt, geben Sie das Thema in der Ausbildungszeile an, etwa „Betrieblicher Auftrag: Nachrüstung von 12 IO-Link-Sensoren an einer Sortieranlage“.

Kommen Sie als Mechatroniker oder als Elektroniker für Betriebstechnik in die Automatisierung, bleibt Ihre Berufsbezeichnung unverändert. Zeigen Sie in den Stichpunkten, was sich übertragen lässt: Programmänderungen, Antriebstausch mit Parametrierung, Fehlersuche mit dem Programmiergerät.

Häufige Fragen zum Lebenslauf als Elektroniker für Automatisierungstechnik

Gehört ein Foto in den Lebenslauf als Elektroniker für Automatisierungstechnik?

Das bestimmen Sie selbst: Ein Foto ist nicht vorgeschrieben, und kein Betrieb darf es verlangen. Von der Bundesagentur für Arbeit kommen dazu 2 Auskünfte: In den Hinweisen zum Lebenslauf ist das Foto „kein Muss mehr“; im Bewerbungstraining zählt es weiterhin zum Lebenslauf, falls kein Deckblatt verwendet wird. In Industrie und Maschinenbau ist es noch verbreitet; dafür taugt nur ein Bewerbungsfoto aus dem Studio, weder Selfie noch Passbild.

Schreibe ich „Automatisierungstechniker“ oder „Elektroniker für Automatisierungstechnik“?

Unter „Ausbildung“ steht die Bezeichnung aus dem Prüfungszeugnis, „Elektroniker für Automatisierungstechnik“. „Automatisierungstechniker“ ist die gängige Kurzform in Stellenanzeigen und nicht der Name des Ausbildungsberufs. In einer Station dürfen Sie das Wort verwenden, wenn Ihr Arbeitsvertrag die Stelle so nennt; dasselbe gilt für „Inbetriebnehmer“, „SPS-Programmierer“ oder „Instandhalter“.

Sollte das Ergebnis der Abschlussprüfung im Lebenslauf stehen?

Ja, solange seit der Prüfung keine 10 Jahre vergangen sind. Übernehmen Sie Punkte und Wortnote vom Prüfungszeugnis, etwa „gut (85 Punkte)“, und rechnen Sie nichts in eine Dezimalnote um. Teil 1 der Prüfung erscheint nicht als eigener Eintrag.

Wie gebe ich Inbetriebnahmen im Ausland an?

Als Stichpunkt in der Station, mit Dauer, Anlage und Land: „6 Wochen Inbetriebnahme einer Montagelinie in Ungarn“. Die Dauer steht vorn. Mehrere kurze Einsätze fassen Sie zu einer Jahressumme zusammen, etwa „jährlich 8 bis 10 Wochen bei Kunden“, und nennen die Länder einmal. Unter „Sprachkenntnisse“ steht dazu das Englischniveau, das Sie dort gebraucht haben.

Nenne ich frühere Vorgesetzte als Ansprechpartner?

Nein, das ist in Deutschland unüblich. Jeder Arbeitgeber hat Ihnen beim Ausscheiden nach § 109 der Gewerbeordnung ein schriftliches Zeugnis auszustellen, und diese Arbeitszeugnisse übernehmen die Aufgabe einer Auskunftsperson. Der Bewerbung liegen Kopien der letzten 2 bis 4 bei, das zuletzt ausgestellte obenauf, dazu das Prüfungszeugnis der Kammer.

Wie erkläre ich Monate ohne Stelle zwischen zwei Betrieben?

Die Monate bekommen einen eigenen Eintrag mit Zeitraum und Inhalt, zum Beispiel „02/2024 – 05/2024 arbeitsuchend, SITRAIN-Kurs TIA-PRO1“. Die Bundesagentur für Arbeit zieht die Grenze bei 2 Monaten: Was länger dauert, soll im Lebenslauf stehen, zusammen mit dem, was Sie in der Zeit gemacht haben.

Fazit

Der Lebenslauf eines Elektronikers für Automatisierungstechnik nennt die Berufsbezeichnung laut Zeugnis mit Abschlussprüfung und Ergebnis und beschreibt jede Station über Steuerung, Anlage und Zahl. Programmiersprache, eigener Anteil an der Inbetriebnahme und die Einsätze beim Kunden zeigen, auf welcher Stufe Sie arbeiten. Herstellerkurse mit Katalogtitel vervollständigen die Angaben.

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